Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

04.02.2000 - 

IT im Fokus des Weltwirtschaftsforums in Davos

Warnung vor der digitalen Kluft im Jahrhundert des Internet

MÜNCHEN (CW) - Das diesjährige Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos geriet zum Stelldichein führender IT-Unternehmer. So diskutierten beispielsweise AOL-Boss Steve Case und Microsoft-Chairman Bill Gates über die Auswirkungen des Internet auf die Gesellschaft und die eigene Branche.

Das große Medienecho auf den Besuch von Gates und Case in Davos zeigt, wie sehr jüngere, illustre IT-Unternehmer neben all den staatstragenden Politikern, Wirtschaftslenkern und Wissenschaftlern noch immer auffallen. Dabei sind sie längst keine Randfiguren mehr im Monopoly der Mächtigen. Viele erhoffen sich von ihnen Erklärungen für eine Entwicklung, die sie selbst kalt erwischt und oft genug überrollt hat: die digitale Globalisierung via Internet.

Case sparte nicht mit großen Worten. Dieses Jahrhundert könne das Jahrhundert des Internet werden. Die wichtigste Herausforderung sei die Überwindung der "digitalen Kluft" zwischen denjenigen, die Anschluss an das Internet haben, und denjenigen, die keinen Zugang hätten. Niemand dürfe ausgeschlossen werden. Dazu müssten Unternehmen und Regierungen zusammenarbeiten. Das ungeheure wirtschaftliche Potential des Internet werde erst ansatzweise genutzt, meinte Case. Der AOL-Boss setzt stark auf die Verschmelzung aller Zugangsgeräte und Medien. Andere Diskussionsteilnehmer mahnten hingegen, vor allem in Europa sei der Internet-Zugang noch immer viel zu teuer.

Bill Gates gratulierte seinem Gegenspieler Case zu der Übernahme des Mediengiganten Time Warner und überraschte die Zuhörer in Davos mit dem klaren Bekenntnis, Microsoft werde selbst auf keinen Fall ein klassisches Medienunternehmen kaufen. "Es würde Spaß machen, ein Filmstudio zu besitzen. Aber wir haben in dem Geschäft keine Erfahrung, also lassen wir die Finger davon", so Gates. Microsofts Europa-Chef Bernard Vergnes schloss allerdings Partnerschaften mit Content-Anbietern nicht aus. Weder Case noch Gates hielten die Frage, ob weiterhin die Technologie oder künftig Inhalte die treibende Kraft des Informationszeitalters sein würden, für sinnvoll. Die Kunden wollten Spiele, Filme und Informationen haben, meinte Case. Mit der Rechnung Technologie gegen Inhalt könnten sie wenig anfangen.