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03.06.1983 - 

Responsezeiten der34 führten zu Herstellerwechsel:

Wang schlägt IBM aus dem Rennen

PUCHHEIM (CW) - Eine Umstellung ihrer Individual- und Standardsoftware von einer IBM /34 auf die Wang VS80 führte die Deutsche Doka Schalungstechnik GmbH aus Puchheim durch. Den Entschluß zu diesem Herstellerwechsel faßte die Konzernleitung im Februar 1982, nachdem sich die Datenfernübertragung sowie Responsezeiten der /34 für das Unternehmen als nicht mehr tragbar erwiesen hatten.

Im Frühjahr 1976 installierte die Deutsche Doka eine IBM /32 als Einstiegsmodell. Diese wurde im Zuge der Expansion nach zweieinhalb Jahren durch eine /34 mit 256 KB Hauptspeicher, 128 MB Platte, zwei Bildschirmen und zwei Druckern der Serie 5211 ersetzt. Erste Schwierigkeiten ergaben sich nach dem Einsatz des Release 7.0.

Bei mittlerweile fünf angeschlossenen Bildschirmen sanken die Responsezeiten in den Keller. Als im Herbst 1980 in der Zweigniederlassung Stuttgart ein Remote-Bildschirm über Datex-L angeschlossen wurde, brach das System nach Angaben aus dem Unternehmen regelmäßig zusammen.

Sowohl IBM-Berater als auch Vertreter der Bundespost schlugen zur Lösung des Problems den Wechsel auf Datex-P vor.

"Nach erfolgter Umstellung lief erst recht nichts mehr", ärgert sich Bernd Funk, DV-Chef der Deutschen Doka. "Zwischen zehn und zwölf Abbrüche waren täglich zu verzeichnen, die Anlage mußte fast jedesmal mit IPL hochgefahren werden." Jetzt rieten die Datex-P-Fachleute der IBM den Puchheimern zu einer Anlage der Serie 4300. Dieser Rechner sei jedoch zu groß gewesen, so DV-Leiter Funk, außerdem habe die österreichische Doka aus Amstetten bei ihrer Umstellung von der Serie /3 auf eine 4341 auch Schwierigkeiten bei der Konvertierung ihrer RPG II-Programme in Cobol gehabt. So entschieden die Doka-Manager im Februar 1982 den Wechsel auf einen anderen Hersteller.

Bei den nun folgenden Tests auf Rechnern verschiedener Hardwarelieferanten hatte nach Angaben des Puchheimer DV-Chefs eindeutig Wang "die Nase vorn". Auf der im Juli 1982 installierten Wang VS80 mit 256 K und 75-MB-Platte konnten dann auch alle Batch-Programme der Deutschen Doka - rund 80 Prozent des Gesamtbestandes - eins zu eins übernommen werden. Die DFÜ- und Dialogprogramme erstellte das Puchheimer DV-Team neu.

Bei den Prozeduren sei die Übernahme an Kleinigkeiten gescheitert, meint DV-Chef Funk, wie etwa an der Formularnummer, die bei IBM vierstellig, bei Wang jedoch nur mit drei Stellen vorgesehen war.

Nach viermonatigen Arbeiten war die Umstellung im November 1982 abgeschlossen. Seitdem laufe die tägliche DV zirka um den Faktor sechs bis acht schneller als auf der IBM /34, begeistert sich Funk, und hat dafür ein Beispiel parat: "135 Batch-Programme, in RPG II von Diskette eingelesen, wurden von der Wang VS80 in 25 Minuten lauffähig übersetzt. Die /34 compilierte an einer Source rund zwanzig Minuten." Angetan ist Funk auch von den Wang Dienstprogrammen.

Nach ihren bisherigen Erfahrungen möchten die DV-Verantwortlichen des Puchheimer Unternehmens innerhalb der nächsten drei Jahre ihre sieben Niederlassungen mit Datex-P verbinden. Funk liebäugelt nach eigenen Worten auch bereits mit einer VS100.