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06.09.2002 - 

Für und Wider des Lizenzmodells für die z-Series

Wann und wie WLC etwas bringt

06.09.2002
MÜNCHEN/SAN FRANCISCO (qua/IDG) - Das auf die z-Series-Maschinen von IBM zugeschnittene Lizenzmodell "Workload License Charge" (WLC) ist nach wie vor Gegenstand heißer Diskussionen. Auf dem jüngsten Treffen der Anwenderorganisation Share in San Francisco wurde deutlich, dass nicht alle Nutzer per se davon profitieren.

Das mit den z-900-Mainframes im Oktober 2000 eingeführte WLC soll den Anwendern der jüngsten IBM-Jumbos helfen, ihre Softwarelizenz-Kosten zu reduzieren: Der Kunde kann die Nutzung seiner IBM-Software auf eine oder mehrere logische Partitionen (LPARs) in selbst zu definierender Größe beschränken. Als Grundlage für die WLC-Berechnung gilt - im Gegensatz zur für ältere Mainframe-Systeme gültigen "Parallel Sysplex Licence Charge" (PSLC) - nicht die Kapazität der Gesamtmaschine, sondern die der genutzten Partitions. Prognostizierte Einsparungen von bis zu 30 Prozent lassen sich allerdings nur auf Großsystemen mit mehr als 5000 MIPS realisieren, so haben Gartner und Giga Information Group eruiert (CW 23/02, Seite 10).

Manchmal ist PSLC billiger

Bis zum Juni dieses Jahres war das WLC für alle z-Series-Anwender obligatorisch. Nun haben die Kunden die Wahl - und sie sollten sich die Entscheidung genau überlegen. Nur wer Kapazitätsanforderungen und Softwarenutzungs-Verhalten seines Systems sehr genau kenne, sei in der Lage, zu entscheiden, welche Tools er in welcher Mainframe-Partition betreibe, räumte die IBM auf dem Share-Treffen ein.

Wegen der komplizierten Anwendung des Modells hatten sich schon hochkarätige Mitglieder der deutschen Anwendervereinigung GSE beklagt (CW 10/02, Seite 14). Schließlich ist eine geschickte Aufteilung der Software auf die logischen Hardwarebereiche die Voraussetzung für eine spürbare Kostenentlastung. Dass es sich dabei um keine triviale Aufgabe handelt, bestätigt auch der für Zentraleuropa zuständige z/OS-Produktmanager Jürgen Ley: Wird die jeweilige Partition zu groß gewählt, bleibt Sparpotenzial ungenutzt, ist sie zu klein, reicht die verfügbare Kapazität unter Umständen nicht aus. Die Folge sind Performance-Engpässe

"Wir machen uns Sorgen, dass die Anwender ohne eine komplette Analyse ihrer Situation eine übereilte Entscheidung treffen und zu früh auf WLC umsteigen", bekannte die für die Softwarepreisgestaltung unter dem Betriebssystem z/OS zuständige IBM-Managerin Marcy Nechemias. Auf diese Weise ende das Lizenzmodell für so machen Anwender in einer Enttäuschung - und der Weg zurück zu sei versperrt.

Ley relativiert diese Aussage: "Mit WLC steht sich der Kunde auf keinen Fall schlechter als mit PSLC" - nennt aber eine Ausnahme: Nutze ein Kunde den Rechner nur "minimalst" aus, so habe er nun die Möglichkeit, das PSLC-Modell mit einer Usage Licence Charge (ULC) zu nutzen. In diesem Fall zahle er weniger als mit einem WLC-Vertrag.

Unter dem Dach des WLC sind de facto mindestens zwei unterschiedliche Methoden der Lizenzberechnung zusammengefasst: In seiner Urfassung wurden die Maximalkapazitäten der definierten Partitions als Grundlage heranzogen. Die überarbeitete Fassung hingegen bemisst die Nutzungsgebühr an der tatsächlichen Workload der definierten Partitions, die rollierend in einem Zeitraum von vier Stunden gemessen wird. Wie Ley erläutert, wird der vom Kunden zu zahlende Lizenzbetrag jeden Monat neu ermittelt. Er bemisst sich an der höchsten über vier Stunden gemessenen Durchschnittsauslastung des vorhergehenden Monats. Daraus ergibt sich für den Anwender ein hoher Unsicherheitsfaktor - vor allem, wenn dessen Softwareauslastung starken Schwankungen unterliegt .

Einen Teil dieser Unsicherheit können interessierte z-Series-Eigner aber im Voraus ausräumen. Um die jeweilige Workload der logischen Partitionen messen zu können, verwenden die WLC-Nutzer ein kostenlos aus dem Internet ladbares IBM-Programm, das sich laut Ley in einer Stunde einrichten lässt. "Ich empfehle allen Kunden dringend, es zu installieren und sich schon einmal anzusehen, wie sich die neue Regelung auf ihre Lizenzkosten auswirkt", lautet der Rat des IBM-Managers. Einige Unternehmen täten das bereits - mit zufriedenstellenden Ergebnissen. Die ersten Abrechungen nach dem neuen Modell werden im September erstellt.