Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

05.05.2000 - 

Absatz von Consumer-PCs rettet die Bilanz

Wallstreet zeigt sich Compaq trotz mäßiger Zahlen gnädig

MÜNCHEN (CW/IDG) - Hat der zuletzt angeschlagene PC-Primus Compaq seine Krise überwunden? Die Ergebnisse des ersten Quartals geben darauf keine schlüssige Anwort. Die Texaner konnten trotz eines gegenüber dem Vorjahr stagnierenden Umsatzes und Gewinns die Erwartungen der Analysten erfüllen, mussten aber in einigen Geschäftsbereichen auch herbe Einbrüche hinnehmen.

Ein Nettogewinn von 325 Millionen Dollar beziehungsweise 19 Cent je Aktie stand auf der Habenseite der Bilanz, die Compaq vergangene Woche für das erste Quartal 2000 auswies. Abzüglich des Verkaufs von Unternehmensbeteiligungen in Höhe von 68 Millionen Dollar ergab sich da-raus ein operativer Profit von 16 Cent pro Anteilschein. Genau auf dieses Ergebnis hatten die meisten Analysten sich in ihren Prognosen festgelegt.

Gewinn und Umsatz stagnierenDas "Glück", damit die Erwartungen der Wallstreet erfüllt zu haben, konnte auch nicht mehr durch zwei andere Tatsachen getrübt werden: Im Vergleich zum ersten Quartal 1999 stagnierte der Gewinn. Gleiches gilt für den Umsatz in Höhe von 9,51 Milliarden Dollar, der gegenüber der Vorjahresperiode (9,41 Milliarden Dollar) kaum gesteigert werden konnte. Anders als bei IBM und Microsoft, die unlängst für ihre schwachen Quartalsergebnisse mit Kursabschlägen bestraft wurden, zeigten sich die Investoren dieses Mal gnädig: Die Compaq-Aktie zog - nach einer irrtümlich zu frühen Veröffentlichung der Geschäftszahlen im Internet - um teilweise mehr als 14 Prozent auf knapp 30 Dollar an.

Compaq-President und -CEO Michael Capellas zeigte sich trotz des geringen Umsatzanstieges zufrieden. So sei es gelungen, die negativen Einflüsse des Y2K-Problems "weitgehend in Grenzen zu halten und die Kosten zu drücken". Ähnlich wie zuvor IBM und Gateway litten die Texaner offensichtlich spürbar unter der Investitionszurückhaltung vieler Firmenkunden bei PCs und Servern, die sich bereits Mitte vergangenen Jahres mit entsprechender Hardware eingedeckt haben und nun nach dem Millennium-Wechsel erst über neue Projekte und Investitionen nachdenken. Dafür spricht auch, dass Compaqs Einnahmen mit Firmen-PCs, die rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen, gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar zurückgingen. Gleichzeitig musste man hier erneut einen operativen Verlust von 19 Millionen Dollar verbuchen, der jedoch gegenüber den vorangegangenen Quartalen deutlich geringer ausfiel.

Auch die Business Unit Enterprise Solutions, in der unter anderem der Vertrieb von NT-, DEC-Alpha- und Himalaya-Servern (Tandem) angesiedelt ist und die mit 50 Prozent den Löwenanteil zu den Einnahmen beisteuert, musste ein Umsatzminus von vier Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar hinnehmen. Weitgehend kompensiert wurden die Einbrüche allerdings durch einen überraschend guten Geschäftsverlauf bei Consumer-PCs, wo Compaq um 35 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zulegen konnte.

Cappellas kündigte für die kommenden Wochen eine aufwendige Marketing-Kampagne an, um die eigene Position als "einer der weltweit führenden Computerhersteller" zu untermauern. Zudem wollen die Texaner mit Neueinführungen, darunter dem Highend-Server "Wildfire", verlorenes Terrain zurückgewinnen. Gleichzeitig deutete Capellas neue Entlassungen an.