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25.10.2002 - 

Endgültiger Ausstieg von Quam gilt als wahrscheinlich

Wachsende Zweifel am UMTS-Erfolg

MÜNCHEN (CW) - Die Marktforscher von Forrester Research halten die von den Netzbetreibern aufgestellten Gewinnprognosen im UMTS-Geschäft für illusorisch. Die dritte Mobilfunkgeneration soll in wesentlich geringerem Maße genutzt werden als erhofft, so ihre Prognose.

Während die Lizenznehmer davon ausgehen, dass bis 2007 jeder zweite Handy-Besitzer in Europa von UMTS-Diensten Gebrauch machen wird, prognostiziert Forrester lediglich eine Nutzung von zehn Prozent. Auch die von den Netzbetreibern erwartete Verdreifachung des Umsatzes pro Mobilfunkteilnehmer, die notwendig wäre, um in fünf Jahren die Gewinnschwelle zu erreichen, gilt als unrealistisch. Die Carrier hoffen dagegen, den ARPU (Average Revenue per User) insbesondere durch neue Datendienste wie MMS (Multimedia Messaging Service) sowie durch mit Zusatzfunktionen wie Kameras ausgestattete Endgeräte erhöhen zu können.

Vor allem in Deutschland und Großbritannien haben die Netzbetreiber wegen der exorbitanten Lizenzkosten - 683 Euro beziehungsweise 764 Euro pro Mobilfunkteilnehmer - eine denkbar schlechte Ausgangsposition. Hinzu kommen die technischen Probleme bei der Interoperabilität der UMTS-Netze sowie beim Parallelbetrieb mit der GSM-Infrastruktur. Und schließlich lassen UMTS-Handys in Stückzahlen auf sich warten, fehlt es an Diensten und werden neue Techniken in Europa traditionell nur zögernd angenommen.

Zudem ist der westeuropäische Markt mit rund 300 Millionen Mobilfunkkunden weitgehend gesättigt. Das britische Marktforschungsinstitut Analysis rechnet in diesem Jahr nur mit sechs Prozent mehr Neukunden gegenüber dem Vorjahr. Im vergangenen Jahr lag der Zuwachs noch bei 17 Prozent und 2000 bei 53 Prozent. Speziell in Deutschland stagniere das Geschäft.

Angesichts dieser ungünstigen Vorzeichen und Prognosen wird den Telefongesellschaften Telefónica Móviles und Sonera, gemeinsam Gesellschafter der Mobilfunktochter Quam, das Pflaster in Deutschland zu heiß. Das Unternehmen wird sein GSM/GPRS-Engagement, das auf der Infrastruktur von E-Plus basiert, am 15. November einstellen.

Auf Anfrage der COMPUTERWOCHE bestätigte ein Sprecher, dass T-Mobile den 200000 Quam-Kunden ein Wechselangebot machen wird. Die Bonner zahlen Quam dafür eine einmalige Summe von 50000 Euro sowie eine Prämie von 100 bis 200 Euro für jeden Kunden, der ins Lager des deutschen Marktführers wechselt. Die Quam-Teilnehmer sollen mit einem Startguthaben von bis zu 120 Euro oder einem Handy mit 25 Euro Gutschrift geködert werden.

Der komplette Rückzug von Quam aus der gegenwärtigen GSM-Mobilfunklandschaft, dürfte auch der Anfang vom Ende der UMTS-Zukunft des Unternehmens sein. Die ursprünglichen Pläne, sich über ein GSM-Angebot bereits einen potenziellen Kundenstamm für die eigene UMTS-Infrastruktur aufzubauen, sind damit Makulatur.

Der Quam-Sprecher betonte zwar, die Muttergesellschaften würden vorerst an ihrer UMTS-Lizenz festhalten, derzeit wird in den Aufbau des Netzes aber nicht investiert. Aufgrund des Rückzugs aus der aktuellen Mobilfunkszene und der schlechten UMTS-Prognosen ist deshalb mit einem endgültigen Ausstieg von Quam aus dem deutschen UMTS-Abenteuer zu rechnen. (pg/sra)