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17.09.1982 - 

US-Mutter baut auf deutsche Tochter in einem "vielversprechenden Markt mit unheimlichem Potential":

Wang-Management korrigiert Umsatzzahlen

17.09.1982

FRANKFURT (CW) - Ein peinlicher Lapsus unterlief der Wang Deutschland GmbH: Ein Jahr lang hat das Unternehmen die Öffentlichkeit in dem Glauben gelassen, im vergangenen Geschäftsjahr zum 30. Juni 1981 Umsatzerlöse in Höhe von 105 Millionen Mark erwirtschaftet und damit die überdurchschnittlich gute Zuwachsrate von 62 Prozent erzielt zu haben. Diese Erfolgsmeldung mußte man jetzt zurücknehmen: Nicht die Umsätze wären gemeint gewesen, sondern die Auftragseingänge. Die Umsatzsteigerungsrate betrug nach den neuen Angaben 31 Prozent, für das Jahr '82 noch 22 Prozent.

Dies erklärte jetzt der seit 1. Juli 1982 amtierende Geschäftsführer der Wang Deutschland GmbH und Bereichsleiter Zentraleuropa, Han van de Ven, vor Journalisten in Frankfurt. Auf einer Bilanzpressekonferenz bemühte sich das Management des TV-Anbieters, "Mißverständnisse" der Vergangenheit zu korrigieren.

Schuld an der Konfusion sei, so betont der frisch ernannte Pressesprecher, Jens Loewenhardt, der Usus der Amerikaner, statt von "Revenues", also Umsätzen, immer von "Bookings", also Auftrageingängen, zu sprechen. Diese sich auch noch in anderen Punkten von den deutschen Geschäftsgewohnheiten unterscheidende Mentalität des ehemaligen Wang-Chefs Richard J. Connaughton sei schließlich auch, so sind sich Kenner der Frankfurter DV-Szene einig, einer der Hauptgründe für das Scheiden des Deutschland-Bosses gewesen.

Aber auch in anderen Bereichen habe sich die deutsche Wang vergaloppiert. So ließ sich beispielsweise auf der Hannover-Messe selbst die mit immensem Aufwand betriebene Bürokommunikations-Show nicht genügend gut verkaufen.

Potentielle Textverarbeitungsanwender seien, räumt das Wang-Management heute ein, durch die Aktivitäten eher verschreckt worden.

Obwohl jedoch auch die ursprüngliche Zielvorgabe einer Umsatzsteigerung von 30 Prozent im Geschäftsjahr 1981/82 (zum 30. Juni) nicht realisiert werden konnte - "die Dollar-Stärke hat ihre Spuren hinterlassen" -, gibt sich der neue Wang-Chef für das jetzt laufende Geschäftsjahr recht zuversichtlich: Man habe ein Umsatzplus von 25 bis 30 Prozent eingeplant. Seinen Optimismus begründet van de Ven nicht zuletzt mit kräftigen Investitionen in technischeAusstattungen der Niederlassungen, mit dem Einzug in die neue Hauptverwaltung im Euro-Haus sowie dem Ausbau eines neuen Schulungszentrums, in dem Wanghersteller- und systemunabhängig ausbilden will.

Von den bereits angekündigten neuen Produkten "Professional Computer", "Alliance" und "WangNet" erwartet sich die Gesellschaft für das laufende Geschäftsjahr noch keine wesentlichen Umsatzimpulse. Lediglich der Auftragseingang werde profitieren. Die Vertriebsfreigabe für den "Professional Computer" wird im März 1983 erwartet. Danach, so hofft der neue Marketing- und Verkaufsdirektor Dieter Basziszta, werde man innerhalb von zwölf Monaten rund 5000 Geräte an den Mann bringen können. Ihren Auftragsbestand per Jahresmitte 1982 gibt die Wang Deutschland GmbH mit 48 (Vorjahr 38) Millionen Mark an. Die Umsatzeinnahmen für das Geschäftsjahr beziffert sie auf 104 Millionen Mark, was einer Steigerungsrate von 22 Prozent entspricht.