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27.02.2007

Wahl des passenden mobilen Begleiters

Stefan Rojacher 
Nicht die Plattform, sondern der Einsatzzweck ist entscheidend.

Unternehmen beklagen immer wieder eine mangelnde Vielfalt am PC-Markt. Der Desktop-Bereich wird von Microsoft mit dem Windows-Betriebssystem dominiert. Ganz anders ist die Situation bei den mobilen Endgeräten. Zahlreiche Hersteller bieten PDAs oder Smartphones mit unterschiedlichen Plattformen an. Zurzeit konkurrieren vier Betriebssystem-Plattformen um die Gunst der mobilen Kunden: Windows Mobile von Microsoft, Symbian - das unter anderem von Nokia, Samsung oder Sony Ericsson eingesetzt wird -, Palm OS, das demnächst Garnet OS heißt und von der japanischen, unter anderem auf Linux spezialisierten Softwareschmiede Access vermarktet wird, sowie die Blackberry-Plattform von RIM, die sich insbesondere im Markt für mobile E-Mail durchgesetzt hat. Unternehmenskunden haben damit die Qual der Wahl.

Windows Mobile

Anwender, die beruflich oder privat mit Windows arbeiten, werden sich mit Windows Mobile schnell zurechtfinden. Das User Interface, die Menüs und die Anwendungen ähneln der Desktop-Version. Nicht nur steigen die Benutzer einfach in die Windows-Welt ein, auch die Applikationsentwicklung ist vertraut. So bietet Windows Mobile zahlreiche Entwicklungs- und Anwendungsmöglichkeiten.

Das Microsoft Messaging und Security Feature Pack (MSFP) für Windows Mobile 5.0 offeriert kostenfrei eine Push- E-Mail-Technologie. Diese Technik ermöglicht Anwendern, die über einen Exchange Server 2003 (mit Service Pack 2) oder 2007 verfügen, automatisch E-Mail, Kalender- und Kontaktdaten zu aktualisieren. Eine weitere Software oder Infrastruktur - sofern ausschließlich Windows-Mobile-Geräte eingesetzt werden - wird nicht benötigt.

Gleichzeitig verhält sich Windows Mobile aber auch wie der große Desktop-Bruder: Der Bedarf an Ressourcen, was beispielsweise Batterie-, Speicher- und Prozessorleistung betrifft, ist speziell für mobile Geräte zu verschwenderisch. So lassen sich die Anwendungen in Windows Mobile nicht mit einem einfachen Klick beenden, sondern laufen im Hintergrund weiter, sofern nicht Zusatz-Tools verwendet werden.

Symbian

Symbian ist ein Konsortium verschiedener Mobiltelefon-Hersteller. Die aktuelle Symbian OS Version 9.3 unterstützt mehrere User Interfaces. Die populärsten Plattformen sind dabei die von Nokia unterstützten Serie 60 und Serie 80. Dazu zählen Nokia-Geräte der N- und E-Serie sowie die Communicators. Motorola und Sony Ericsson setzen dagegen auf UIQ. Diese Plattform wird via Stift und Touchscreen gesteuert, während der Serie 80 ein Touchscreen fehlt und die Bedienung über die Gerätetastatur erfolgt.

Softwareentwickler haben das Problem, dass sie für jede einzelne Symbian-Plattform Anpassungen vornehmen müssen. Der Aufwand für eine benutzerfreundliche Integration ist enorm. Ein weiterer Nachteil: Jeder Symbian-Anbieter hat auch eine eigene Synchronisationslösung. Die einheitliche Nutzung aller Symbian-Geräte liegt noch in weiter Ferne. Symbian-Anwender können sich aber auf eine sehr gute Sprachqualität ihrer Geräte verlassen. Die Symbian-Smartphones kommen eben aus der Handy-Welt während die Hersteller, die andere Plattformen unterstützen, eher aus der PDA-Szene stammen.

Palm OS

Neuentwicklungen für das Betriebssystem Palm OS lassen seit längerer Zeit auf sich warten. Palm-Nutzer verweisen allerdings auf die Benutzerfreundlichkeit und stabile Anwendungen, die eine schnelle Weiterentwicklung nicht zwingend erfordern würden. Daneben arbeitet das Betriebssystem, das speziell für die Anwendung in mobilen Geräten entwickelt wurde, überaus ressourcenschonend. Unternehmenskunden warten allerdings schon lange auf eine echte Multitasking-Fähigkeit. Palm-OS-Anwendern ist es nicht möglich, in mehreren Applikationen gleichzeitig zu arbeiten.

Dass das Palm OS im Unternehmensbereich an Bedeutung verloren hat, hängt auch damit zusammen, dass es kaum noch Hardwareanbieter gibt, die auf die Palm-Plattform setzen. Aktuell ist das Treo-680-Smartphone von Palm wohl das einzig nennenswerte Gerät in diesem Segment.

Blackberry

Laut Canalys wächst die Nachfrage nach Push-E-Mail-Lösungen kontinuierlich. RIM wird in diesem Markt eine bedeutende Rolle spielen. Die Blackberrys gelten als ideale E-Mail-Maschinen. Wollen Unternehmen aber den nächsten Schritt hin zur Mobilisierung von Unternehmensanwendungen machen, stoßen sie mit den Blackberrys schnell an Grenzen. Das Softwareangebot für die Blackberry-Plattform ist überschaubar. Zudem sieht sich RIM immer wieder mit Sicherheitsbedenken konfrontiert.

Hier lesen Sie ...

• was bei der Wahl einer mobilen Plattform zu beachten ist;

• wie sich die Betriebssysteme der verschiedenen Hersteller unterscheiden;

• was für Middleware-Lösungen spricht;

• warum das Geräte-Management immer wichtiger wird.

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www.computerwoche.de/

587181: Test: Device Manager hält Smartphones an der kurzen Leine;

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588224: Windows Mobile 6: alle Features im Überblick.

Erschwerend kommt für den IT-Entscheider hinzu, dass im Markt für mobile Endgeräte eine große Dynamik herrscht. Glaubt man der Studie "Smart Mobile Device and Navigation Trends Report 2006/2007" aus dem Januar 2007 vom britischen Marktforscher Canalys, so verändert sich diese Szene rasant. Das PDA-Geschäft schrumpft weltweit, während konvergente Geräte wie Smartphones boomen. Chris Jones, Analyst bei Canalys, fände es nicht überraschend, wenn einige Anbieter ihr Engagement am Handheld-Markt in den kommenden Quartalen reduzieren würden.

Mit den mobilen GPS-Navigationssystemen hat sich zudem ein eigenständiges Segment aus dem PDA-Markt herausentwickelt. Auch dieses ist heiß umkämpft. Gerade erst musste Yakumo aufgeben. Die größten Chancen auf diesem Terrain dürften Tomtom, Garmin und Navman haben.

Ein anderer treibender Faktor ist die große Nachfrage nach mobilen E-Mail-Lösungen. Damit sind Spezialisten wie RIM, aber auch Netzbetreiber in das Geschäft für mobile Endgeräte eingestiegen. Von diesem Boom profitieren auch zahlreiche Anbieter mobiler Middleware-Plattformen. Firmen wie Sybase iAnywhere oder Nokia Intellisync ermöglichen nicht nur die Anbindung mobiler E-Mail-Lösungen, sondern bieten auch eine Unterstützung für sämtliche Betriebssystem-Plattformen. Nach einer IDC-Untersuchung erreichte der Markt für mobile Unternehmenslösungen im Jahr 2005 ein Volumen von 1,2 Milliarden Dollar. Bis 2010 erwarten die Marktforscher einen Anstieg auf 3,5 Milliarden Dollar, was einer jährlichen Wachstumsrate von etwa 23 Prozent entsprechen würde. Das Thema "Mobile Computing" ist in den Unternehmen angekommen. So entfallen laut dem Forrester Report "The State of European Enterprise Mobility in 2006" mittlerweile 32 Prozent des Budgets für Telekommunikation und Netztechnologien bei europäischen Firmen auf den Mobility-Bereich.

Letztlich stehen Unternehmen damit nicht mehr vor der Frage, ob sie mobile Endgeräte einführen, sondern welche. Die Entscheider müssen klären, welche Plattform ihren Anforderungen an eine mobile Lösung beziehungsweise an das mobile Endgerät am ehesten entspricht, zumal die einzelnen Plattformen mit spezifischen Vor- und Nachteilen aufwarten (siehe Kästen). So haben die Lösungen von RIM und ebenso von Microsoft den Vorteil, dass keine weiteren Lizenzierungskosten mit Drittanbietern anfallen. Dafür sind sowohl Microsoft als auch RIM aber an ein Betriebssystem gebunden, was wiederum die flexible Auswahl von Endgeräten einschränkt.

Anbindung mobiler Endgeräte

Allerdings sollte auch überlegt werden, ob es immer eine mobile Plattform für alle Mitarbeiter sein muss. Anwender aus unterschiedlichen Firmenbereichen können ja auch auf unterschiedlichen Plattformen an die Unternehmens-IT angebunden werden und so die spezifischen Vorteile der jeweiligen Produktgattung nutzen. Laut den Technikanalysten von Berlecon bietet eine mobile Middleware Unternehmen die Möglichkeit, vielen Mitarbeitern mit unterschiedlichen Nutzerprofilen oder Endgeräten zentral und sicher den mobilen Zugriff auf E-Mails und Firmenanwendungen zu gewährleisten. Die Middleware bildet dabei die Basis für eine zentrale Administration sowie für die Verschlüsselung der Daten oder die Durchsetzung von Sicherheitsregeln.

Ein Beispiel für eine integrierte Management- und Sicherheitslösung ist Afaria von Sybase iAnywhere. Die Lösung vereint Sicherheit und System-Management. Um Sicherheitsrichtlinien durchzusetzen, müssen beispielsweise Gerätekonfigurationen geändert werden. Ein effektives Management erfordert zudem eine ständige Aktualisierung dieser Sicherheitsvorgaben wie zum Beispiel Updates für Antivirus-Programme und Signaturdateien, Firewall-Einstellungen oder Patches für das Betriebssystem. Mit Lösungen wie Afaria erhalten Unternehmen einen Schutz gegen Sicherheitsbedrohungen und die Nichtbeachtung von Sicherheitsrichtlinien durch die Anwender. Dabei unterstützt die Software sämtliche Plattformen - Windows Mobile, Symbian, Palm OS und Blackberry, aber auch Win32-Systeme wie Desktop-PCs und Notebooks.

Speziell die Plattform-Unabhängigkeit ist laut Berlecon die Stärke der Middleware-Anbieter. Denn die Entwicklungsarbeit dieser Anbieter richte sich vor allem auf die Integration möglichst vieler mobiler Betriebssysteme, Groupware-Server und Anwendungen. Ähnlich lautet das Urteil der IDC-Analysten: Sie empfehlen Unternehmen Anbieter einer robusten Infrastruktur, die Anwendungen unterstützt und Erweiterungen zulässt.

Die Wahl des Endgeräts

Letztlich gibt es das beste Mobile-Betriebssystem nicht. Unternehmen deshalb überprüfen, welche Lösung für sie am sinnvollsten ist. Firmen, die Mitarbeiter mit einem Mobiltelefon ausstatten wollen, das auch über benutzerfreundliche Organizer-Funktionen verfügt, legen in erster Linie Wert auf eine sehr gute Sprachqualität. Hier besitzen die Symbian-Geräte einen Vorsprung. Aber auch Palm hat mit den aktuellen Treos aufgeholt. Während die Organizer-Anwendungen wie Kontakte, Termine und Aufgaben bei Symbian sowie bei Windows eher kompliziert handzuhaben, punkten hier Palm OS und Blackberry. Vieltelefonierer legen ferner Wert auf ausreichende Standby- und Gesprächszeiten. Hier haben Palm OS und Blackberry aufgrund ihres schonenderen Umgangs mit den Hardwareressourcen einen, wenn auch nur kleinen, Vorteil.

Anforderung: Mobile E-Mail

Wer mit Smartphones einen mobilen Zugriff auf den E-Mail-Posteingang wünscht, erhält für alle Plattformen zahlreiche Lösungen. Die E-Mail-Übertragung im Push-Verfahren ist heute kein Alleinstellungsmerkmal mehr. RIM und Microsoft bieten für die Blackberry- beziehungsweise Windows-Mobile-Plattform "Out-of-the-Box"-Lösungen für Push-Mail. Mit dem Blackberry Enterprise Server beziehungsweise der Activesync-Technologie von Microsoft können Blackberries oder Windows- Mobile-Geräte einfach an die IT angebunden werden. Der Hauptvorteil ist dabei, dass keine Lizenzkosten bei Drittanbietern entstehen.

Unternehmen, für die Mobile E-Mail lediglich ein Einstieg in die Mobilisierung von Unternehmensanwendungen ist, sollten strategisch planen. Denn die Anbindung von anderen Backend-Systemen setzt Middleware-Plattformen voraus. Diese bieten neben dem automatisierten E-Mail-Abgleich auch ein Geräte-Management sowie Sicherheitsfunktionen und Anbindungsmöglichkeiten von beispielsweise Datenbanken über unterschiedlichste Übertragungswege.

Mix an Übertragungswegen

Es gibt eine Vielzahl an Unternehmensapplikationen, die auch an mobile Umgebungen angepasst werden können. Das gilt zum Beispiel für CRM- oder ERP-Datenbanken. Welche mobile Plattform für den mobilen Einsatz am besten geeignet ist, hängt oft von der Anwendergruppe ab. Während Vertriebsmitarbeiter schlanke Geräte bevorzugen, benötigt beispielsweise der Field- Service robuste Industrie-PDAs.

Oft wird sich nicht nur ein Übertragungsweg herauskristallisieren, sondern ein Mix zum Einsatz kommen. Während auf dem Campus beispielsweise über WLAN auf wichtige Daten zugegriffen werden kann, muss unterwegs auch ein GPRS- oder UMTS-Abgleich möglich sein. Daneben spielt auch die Offline-Synchronisation eine wichtige Rolle. Hier entscheidet dann häufig die jeweilige Hardwareausstattung und nicht zwingend die mobile Plattform über den Nutzen für die Anwender.

Das Device-Management

Zahlreiche Unternehmen sehen sich im Zusammenhang mit Mobility noch mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert: Oft greifen Mitarbeiter über privat angeschaffte PDAs und Smartphones auf kritische Daten zu. Hier können die Unternehmen weder Daten noch Geräte kontrollieren. Diese Unternehmen suchen nach Lösungen, die eine Kontrolle über die Geräte herstellen und dabei helfen, Sicherheitsrichtlinien durchzusetzen. Da es hinsichtlich der Geräte-Anschaffung oftmals keine Policy gab, setzt der Einsatz einer Mobile-Device-Management-Lösung auch eine Plattform-Unabhängigkeit voraus. Ferner sollte die eingesetzte Lösung zentral administrierbar sein und neben dem Device-Management auch Sicherheitsaspekte abdecken. Anbieter entsprechender mobiler Unternehmenssoftware für das Geräte-Management sind beispielsweise IBM, Microsoft, Sybase iAnywhere, Hewlett-Packard, BMC, Novell oder CA. (hi)