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11.08.1978 - 

Anwenderbericht Karstadt AG, Essen:

Warenwirtschaft mit OCR und Handlesern

ESSEN - Bei der Karstadt AG, Essen, werden die Daten für eine funktionierende Warenwirtschaft mit OCR erfaßt. Reinhard Schmidt, Mitarbeiter der Organisationsabteilung des Kaufhauses, berichtete anläßlich des zweiten OCR-Forums am 9. 6. 78 in München ausführlich über diese Anwendung. Eine Sammlung aller Referate der Veranstaltung soll ab Herbst 78 als Broschüre beim OCR-Forum* in München zu beziehen sein. Hier eine Kurzbeschreibung der Karstadt-Warenwirtschaft mit OCR:

Für die Entscheidung, OCR als Erfassungsmethode einzusetzen, sprachen bei Karstadt vor allem drei Gründe:

- OCR-Etiketten sind im Vergleich mit Strichcode- bzw. Magnetcode-Etiketten wesentlich billiger

- OCR-Etiketten sind bei gleichem Informationsgehalt wesentlich kleiner als Strichcode- beziehungsweise Magnetcode-Etiketten

- Der Austausch eines OCR-Etiketts ist durch den Einsatz eines Handdruckers leichter durchzufahren.

Wegen der größeren Lesesicherheit hat sich Karstadt zunächst für die OCR-A-Schrift entschieden, die heute mehrere Abteilungen für drei unterschiedliche Warenwirtschaftsanwendungen verwenden: Die automatische Bestandsfortschreibung wird - ausgehend von einem Anfangsbestand - unter Berücksichtigung des Wareneingangs und des Verbrauchs täglich je Artikel fortgeschrieben. Bei der automatischen Warenversorgung erfolgt - durch ein einfaches Ausfüllverfahren in Verbindung mit der Bestandsfortschreibung - die Warenversorgung kleiner, im Bereich der Warendisposition unselbständiger Filialen.

Für das "Informationssystem Mode" werden "erstmals durch die OCR-Erfassung" - so Schmidt -"aussagefähige Informationen zur Sortimentserstellung und -Überwachung bereitgestellt". Daraus ergibt sich automatisch die Verbrauchsfortschreibung, Lagerbestandsfortschreibung und die Auftragsbestandsfortschreibung.

Die Karstadt-OCR-Etiketten werden zumeist von einem separaten - mit Matrixdrucker ausgestatteten - Wareneingangsplatz aus geschrieben. Der Vorteil dabei sei nach Meinung von Schmidt, "daß der Etikettenaufbau relativ leicht abgeändert werden kann". Nachteilig wirke sich jedoch aus, daß immer mehrere OCR-Etiketten auf einem Bogen parallel nebeneinander gedruckt werden und die Etiketten zum Auszeichnen erst einzeln abgetrennt werden müssen.

Unterschiedliche Etiketten-Formate erfordern Mehraufwand

Für die einzelnen Warenwirtschaftsanwendungen hat die Karstadt-Organisationsabteilung unterschiedliche Etiketten-Formate entworfen. Bei dem alleinstehenden Wareneingangsplatz ist es daher notwendig, vor der Etikettenerstellung den Matrixdrucker auf das jeweils benötigte Etiketten-Format umzurüsten.

Um diesen Prozeß zu vereinfachen, stellt Schmidt an die OCR-Anbieter die Forderung nach seriellem Etikettendruck und Wechselkassetten für die unterschiedlichen Etiketten-Formate.

An den Datenkassen im Verkauf werden die OCR-Etiketten über einen Handleser von Recognition Equipment erfaßt. Um dies realisieren zu können, mußte Schmidt "einen relativ hohen Schulungsaufwand für unsere Mitarbeiter in Kauf nehmen". Seiner Ansicht nach sollten künftig die Toleranzen für den Einsatz des Lesers, wie etwa der Neigungswinkel, deutlich erweitert werden. Gefordert wird ebenfalls die Vergrößerung des Lesefensters.

Für die Zukunft ist geplant, die OCR-Anwendung auch auf weitere Bereiche des Hauses auszudehnen.

Informationen: OCR-Forum, c/o Gervais Danone AG, Heinrich-Wieland-Str. 170, 8000 München 83