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16.02.1979 - 

2,25 Milliarden Franc Fördervolumen:

Warmer Subventionsregen über Frankreichs DV-Industrie

PARIS (ee) - Für französische Minicomputer und französische EDV-Dienstleistung sieht die Regierung in Paris große Chancen auf dem nationalen und internationalen Markt. Ein voluminöses EDV-Förderprogramm soll in den nächsten fünf Jahren Frankreichs Computer-Branche vorantreiben. Insgesamt 2,25 Milliarden Franc werden in den kommenden fünf Jahren teils als Subvention, teils als zinsgünstige Kredite über die EDV-Produzenten rieseln. Zusätzlich will Paris den jährlichen Forschungsaufwand für die EDV - derzeit rund 80 Millionen Franc - erheblich aufstocken.

Ab 1979 soll das mit nicht geringer staatlicher Hilfe aufgebaute französisch-amerikanische Datenverarbeitungsunternehmen Honeywell-Bull finanziell auf eigenen Füßen stehen. Indirekt wird aber die französische Regierung weitere Unterstützung gewähren, indem sie durch systematische Verbesserung des Zugangs zur Datenverarbeitung - so durch Einschaltung des Fernmeldenetzes und Erschließung eines breiteren potentiellen Kundenkreises - den erforderlichen Absatz sichert.

In Kürze entsteht eine besondere Agentur, deren Aufgabe es ist, den verschiedenen Wirtschaftssektoren die Indienststellung und die Verwendung entsprechender Anlagen zu erleichtern. Sie ist auch als Verbindungsorgan zwischen den Anwendern und Herstellern beziehungsweise den Dienstleistungsunternehmen gedacht. Schließlich wird von ihr erwartet, daß sie intensiv für die neue Technik wirbt. Wahrscheinlich überträgt ihr die Regierung die Verteilung der jährlich bereitgestellten öffentlichen Mittel.

Besonderes Gewicht wird auf die Schulung gelegt. Es geht dabei nicht nur um die Ausbildung der benötigten Fachkräfte, sondern auch um den Unterricht für Mittel- und Oberschüler über die Möglichkeiten der Datenverarbeitung. Dieses Wissensgebiet wird desgleichen in den Lehrplänen der Universitäten in verstärktem Maße Berücksichtigung finden.

Augenblicklich entfallen auf die 600 größten französischen Unternehmen 80 Prozent des Gesamtumsatzes im Datenverarbeitungsbereich, während auf ausgesprochene Klein- und Mittelbetriebe nur 4 Prozent entfallen. Durch staatliche Vergünstigungen soll diese Unternehmenskategorie veranlaßt werden, sich zunächst in verstärktem Maße an die Dienstleistungsunternehmen der Datenverarbeitung zu wenden, um anschließend Kleincomputer zu erwerben oder sich an Datenfernübertragungsnetze anzuschließen. Als noch wichtiger gilt es, durch Computereinsatz die Automatisierung der Produktion zu verstärken und damit die Produktivität zu erhöhen. Ebenfalls mit staatlicher Hilfe sollen mehr oder weniger spezialisierte große Datenbanken errichtet werden.

Diese staatliche Aktion wird sowohl mit der Notwendigkeit der schnellen Anpassung der französischen Wirtschaft an die technische Entwicklung als auch mit der Absicht gerechtfertigt, durch Ausweitung des Binnenmarktes die französischen Unternehmen im Export leistungsfähiger zu machen. Es ist hierbei nicht nur an die Computerhersteller gedacht, sondern auch an den Dienstleistungssektor, Ferner sind Bemühungen im Gange, die vom Fernmeldewesen benötigten Ausrüstungen - einschließlich spezieller Übermittlungs- und Empfangsgeräte - international konkurrenzfähig herzustellen.