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11.04.1986 - 

Selbstgestrickte Benchmarks sollen Konkurrenz entlarven:

Wang startet 32-Bit-Rundschlag

LOWELL/FRANKFURT (CW) - Wang hat zwei 32-Bit-Rechner vorgestellt, die dem Hersteller zufolge ihre Programme bis zu viermal schneller verarbeiten als die Microvax II von Digital Equipment. Die beiden Standmodelle unter den Typenbezeichnungen VS 5 und VS 6 sollen um 33 000 beziehungsweise rund 55 000 Mark kosten und mit den anderen Maschinen der Wang-VS-Serie softwarekompatibel sein.

Die Systeme seien als Abteilungsrechner, für kleinere Betriebe und für verteilte DV konzipiert, teilt Harold Ano mit, Wang-Vizepräsident für Produktplanung. Die ersten Reaktionen von Kundenseite fallen anscheinend positiv aus. Wir haben 22 Maschinen des Typs VS 5 bestellt, um damit die gleiche Anzahl von VS 25 in unseren Zweigstellen zu ersetzen", sagte Neil O'Brien, Direktor für Systeme und Programmierung bei MONY Financial Services in Syracuse im US-Bundesstaat New York. Die VS 25 erlaube nur den Zugriff auf interne Festplattenspeicher, während die VS 5 auch die Arbeit mit externen Massenspeichern zulasse und darüber hinaus auch noch billiger und kleiner sei als der VS 25.

VS gegen Microvax: In Cobol gewonnen

Um die Leistungsfähigkeit der neuen Systeme zu demonstrieren, ließ Wang eine mit 2 MB Arbeitsspeicher bestückte VS 6, an die acht intelligente Terminals angeschlossen waren, im Vergleich gegen das größte Microvax-II-Modell mit 9 MB und acht VT220-Terminals laufen. Die VS 6 führte eine Reihe von Tasks in etwas mehr als einer Minute zu Ende, während die Microvax dazu mehr als fünf Minuten benötigte. Die Tests, von Wang entwickelt, enthielten Cobol-Programme wie auch solche für Bürokommunikation. "In einer Fortran-Umgebung hätte die Microvax natürlich besser abgeschnitten", räumte ein Wang-Pressesprecher ein. DEC verweigerte eine Kommentierung dieser Ergebnisse, solange Wang nicht den genauen Inhalt der Tests bekanntgebe.

Nach Ansicht von Vincent Flanders, Redakteur des Magazins Access '86, das sich mit Wang-Systemen befaßt, versuchte der Hersteller mit diesen Tests nachzuweisen, daß die Microvax II eine technisch-wissenschaftliche Maschine sei und DEC sie daher fälschlich als Bürokommunikationsprodukt vermarkte. Wang-Systeme seien in einer solchen Umgebung klar überlegen, meinte Flanders. "Ich hatte geglaubt, sie verkauften die Software für die neuen Systeme etwas günstiger, aber gegen DEC und Data General sind sie immer noch sehr konkurrenzfähig und IBMs System /36 und den 36-PC schlagen sie aus dem Feld."

Beide neue Systeme bieten optional ein Ferndiagnosepaket an, mittels dessen Hard- und Softwareprobleme per Telefon analysiert werden können. Die 32-Bit-Maschinen führen dem Vernehmen nach eine Mikroinstruktion in 480 Nanosekunden (VS 5) beziehungsweise 200 Nanosekunden (VS 6) aus. Sie sind beide mit einem 16-Bit-Busprozessor für die Ein- und Ausgabe bestückt, der die CPU entlastet.

Die VS 5 wird die VS 15 in einigen Fällen verdrängen, sagte Ano. Zwar hat die neuere Maschine nur drei Erweiterungssteckplätze gegenüber fünf bei der VS 15, aber sie könne die Low-end-Konfigurationen der VS 15 direkt ersetzen; das mache etwa 80 Prozent des Marktes aus.

Die VS 15 unterstützt bis zu acht User und insgesamt 16 Peripheriegeräte. Sie enthält 1 MB Speicher, einen Floppydrive, Anschlußmöglichkeit für bis zu 2,5 Gigabyte an externem Massenspeicher und vier Datenkommunikationsleitungen. Als Optionen bietet der Hersteller ein weiteres MB Hauptspeicher, eine zweite interne 67-MB-Platte, ein Laufwerk für 1/4-Zoll-Kassetten mit 14 MB Kapazität und alle gegenwärtig verfügbaren externen Massenspeicher der VS-Serie an.

Bei der VS 6 handelt es sich im Prinzip um eine VS 65 mit auf 16 Benutzer und 24 Peripherieeinheiten reduzierten Anschlußmöglichkeiten. Sie ist ausgerüstet mit einem 1-MB-Speicher, einer 67-MB-Festplatte, einem Diskettenlaufwerk mit 1,2 MB Kapazität und der Möglichkeit, bis zu 2,5 Gigabyte externe Plattenkapazität anzuschließen. Der Speicher läßt sich bis 4 MB ausbauen; maximal acht Datenkommunikationsleitungen sind anschließbar.

Durch den Austausch der Zentraleinheit wird für 11 000 Dollar eine VS 5 zur VS 6 hochgerüstet. Der Upgrade von der VS 6 zur VS 65 beläuft sich auf 16 000 Dollar. Wie die deutsche Wang-Niederlassung mitteilt, arbeiten an den beiden neuen Maschinen auch sämtliche derzeit für Wang-VS-Computer angebotenen Ausgabegeräte und Bildschirmarbeitsplätze einschließlich des seriellen Daten- und Textverarbeitungsterminals 4230 DP/WP.