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Nach OEM-Abkommen mit IBM


05.07.1991 - 

Wang will sich von 4000 Leuten trennen

LOWELL (CW) - Ein neuer radikaler Personalabbau steht der Wang Laboratories Inc. ins Haus. Nach dem gerade getroffenen Vertriebsabkommen mit der IBM plant der finanziell schwer angeschlagene Minicomputer-Hersteller nun die Entlassung von 3000 bis 4000 Mitarbeitern. Dies sind mehr als 20 Prozent der derzeitigen Belegschaft

In den vergangenen drei Jahren haben die Wang Labs ihren Personalbestand bereits fast um die Hälfte abgebaut. Standen 1988 noch 31 500 Mitarbeiter auf der Lohnliste des Minimakers, so sind es derzeit nur noch 17 500. Mit den neuerlichen Entlassungen, die zu gut 50 Prozent das Hauptquartier in Massachusetts treffen, sollen weiter Kosten reduziert werden. Noch immer nämlich ist Wang weit von der Gewinnzone entfernt.

Allein für das vierte Quartal, das gerade endete, gehen US-Analysten von einem Verlust von 100 Millionen Dollar aus. Dieser indes würde sich freilich immer noch besser lesen als der Minusbetrag vom Vorjahresquartal, der sich aufgrund einer Umstrukturierungsbelastung von 441,6 Millionen Dollar auf 496,7 Millionen Dollar belaufen hatte.

Von den Entlassungen könnten vor allem Mitarbeiter im Hardwarebereich betroffen sein.

Nach dem beschlossenen Deal mit dem Cornputerriesen IBM, der Wang zum Distributor von Big Blues Rechnern RS/6000, PS/2 (unter eigenem Label) und AS/400 (unter IBM-Label) macht, erwarten Markt-Insider nun eine Reduzierung der unternehmenseigenen Minicomputer-Fertigung.

Diese Vermutung bestätigt auch das jetzt verkündete Ausscheiden von Horace Tsiang, 11 bisher Chief Research and Development Officer. Der 49jährige, laut Wall Street Journal" einst Protegé des im vergangenen Jahr gestorbenen Firmengründers An Wang, gilt als Spezialist in Sachen Hardware-Entwicklung. Deshalb hatten US-Analysten als erstes mit seinem Weggang gerechnet, als der Deal mit IBM publik wurde.

Einen Nachfolger für Tsiang gibt es noch nicht. Von den Wang Labs verlautete, man habe die Personalberatungsgesellschaft Spencer Stuart Inc. beauftragt, einen neuen Entwicklungsdirektor zu suchen. Dieser, so die Vorstellung von Wang. Chairman Richard Miller, soll ein Kenner der Softwareszene sein und Erfahrung mit dem In. dustriestandard mitbringen. Bis er gefunden ist, will Miller selbst der R&D-Abteilung vorstehen, obwohl er, so das "Wall Street Journal", über keinerlei Entwicklungs-Know-how verfügt,

Nach Auskunft des Wang. Chairmans setzt sich das Unter. nehmen nunmehr aus drei Divisions zusammen. Die Information-Systems-Division unter Leitung von Executive Vice-President Joseph M. Tucci soll die VS und die IBM-Produktlinie vermerkten, die Personal-Computer-Systems-Division unter Leitung von Senior Vice-Presiden James J. Hogan hat den PC-Vertrieb an Händler zur Aufgabe, und in der Office-2000-Division schließlich, von der Miller das größte Wachstum in der Zukunft erwartet, dreht sich alles um Software-Entwicklung und -strategie einschließlich Bildund Dokumentenverarbeitung. Ihr steht William P. Ferry vor.