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02.06.2000 - 

Versorgungswirtschaft/Kommentar

Wachsender Leidensdruck

Wettbewerb bringt die Welt auf Trab. Wie viel Wahrheit in dieser Binsenweisheit steckt, erfahren seit gut zwei Jahren die Unternehmen der deutschen Stromversorgungswirtschaft. Obwohl viele Auguren mit Blick auf skandinavische und britische Erfahrungen warnten, glaubte man bei den meisten Energieversorgungsunternehmen (EVU), in Deutschland gingen die Uhren des Wettbewerbs langsamer.

Nur widerstrebend stellten sich die EVU auf die Realität ein, die sie geradezu mit Urgewalt überrollt hat. In Nullkommanichts purzelten die Preise, teilweise bis zu 50 Prozent.

Die Reaktionen waren hektisch: Umstrukturierungen, Personalabbau, Kostensenkungsprogramme, Kooperationen. "Als hätte man einen China-Böller in einen Hühnerstall geworfen", beschreibt Guido Wendt, Prokurist und Senior Manager im Competence Center Energy bei der KPMG Consulting GmbH in Hamburg, die Folgen.

Nachdem die EVU lange nicht aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen wollten, geht seit Anfang dieses Jahres ein Ruck durch den Markt, so die einhellige Meinung von Branchenbeobachtern. Man erkenne, so Wilhelm Pumm, "dass der Aufbau eines zentralen IT-Nervensystems für die gesamte Energiewirtschaft eine der größten Management-Herausforderungen darstellt."

Der wachsende Leidensdruck und die schiere Angst, vor dem nächsten Ansturm wechselwilliger Kunden kapitulieren zu müssen, wirkt dabei als Katalysator.

Wettbewerbshemmnisse mit dem Fehlen geeigneter IT-Werkzeuge zu begründen, hält Manfred Siebert von der MIT & OC Consulting GmbH in Essen heute für nicht mehr gerechtfertigt. "Das Marktangebot liefert eine gute Arbeitsbasis, obwohl noch zusätzliche Funktionalitäten gebraucht werden."

Gerhard Großjohann