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OSI-Produkte vom Scheitel bis zur Sohle verfügbar:


14.10.1988 - 

Wang: Ankündigung mit OSF-Beitritt garniert

BRUSSEL (sch) - Nach anfänglicher Skepsis gegenüber der Open Software Foundation (OSF) sucht nun auch Wang in dieser Gruppierung nach einem gemeinsamen Unix-Nenner. Neben seinem OSF-Beitritt rückte der Anbieter aus Lowell in Brüssel seine neuen und zum großen Teil sofort verfügbaren OSI-Produkte in den Vordergrund.

In Sachen Open Systems Interconnection bleibt aus Wang-Sicht nicht mehr viel offen: VS Wosis Core - Wosis steht für Wang Open Systems Interconnection Services - implementiert die Ebenen 1 bis 6 des OSI-Schichten-Modells. Dabei entspricht die Transportschicht den Normen der International Standards Organization (ISO) 8072/8073 und den CCITT-Empfehlungen X.214/224. Das Wang-eigene Softwarepaket, das auf VS-Rechnern läuft, schließt Trace-Funktionen auf der Anwendungs-Schnittstellenebene ein und bietet Kontroll- sowie Aufzeichnungsfunktionen für OSI-Systeme.

In eigener Regie Programmentwicklung

Bei der zweiten Komponente mit der Bezeichnung VS Wosis Transport and Session Services handelt es sich um eine offene Programmschnittstelle, die für den Zugriff auf Wang-Anwendungen oder "fremde" Applikationen gedacht ist. Sie implementiert die OSI-Session-Schicht beziehungsweise bildet die Normen ISO 8326/ 8327 und CCITT X.215/225 ab. Der nach Wang-Angaben springende Punkt dieses Programmangebots: VS Wosis Transport and Session Sevices erlaubt es, Anwendungsprogramme in verschiedenen Sprachen zu entwickeln sowie Daten über OSI-Netzwerke auszutauschen.

Auch beim Message-Handling nach X.400 kann Wang neuerdings ein Wort mitreden. Für das standardisierte Electronic Mail bietet das Wang-Gateway-Produkt die automatische Umsetzung von Wang WP und WP Plus Dokumenten in Formate, die für den Druck und die Bildschirmdarstellung auf X.400-Anlagen geeignet sind sowie die Integration von Nicht-Wang-Office-Anwendern in das Wang-Office-Teilnehmerverzeichnis. Die Support von X.500 kommt demnächst ebenfalls an die Reihe.

Auch LU6.2 und APPC im Blickfeld

Über sein OSI-Engagement hinaus hat das unter anderem mit Textverarbeitungssystemen groß gewordene Unternehmen Big Blue nicht aus den Augen verloren. Neue Wege zeigt Wang bezüglich der von IBM kreierten und zum Standard avancierten Schnittstelle LU6.2 auf - zum einen über VS Access APPC (Advanced Program to Program Communications) und zum zweiten mit Hilfe von VS Access LU6.2 Services. Mainframe-Benutzer erhalten auf diese Art und Weise Zugang zu VS-Systemen. Nach weiteren Angaben des Office-Automation-Anbieters können Programmierer komplexere Anwendungsprogramme schreiben, die transparent ohne Mehrfach-Meldungen und Terminalemulationen arbeiten. Für die 3270-Kommunikation wartet Wang mit Erweiterungen für das Softwarepaket VS Access/3270, unter anderem zur Unterstützung der IBM-Betriebssystemumgebungen MVS, VM und DOS/VSE auf.

Außerdem war im Rahmen des Connectivity-Rundumschlags bezüglich TCP/IP und ISDN erwähnenswert: Wang VS TCP Interconnect, das auch die mögliche Verlagerung von TCP/IP zu OSI unterstützt, ist in greifbare Nähe gerückt. Bei ISDN, in das die VS-Systeme und die PC-Serie 200/300 einbezogen werden sollen, nimmt Wang derzeit an einschlägigen Versuchen mit der McDonalds Corporation, Illinois Bell und GTE Florida teil.

Mit der OSF - dem letzten wichtigen Thema auf der Veranstaltung im Brüsseler Wang-Headquarter für Europa - hatte Wang ursprünglich nicht viel im Sinn. Kenneth A. Olisa, Vice President der weltweiten Marketing-Aktivitäten von Wang, bemängelte in diesem Zusammenhang die "agressiven Ziele" der Organisation und die mögliche Spaltung der Unix-Welt. Wohl in erster Linie, um den Zug nicht zu verpassen und die Kunden besser informieren zu können, sattelte das Unternehmen aus Lowell/ Massachusetts dann aber doch und zwar verhältnismäßig schnell um. Die Begründung für die Kehrtwendung lautet: "Es ist besser in die OSF einzutreten und die Entwicklung zu beeinflussen, als tatenlos zuzusehen." Für die OSF-Mitgliedschaft habe auch die "Tatsache" gesprochen, daß zwischen AT&T nebst Sun Microsystems und der OSF eine Annäherung unter dem Stichwort "Unix Convergence" stattgefunden habe.