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24.04.1998 - 

WAN-Verfahren bietet Bandbreitenpuffer

WAN-Verfahren bietet Bandbreitenpuffer Frame Relay macht X.25 und ISDN Konkurrenz

Die Analysten sind sich einig: Frame Relay ist ein Verfahren mit einer rosigen Zukunft.Allein in Europa sollen sich 1999 mit Frame-Relay-Services laut Dataquest rund 1,6 Milliarden Dollar verdienen lassen (siehe Grafik).Nach Angaben der Vertical Systems Group ist bei der Zahl der Frame-Relay-Ports bis 1999 ein Anstieg auf insgesamt 156 836 Einheiten zu erwarten (1996: rund 64000).

Petra Borowka, Geschäftsführerin des Planungsbüros UBN in Aachen, faßt zusammen, warum diese Technologie in der Beliebtheitsskala steigt: "Ein wesentlicher Pluspunkt von Frame Relay im Vergleich zu ISDN liegt im schnelleren Verbindungsaufbau.Da die Übertragung unabhängig von Zeit, Entfernung und Datenvolumen ist, profitieren Anwender bei intensiver Nutzung zudem von den geringeren Kosten."Außerdem läßt sich, so die Networking-Spezialistin, die erforderliche Bandbreite bei dem Verfahren sehr fein staffeln, so daß sie ziemlich genau an die tatsächlichen Bedürfnisse eines Unternehmens angepaßt werden könne.Als WAN-Übertragungsmethode zur Verbindung mehrerer Firmenstandorte muß Frame Relay mit Alternativen wie beispielsweise einem Festverbindungskonzept verglichen werden.Eine Mehrfachvermaschung über Mietleitungen kommt erheblich teurer als die Lösung mit Frame Relay, da wesentlich mehr Leitungen notwendig sind, um alle Standorte miteinander zu verbinden.Bei Frame Relay genügt es hingegen, pro Knoten eine physikalische Verbindung zum Frame-Relay-Netz des Providers zu installieren, die einzelnen logischen Anknüpfungen lassen sich dann über diese Leitung realisieren.

Hinzu kommt, daß Mietleitungen immer komplett zur Verfügung stehen und der Anwender unabhängig davon Gebühren zahlen muß, ob er die Leitungskapazität tatsächlich nutzt oder nicht.Anders dagegen bei Frame Relay: Hier besteht die Möglichkeit, nur soviel Bandbreite für einen Standort zu reservieren, wie dort tatsächlich benötigt wird.Der Provider sichert die Bandbreite über die Committed Information Rate (CIR) vertraglich zu.

Besteht etwa bei LAN-LAN-Kopplungen mit schubartigen Übertragungsspitzen dennoch Bedarf an zusätzlicher Bandbreite, kann dies in aller Regel durch die sogenannte Excess Information Rate (EIR) abgefedert werden.Diese erlaubt die Übertragung von Daten über die CIR hinaus, ohne daß zusätzliche Kosten entstehen.Allerdings muß dazu freie Leitungskapazität vorhanden sein.Fehlt diese zum Zeitpunkt des Überschreitens der CIR, werden zusätzliche Informationen sofort verworfen.Die Daten sind in diesem Fall neu zu übertragen.Sollte sich herausstellen, daß die CIR zu häufig überschritten wird, läßt sie sich vom Provider in der Regel ohne großen Aufwand erhöhen.

Unternehmen, die den Einsatz von Frame Relay erwägen, empfiehlt Borowka eine genaue Analyse der Kommunikationsströme zwischen den einzelnen Standorten, um herauszufinden, ob sich diese Investition auch lohnt.Außerdem spielt ihrer Meinung nach die Form des Lastaufkommens eine wichtige Rolle.Es stellt sich die Frage: Fließt ein konstanter Datenstrom, oder erfolgen die Übertragungen eher schubartig?Gerade für letztere Situation biete sich Frame Relay dank CIR und EIR an.

Ferner sollten Anwender laut Borowka darauf achten, daß der Provider einen Einwahlpunkt in akzeptabler Nähe zu den Unternehmensstandorten bietet.Ihr Tip: "Carrier sind unter Umständen ab einem gewissen Datenvolumen und bei einer entsprechenden Laufzeit eines Vertrages sogar bereit, Zugangspunkte speziell für Unternehmen einzurichten."

Faktoren, die noch vor einiger Zeit gegen Frame Relay sprachen, treffen nur noch bedingt zu.Immer mehr Carrier bieten entsprechende Services.Neben der Telekom sind beispielsweise die konkurrierenden neuen Carrier Otelo, Viag Interkom, aber auch Service-Provider wie Twinwave auf diesem Markt aktiv.Auch das Argument, die Technologie eigne sich kaum für Multimedia-Übertragung, ist überholt: Das Frame Relay Forum hat einen Draft entwickelt, der einen verzögerungsfreien Sprachtransfer über Frame Relay erlaubt.

FRAME RELAY

ist ein paketorientiertes Übertragungsverfahren, das im Gegensatz zum verwandten X.25 über keine Sicherheits- oder Fehlerkorrekturmechanismen verfügt.Dadurch ist der Protokoll-Overhead wesentlich geringer, die Performance besser.Frame Relay verfügt allerdings über einen relativ einfachen Mechanismus, um Überlasten entgegenzuwirken.