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04.05.1990 - 

US-Mini-Hersteller mit hohen Quartalsverlusten

Wang und Data General haben Talsohle nicht durchschnitten

LOWELL/WESTBORO (CW) - Die beiden alteingesessenen Minicomputer-Hersteller Wang und Data General sind beredte Zeugen für den Wandel auf dem amerikanischen Computermarkt: Während andere amerikanische DV-Anbieter, die beispielsweise auf PCs und Unix-Rechner setzen, bessere Quartalsergebnisse vorlegten, geht es den im klassischen MDT-Geschäft tätigen Unternehmen schlechter als zuvor.

Die Wang Laboratories Inc. leidet auch im dritten Quartal ihres Geschäftsjahres (31. März) weiter an galoppierendem Umsatzrückgang. Außerdem muß der Hersteller wegen einer angefallenen außerordentlichen Belastung und Verlusten im operativen Geschäft mit tiefroten Zahlen rechnen; so jedenfalls äußerte sich Richard W. Miller, Chairman, Präsident und Chief Executive Officer von Wang, gegenüber dem "Wall Street Journal".

Die einmaligen Ausgaben seien vor allem in Zusammenhang mit dem Verkauf einiger Unternehmensbereiche wie der Leasing-Tochter "Wang Financial Information Services Corp." und anderer "nicht strategischer" Konzern-Teile angefallen, durch die die Liquidität des Unternehmens verbessert und die Schulden verringert werden sollten. Nach den Verkäufen will das Unternehmen seine Bankschulden von 575 Millionen auf 65 Millionen Dollar drücken.

Bis Juni sollen 2000 Mitarbeiter gehen

Miller erklärte daß der Umsatzrückgang im dritten Quartal den Einbruch des ersten Halbjahrs von 13 Prozent noch übertreffen werde. Im Vergleichquartal des Vorjahres hatte der Mini-Hersteller bei einem Umsatz von 721,4 Millionen einen Nettoverlust von 63,7 Millionen Dollar ausweisen müssen.

Allerdings weigerte sich Miller, etwas über den aktuellen Stand der Einkünfte zu sagen. Gegenüber dem amerikanischen Finanzblatt erklärte er lediglich, daß "die Resultate die schlechte Situation der gesamten Mini-Computer-Industrie widerspiegeln". Der Absatzrückgang hatte dem Wang-Chairman zufolge im Januar und Februar seinen Höhepunkt, als sich die Vertriebsmannschaft auf bestimmte Kundensegmente wie Banken, Rechtsanwalts-Büros und Versicherungen konzentriert hatte. "Das brachte einen Verlust an Stoßkraft", bedauerte Miller. Im März und auch im April habe sich die Situation jedoch wieder verbessert.

Bis Ende Juni will das Unternehmen außerdem, so Miller weiter, die Beschäftigtenzahl von heute 22 000 auf 20 000 reduzieren. Vor einem Jahr, als der jetzige Chairmann die Sanierung des angeschlagenen DV-Herstellers in Angriff nahm, beschäftigte der Konzern noch etwa 31 000 Leute.

David Mc Worther, Direktor für elektronische Bildverarbeitung bei Wang, hat das Unternehmen allerdings freiwillig verlassen. Insider sehen darin einen schweren Rückschlag für Wangs Ziel, den im MDT-Geschäft wegbrechenden Umsatz verstärkt mit ihrer "paperless office technology" aufzufangen. Nach dem Dafürhalten von Experten verfolgt Wang in diesem Bereich ein sehr vielversprechendes Konzept, dessen Markterfolg jetzt allerdings in Frage gestellt sei.

Allen Unbill zum Trotz weiß sich der Wang-Sanierer Miller jedoch immer noch auf dem richtigen Weg: "Wang wird im operativen Geschäft sehr nahe an den Break-even herankommen." In dieser Rechnung sind die Zinskosten für das im Juni endende vierte Quartal allerdings nicht berücksichtigt. Im vergangenen Jahr beschloß das Unternehmen das letzte Quartal mit einem Rekordverlust von 374 Millionen Dollar.

Auch das Zwischenergebnis des anderern krisengeschüttelten amerikanischen Mini-Herstellers, der Data General Corp., berechtigt zu wenig Hoffnung. Der Konzern fuhr im zweiten Quartal (31. März) einen Verlust von 8,6 Millionen Dollar ein. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres strich Data General dagegen noch sieben Millionen Dollar ein. Der Umsatz ist ebenfalls rückläufig. Er sank von 343 Millionen im Vorjahr um 8,2 Prozent auf 315 Millionen Dollar im gerade beendeten Quartal.

Der bei Dean Witter tätige Analyst Jay P. Stevens hatte jedoch ein noch schlechteres Ergebnis erwartet: "Die Verluste sind nicht so hoch, wie ich gedacht hatte." Der Data-General-Boss, Ronald Skates, sieht die Lage seines Unternehmens verhalten positiv: "Die Resultate des zweiten Quartals liegen über denen des ersten, und wir erwarten auch, daß die zweite Hälfte des Geschäftsjahres besser verläuft als das erste Halbjahr." Man habe, so Skates weiter, die richtigen strategischen Schritte getan, um wieder zu wachsen und profitabel zu arbeiten.