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21.09.2001 - 

Umfrage unter deutschen Anwendern

Wachsendes Vertrauen in ERP-Software von Baan

MÜNCHEN (sp) - Nach der Übernahme durch die Firma Invenys, die Baan gerade noch rechtzeitig vor dem Ruin bewahrt hatte, berappelt sich der niederländische Anbieter von ERP(Enterprise-Resource-Planning)-Software zusehends. Einer Umfrage zufolge ist auch das Vertrauen der Anwender seit Anfang des Jahres wieder gewachsen.

Durch die Eingliederung in den Invensys-Konzern und drastische Sparmaßnahmen, aber auch dank des Anstiegs der Lizenzeinnahmen von 32 auf 36 Millionen Dollar zwischen dem dritten und vierten Quartal 2000 schreibt Baan seit Ende des abgelaufenden Geschäftsjahres am 31. März dieses Jahres wieder schwarze Zahlen. Rund 200 Neukunden konnte das Unternehmen nach der Übernahme durch Invensys weltweit hinzugewinnen.

Jetzt kommt es darauf an, ob es dem ERP-Anbieter gelingt, das Vertrauen der Anwender wiederzugewinnen - ein Ziel, dem er einer Studie der Beratungsfirma Raad Consult zufolge deutlich näher gerückt ist. Danach wechselten 1998 noch 17 Prozent der deutschen Anwender wegen Baans unsicherer wirtschaftlicher Situation zur Konkurrenz. 1999 waren es 14 und im vergangenen Jahr nur noch vier Prozent. Zehn Prozent mehr Projekte als vor einem Jahr befinden sich zurzeit in Planung. Und über 80 Prozent der 415 befragten Baan-Anwender halten die wirtschaftliche Situation des Softwareanbieters für besser als noch vor zwei Jahren. Vor allem die größeren Firmen geben sich zuversichtlich. "Denen muss Baan in der Vergangenheit sehr entgegengekommen sein", mutmaßt der Autor der Raad-Studie, Nils Niehörster.

Mittelstand vernachlässigtAllerdings stellt der Mittelstand nach wie vor das mit Abstand größte Kundensegment dar. In Deutschland zum Beispiel handelt es sich bei den knapp 750 Baan-Anwendern zu über 90 Prozent um Unternehmen mit weniger als 1000 Mitarbeitern beziehungsweise einem Umsatz von weniger als 250 Millionen Euro. Vor allem der untere Mittelstand setzt die Software der Niederländer ein. Weltweit decken Firmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern oder einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro über die Hälfte aller Baan-Kunden ab, während die Zahl der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern kontinuierlich zurückgeht.

Gerade im Mittelstand genießt Baan jedoch nicht das beste Image. Das liegt den Beratern von Raad Consult vor allem daran, dass sich der ERP-Anbieter in den Krisenjahren 1998 und 1999 in erster Linie auf die Betreuung von Schlüsselkunden konzentrierte und die kleineren Firmen beim Support vernachlässigte. Viele mittelständische Unternehmen wanderten daraufhin zu anderen ERP-Anbietern ab, während bei den Kunden, die Baan halten konnte, die Zahl der geplanten Systemerweiterungen zwischen 1998 und Anfang 2000 rapide gesunken ist. Jetzt wollen die Niederländer aus ihren Fehlern lernen und sich verstärkt um den Mittelstand kümmern.

Der Schwerpunkt liegt dabei nach wie vor auf der verarbeitenden Industrie und dem Telekommunkationssektor: Über 70 Prozent der Baan-Anwender entfallen auf diese Sektoren - eine Strategie, die den ERP-Anbieter nach Ansicht von Raad-Consult-Experte Niehörster deutlich besser positioniert als eine "Bauchladenorganisation". Ein weiterer Vorteil: Baan ist durch die Branchenfokussierung nicht so stark dem Wettbewerb ausgesetzt.

CRM, SCM und ProcurementBei Software aus dem ERP-Umfeld spiegelt das Verhalten der Baan-Anwender im Wesentlichen das der Kunden anderer ERP-Anbieter wider. So haben laut Raad-Consult-Umfrage acht Prozent der Baan-User eine CRM (Customer-Relationship-Management)-Lösung implementiert. Allerdings stammen diese Systeme nur zu 42 Prozent von Baan oder Invensys. Dafür wollen sich von den 14 Prozent, die noch in diesem Jahr die CRM-Einführung planen, 72 Prozent ein Baan- oder Invensys-System zulegen.

Auch im Bereich Supply-Chain-Management (SCM) entsprechen Baan-Anwender beim tatsächlichen (sieben Prozent) und geplanten Einsatz (acht Prozent) den Anwendern anderer ERP-Systeme. Was die SCM-Anbieter betrifft, ist es hier jedoch umgekehrt: Über drei Viertel der implementierten Lösungen stammen von Baan - aber nur 56 Prozent der Firmen, die ein SCM-Produkt einführen wollen, fassen eine Lösung der Niederländer ins Auge.

Der Anteil der befragten Baan-Anwender, die bereits über ein Procurement-System verfügen, ist mit sechs Prozent noch sehr gering. Allerdings planen zwölf Prozent noch in diesem Jahr die Anschaffung einer Procurement-Lösung. Zwei Drittel der Baan-Kunden, die ein solches System einsetzen beziehungsweise dies planen, setzen dabei auf Produkte von Baan.

Als Anbieter von Datawarehouse-Software wurde Baan bisher kaum wahrgenommen. Der Markt bietet jedoch Potenzial: Acht Prozent der Baan-User haben bereits ein entsprechende Lösung im Einsatz. 14 Prozent planen die Einführung noch in diesem Jahr - immerhin zu 50 Prozent mit einem Datawarehouse-Produkt von Baan.

Abb: Windows NT legt im Baan-Markt zu

Noch Anfang des Jahres wurden mehr als drei Viertel aller Baan-Installationen unter Unix betrieben. Der Anteil von Windows NT steigt aber rapide, während Unix kontinuierlich zurückgeht. Quelle: RAAD Consult