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12.07.1985 - 

Fraunhofer-Forum über Anwendung neuer Techniken:

Wandel von der Aufstiegs- zur Anpassungsbildung

STUTTGART (lo) - Die Arbeit In Büro, Verwaltung und Produktion läßt sich mit neuen Techniken freier gestalten. Voraussetzungen sind soziale Akzeptanz und ein wacher Blick für mögliche Konsequenzen. "Human factors in manufacturing" , eine internationale Konferenz in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft, Stuttgart, war Forum für diesen Themenkreis.

Computer- und Robotertechnik eröffnen den Betrieben Chancen der Automatisierung und Rationalisierung, die, nach Ansicht des Vorsitzenden des Verbandes der Metallindustrie Baden-Württemberg Hans Peter Stihl, genutzt werden müssen, um im internationalen Wettbewerb bestehen und auf Dauer sichere und wachstumsorientierte Arbeitsplätze bieten zu können. Das bedeute für die Sozialpartner, sich rechtzeitig auf Konsequenzen einzustellen, die in den Bereichen Arbeitsplatz- und Zeitgestaltung, Arbeitsmarktstruktur sowie Qualifikationsanforderungen sichtbar würden. Abzusehen sei, daß die zunehmende Automatisierung in erster Linie das ungelernte Personal ersetzen werde. Weiterbildung gelte daher als die wichtigste Investition in die Zukunft.

Selbst qualifizierte Arbeitskräfte könnten künftig nicht ohne berufliche Fortbildung auskommen. Vor allem seien Kenntnisse fremder Fachgebiete, intensive Zusammenarbeit sowie der Dialog bereits im Planungsstadium anzustreben. Beispielsweise müsse bei der Facharbeiterausbildung das Know-how in moderner Produktions- und Prozeßtechnik vermittelt und verlangt werden.

Ziel der Unternehmen sei es auch, arbeitsorientierte und kapitalintensive Alternativen zu einem Übergewicht gegenüber der einseitigen Technisierung zu entwickeln. Eine Produktions- und Investitionskontrolle durch erweiterte Mitbestimmung der Arbeitnehmer wäre aber weder möglich noch wünschenswert. Über bestimmte Vorschläge der Gewerkschaften ließen die Arbeitgeber jedoch mit sich reden. "Eine Mitbestimmung beim Was, Wie und Wofür der Produktion ist in unserer Wirtschaftsordnung schlechterdings aber nicht möglich", sagte Verbandsvorsitzender Stihl.

Im Mittelpunkt künftiger Beschäftigungspolitik ist nach Meinung des Vorstandsmitglieds der Gewerkschaft Metall Karl-Heinz Janzen der Wandel von der bisherigen Aufstiegs- zur erwarteten Anpassungsbildung zu sehen. Bei dieser Neuorientierung sei der Mensch als denkendes, leistungswilliges Individuum zu betrachten, das eine aktive Position gegenüber der Technikumwelt einnimmt. Rechner und Roboter blieben lediglich Hilfen des steuernden, kontrollierenden Menschen.

Eine Möglichkeit, humanes, kreatives Arbeiten zu verwirklichen, bestehe auch in höherwertiger Gruppenarbeit. Dazu seien in einem Arbeitssystem mehrere Arbeitspositionen mit unterschiedlichen Inhalten nach arbeitswissenschaftlichen Gesichtspunkten zusammenzufassen. Die Mitarbeiter der Gruppe sollten zum einen gegenseitig die Inhalte der unterschiedlichen Arbeitspositionen beherrschen, zum anderen rotierend die Arbeitsplätze wechseln. Solche Gestaltungsformen ermöglichten allerdings nur Lösungsansätze, die in gleicher Weise Belastungsausgleich, zumutbare Leistungsanforderungen sowie Qualifikationserweiterung und Kompetenzförderung umfassen.