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Radio Frequency Identification auf dem Vormarsch


20.06.2003 - 

Wal-Mart revolutioniert die Warenwirtschaft

MÜNCHEN (CW) - Spätestens Anfang 2005 werden die hundert wichtigsten Lieferanten der Supermarktkette Wal-Mart ihre Produktverpackungen mit Etiketten für die Radio Frequency Identification (RFID) ausstatten müssen.

Die berührungslose Erkennung gelieferter und entnommener Ware ist im Einzelhandel ein heißes Thema. Pilotprojekte laufen beispielsweise bei der britischen Handelskette Tesco Stores Plc. und der Metro Group.

Wal-Mart Stores Inc. mit Hauptsitz in Bentonville, Arkansas, hat die ersten Schritte auf diesem Gelände längst hinter sich. Jetzt setzt der Handelsriese auf einen flächendeckenden Einsatz. Wie Chief Information Officer (CIO) Linda Dillman auf dem Handelskongress "Retail Systems 2003" in Chikago bekannt gab, sollen die hundert wichtigsten Wal-Mart-Lieferanten bis zum Januar 2005 ihre Kartons und Paletten mit RFID-Etiketten ausstatten. Zwar steht noch nicht fest, wie weit die Zulieferer zu diesem Zeitpunkt tatsächlich mit der Implementierung sein müssen. Doch, wer seine Produkte in großem Stil an Wal-Mart verkaufen will, kommt nicht umhin, sich mit dem Thema zu beschäftigen: "Wir werden das zur Bedingung machen", warnte die IT-Verantwortliche. Laut Pam Kohn, als Vice-President für den Bereich Global Supply Chain Operations zuständig, peilt Wal-Mart auf diese Weise vor allem ein besseres Bestands-Management an.

Die Ankündigung hat in der gesamten Branche für Aufsehen gesorgt. Die für das Senden und Lesen von RFID-Informationen notwendige Technik ist erst in Ansätzen standardisiert.

Deshalb haben die Entscheidungen des Marktführers - der Umsatz des Geschäftsjahres 2002/03 summierte sich auf 244,5 Milliarden Dollar, also beinahe auf das Fünffache der aktuellen Metro-Einnahmen - quasi Modellcharakter. Umso höher ist zu bewerten, dass Dillman ihre Präsentation gemeinsam mit Michael Di Yeso, Chief Operating Officer des Uniform Code Council (UCC), hielt. Das UCC bemüht sich um die Entwicklung eines Electronic Product Code (EPC), der für die berührungslose Identifikation die selbe Bedeutung erlangen soll, wie sie der Unified Product Code (UPC) oder die Europäische Artikelnummer (EAN) im Barcode-Umfeld haben. Die kürzlich aus dem UCC ausgelagerte Auto ID Inc. hat die Aufgabe, Akzeptanz und Kommerzialisierung des EPC zu fördern und zu überwachen. Für die Spezifikation zeichnet weiterhin das am Massachusetts Institute of Technology (MIT) heimische Auto-ID Center verantwortlich.

Wal-Mart will noch im laufenden Jahr beginnen, Funkwellen-Lesegeräte auf ihre Übereinstimmung mit den bis dahin verfügbaren EPC-Spezifikationen zu prüfen: "Wir werden nichts Proprietäres implementieren", beteuerte die IT-Chefin. Die Installation von Netzen und Anwendungen ist für das kommende Jahr geplant. Laut Dillman müssen zuvor aber noch einige Hindernisse überwunden werden. Dazu gehören - neben den Bedenken von Verbraucherschützern - mögliche Interferenzen mit Wireless-LAN-Übertragungen und die derzeit noch bei 30 Cent liegenden Stückkosten der RFID-Tags.

Marktbeobachter sehen eine weitere Problemquelle: Bislang sind die Hersteller der elektronischen Etiketten außerstande, den Bedarf der Wal-Mart-Lieferanten zu decken: Supply-Chain-Expertin Kohn schätzt die benötigte Anzahl auf eine Milliarde. (qua)