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16.08.2002 - 

Analyse

Wallstreet: Warten auf den Turnaround

Die Bilanz-Saison an der Wallstreet ist so gut wie abgeschlossen. Mehr als 90 der im Nasdaq-100 gelisteten Firmen haben ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal präsentiert. Von Martin Weiss*

Jetzt steht fest: Die erhoffte Trendwende bei den Unternehmensgewinnen ist ausgeblieben. Die Zahl der Vorab-Warnungen für die Periode hatte zwar drastisch abgenommen - das lag jedoch hauptsächlich daran, dass sich die Verantwortlichen mit allzu mutigen Prognosen zurückgehalten hatten. Auch die positive Entwicklung bei Trendsettern wie Dell Computer oder zuletzt Cisco Systems sollte nicht überbewertet werden. Sie resultiert vor allem aus dem Gewinn von Marktanteilen auf Kosten der Wettbewerber und weniger aus einer Konjunkturerholung.

Erste offizielle Schätzungen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Vereinigten Staaten im zweiten Quartal sind ernüchternd ausgefallen. Ganze 1,1 Prozent hat das Wachstum demnach betragen. Lässt man die Aufstockung der Lagerbestände unberücksichtigt, ergibt sich sogar ein Nullwachstum. Während einer Rezession mag so ein Wert durchgehen, nicht aber zu einem Zeitpunkt, wo alle Welt von einer kräftigen konjunkturellen Erholung der lahmenden Wirtschaft im Land des Greenbacks träumt.

Eines der Hauptprobleme ist noch immer die geringe Investitionsneigung im IT-Sektor. Die Finanzchefs halten die Kassen dicht, investiert wird nur in das Nötigste. Deshalb ist der Technologiesektor weiterhin das Sorgenkind der US-Wirtschaft. Daran kann auch Notenbankpräsident Alan Greenspan mit einer Lockerung der Geldpolitik nichts ändern.

Hinzu kommt: Viele Projekte in der Industrie sind in das kommende Jahr verschoben worden. Die Zahl der Warnungen für die aktuelle Berichtsperiode hat entsprechend zugenommen, was darauf hindeutet, dass auch das dritte Quartal an der Nasdaq keine Trendwende einleiten wird. Die Prognosen beim Gewinnwachstum betragen für den Zeitraum Juli bis September zehn Prozent und für das vierte Quartal 16 Prozent. Das hört sich gut an, resultiert jedoch aus den äußerst schwachen Vorjahresergebnissen. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet, ergäbe sich ein Wachstum bei den Erträgen von lediglich vier Prozent. (gh)

*Martin Weiss ist US-Redaktionsleiter des Börseninformationsdienstes Stockworld.