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24.07.1987 - 

Mit der Cabeza AG ist bereits ein neuer Partner gefunden:

Walter Rentsch AG trennt sich von EBB

ZÜRICH (CWS) - Die Walter Rentsch AG, Büromaschinen-Handelsfirma in Dietlikon, hat ihre nichtkonsolidierte Beteiligung an der Organisations- und EDV-Firma EBB in Basel an deren Firmengründer Marcel L. Baudet zurückverkauft.

Die Partnerschaft dauerte damit nur wenig länger als ein Jahr. Seit Januar 1986 war Walter Rentsch mit 500 000 Franken an 50 Prozent des Aktienkapitals der EBB beteiligt. EBB-Gründer Marcel L. Baudet sagt zur damaligen Situation: Wir erhielten Anfang 1985 von mehreren Firmen Anfragen, wählten aber schließlich ein schweizerisches Unternehmen als Partner." Hansrüdi Widmer, Mitglied der Geschäftsleitung bei Walter Rentsch: "Damals lag die Strategie noch nicht fest." Es sei geplant gewesen, vorerst für ein Jahr zusammenzuspannen und dann über die Bücher zu gehen. Zusätzlich habe man ein halbes Jahr Kündigungsfrist vereinbart, so Baudet. Er habe diesen Schritt trotzdem nicht erwartet. Baudet wird von seinem Verwaltungsrats-Sitz bei der Walter Rentsch AG zurücktreten. Der von beiden Seiten gestellte Demissionsantrag muß auf der kommenden Verwaltungsrats-Sitzung vom 12. August 1987 bestätigt werden.

Die per 30. Juni 1986 einen konsolidierten Umsatz von rund 158 Millionen Franken aufweisende Walter Rentsch AG strebt mit ihren strategischen Zielen in Richtung Generalunternehmen für Büroautomation: Mikrocomputer, Kopierer, Telefax und Kommunikationsnetzwerke für kleinere und mittlere Unternehmen. Wahrend sich die zur Walter Rentsch AG gehörenden Firmen Robert Gubler und Awida mit einem Logo in Grau und Orange präsentierten, übernahm man bei EBB zwar das verbindende Rentsch-Signet, kontrastierte aber mit einem grünen EBB-Schriftzug. Im Geschäftsbericht war denn auch zu lesen:" Der neue Auftritt soll es aber auch der Beteiligungsgesellschaft EBB AG ermöglichen, gemeinsam mit der Gruppe oder außerhalb, von einer festen Plattform aus erfolgreich zu operieren."

Bei EBB immer mehr Großprojekte für Banken

EBB erzielte mit 140 Mitarbeitern 1985 einen Umsatz von 15,5 Millionen Franken. Wurden früher rund 40 Prozent des Umsatzes mit der Beratung für kleinere und mittlere Systeme erzielt, so schwand dieser Anteil auf nunmehr zehn Prozent. Das Unternehmen konzentrierte sich immer mehr auf Großprojekte bei Banken, Versicherungen und öffentlichen Verwaltungen. Awida, die 4,2 Prozent zum Umsatz der Rentsch-Gruppe beiträgt, versteht sich als Informatik-Stütze der Gruppe. Hans Paul Hunkeler von der Awida sagte, im Gegensatz zu EBB würden sie Produkte und nicht Stunden vermarkten. Die Rentsch-Gruppe sei in einem anderen Marktsegment tätig. Der Entscheid zur Trennung sei leichtgefallen, denn die Rentsch-Gruppe habe bereits einen besser passenden Partner.

Awida-Holding soll bald aufgelöst werden

Walter Rentsch kaufte eine Firma, die zwar rund zehnmal kleiner ist als EBB, dafür aber im gleichen Marktsegment tätig ist. Es handelt sich dabei um die Cabeza AG in Pfäffikon, die zu 100 Prozent von der Awida Holding übernommen wurde. Cabeza soll aber nicht sehr lange bei dieser Holding bleiben, denn bei Walter Rentsch sind konkrete Umstrukturierungspläne vorhanden. Die Awida Holding soll aufgelöst und dafür eine Walter Rentsch Holding gegründet werden. Geplant ist danach, die Cabeza an diese neue Holding anzugliedern.

Cabeza begann ihr Geschäft mit dem Vertrieb, der Erstellung und Wartung von Standard-Softwarepaketen für das IBM-System /36. Hinzu kamen auch individuelle EDV-Einführungen. Das Unternehmen besitzt Zusammenarbeitsverträge mit rund 40 EDV-Beratungs- und Programmierfirmen. Seit Januar 1987 ist die Cabeza offizieller IBM- Gebietsvertreter.

In Zukunft soll eine eigene Gruppe für das System /38 von IBM gebildet werden. Den Einstieg in den Personal-Computer-Markt erhofft man sich durch die Übernahme von Awida-Software. Dabei wird Awida laut Hansrüdi Widmer von Walter Rentsch im mittleren Bereich in der NCR-Welt und Cabeza in der IBM-Welt tätig sein.

EBB-Gründer Baudet, der sich als Prediger für die Partnerschaft sieht, will einen neuen Partner mit direkter Beteiligung finden. Dabei sei das Unternehmen auch für Minderheitsbeteiligungen von ausländischen Firmen offen. Ferner werde eine Öffnung in den Kapitalmarkt in Betracht gezogen.