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SQL als Basis für unternehmensweites Informationsmanagement Ó la IBM


27.09.1991 - 

Warehouse-Konzept soll Daten aus heterogenen Umgebungen bündeln

MÜNCHEN (gfh) - Die Verpackung lockt den Käufer. Gemäß diesem Motto wickelt Big Blue seine Produkte in ein buntes, futuristisches Konzept.

Nach den noch nicht realisierten Konzepten SAA und AD/Cycle wirbt IBM nun mit einem "Information Warehouse". Dahinter verbirgt sich ein unternehmensweites Informationskonzept für verteilte DV-Umgebungen auf der Basis von DB/2 und der Datenbanksprache SQL. Vorsichtig geworden mit großen Entwürfen, reiht die IBM ihr Information Warehouse in die Kategorie "Trends" ein. Die Armonker versprechen den Anwendern die Möglichkeit unternehmensweiter Integration von Informationen über die Grenzen unterschiedlicher Hardware, Datentypen, Zugriffstechniken und Speichermethoden hinweg.

Konkret geht es darum, den Anwendern die Möglichkeit zu geben, mit Decision-Support-Systemen (EIS) oder Spreadsheets auf alle Informationen im Unternehmen zuzugreifen, egal wie und wo die entsprechenden Daten abgelegt sind. Hierfür bedient sich die IBM der Datenbanksprache SQL.

Für den Zugriff zwischen den hauseigenen relationalen Datenbanksystemen und dem Information Warehouse dient die SAA-CPI-Schnittstelle. IBMs verteilte Datenbanken werden über die Distributed Relational Database Architecture (DRDA) verbunden. Für Unternehmen, die noch keine IBM-Kunden sind, ihre Daten in nicht-relationalen Datenbanken ablegen oder spezifische Datenformate verwenden, haben sich die Armonker die Hilfe der Information Builders Inc. gesichert.

Der IBM-Partner bringt ein Produkt mit der Bezeichnung "Enterprise Data Access/SQL" (EDA/SQL) in das Warehouse-Konzept ein, mit dessen Hilfe es möglich sein soll, auf heterogene Systeme, wie etwa auf DECs Rdb, zuzugreifen.

Das Tool erlaubt darüber hinaus SQL-Abfragen auf hierarchische DB-Systeme sowie auf Informationen, die im IMS- oder VSAM-Datenformat abgespeichert sind.

Auch die Antwort, so verspricht der Hersteller, sieht aus, als käme sie von einem relationalen Datenbanksystem. Das bedeutet, daß klassische SQL-Anwendungen auf Daten angewandt werden können, die zum Beispiel in einer IMS-Datenbank abgelegt wurden.

Eine Analogie zum Repository von AD/Cycle

Ein zweites Ziel von Information Warehouse ist es zu verhindern, daß EIS-Anfragen die für die Produktion wichtigen Tabellen belegen und so die tägliche Arbeit behindern. Um das zu verhindern, werden die Informationsdaten getrennt von den Produktions- beziehungsweise Transaktionsdaten im Information Warehouse gespeichert.

Marktbeobachtern fällt am Information Warehouse vor allem die Analogie zur Repository-Komponente von IBMs Software-Entwicklungskonzept AD/Cycle auf. Wie der Repository Manager enthält auch das neue Konzept neben den reinen Daten Hinweise auf ihre Herkunft und Erstellung, die im dazugehörigen Informationsmodell abgelegt werden.

Die Parallele ist nicht zufällig. Wie dort stammt das Informationsmodell von IBMs AD/Cycle-Partner Bachman Information Systems Inc., Burlington/Massachusetts. Dieses Modell enthält die Richtlinien zur Nutzung der Metadatenbank "Repository Manager". Im Falle des Warehouse-Konzeptes handelt es sich um Regeln für die konzeptkonforme Erstellung von DB2-Tabellen. Kein Wunder, daß das Information Warehouse die Daten von AD/Cycle-Produkten sowie von Big Blues DV-Management-Architektur Systemview nutzen kann.

Eine weitere Parallele zu AD/Cycle ist, daß die IBM auch für die Realisierung dieses Konzepts auf Partner angewiesen ist. Zum engen Kreis der "International Alliance Partner for Information Warehouse" gehören neben Information Builders und Bachman die Knowledgeware Inc., Easel, die Intersolv Inc. und Metaphor Computer Systems.

Kritiker, wie der Branchendienst "Online Info", bezeichnen das Warehouse-Konzept als trojanisches Pferd. Sie befürchten einen "Angriff auf den von Fremdherstellern bestimmten Anwendungsmarkt". Ein solcher werde möglich, weil das Warehouse-Konzept mit der Trennung von Produktions- und Informationsdaten auch die Daten von den in der Regel von Drittherstellern stammenden Anwendungen löst und über SQL in eine IBM-Umgebung bringt. Die intimen Kenntnisse dieser Umgebung könnten Big Blue Vorteile verschaffen, wenn es darum geht, die Informationsdaten optimal zu nutzen

17 Unternehmen haben Produkte angekündigt

Mit AD/Cycle und Systemview hat die IBM bereits erste Produktgruppen für das Warehouse vorgesehen. Bereits angekündigt ist die Executive Information Software AS. Sie wird mit ähnlichen Produkten vom SAS Institute oder Comshare konkurrieren, die ebenfalls das Information-Warehouse-Konzept unterstützen. Insgesamt haben bisher 17 Unternehmen Produkte für das neue IBM-Konzept angekündigt. Darunter finden sich Unternehmen wie Borland, Lotus, Microsoft und Parcplace.