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31.07.1987 - 

Programmschmieden suchen zunehmend Alternativlösungen:

Warten auf OS/2 frustriert US-Anbieter

31.07.1987

LONDON (CW) - Das im Frühjahr dieses Jahres angekündigte IBM-System PS/2 Modell 80 stößt bei vielen SW-Entwicklern auf Skepsis. Die meisten von ihnen wollen zunächst abwarten, bis das neue Microsoft-Betriebssystem OS/2 im Markt verfügbar ist. Erst dann habe es Sinn, wertvolle Arbeitszeit in 80386- orientierte Programme zu investieren, heißt es in amerikanischen Softwerker-Kreisen.

"Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, da Microsoft OS/2 allgemein verfügbar macht, wird die auf PS/2 ausgerichtete Softwareentwicklung stagnieren", kommentiert beispielsweise Ken Blakeney von der kalifornischen MacNeal-Schwendler Corp., Los Angeles, die Situation. Zwar werden CAD- und Engineering-Anwendungen zweifelsohne von den Fähigkeiten des IBM-Produkts profitieren, so meinen US-Insider, denn die Erfahrung habe gezeigt, daß man in diesem Applikationsfeld nie genug Geschwindigkeit und Speicherkapazität bekommen könne. "Aber was nützt das alles, wenn es beim Betriebssystem Probleme gibt", so die Softwerker.

Auch Minuteman Software, ein Anbieter aus Stow/Massachusetts, wartet auf die Marktfreigabe des neuen Operating-Systems. Das Unternehmen plant, im ersten Halbjahr 1988 ein Simulationspaket für 80386-Maschinen verfügbar zu machen. Dazu Firmensprecherin Alice Cox: "Um die Entwicklungsarbeiten voranzutreiben, müssen wir erst noch viel mehr über OS/2 wissen."

Ähnlich sieht es bei Swanson Analysis in Houston/Pennsylvania aus. "Wir können nur abwarten und hoffen, daß endlich ein Betriebssystem kommt. Momentan jedenfalls sind uns die Hände gebunden", lautet das Statement des SW-Entwicklers gegenüber der amerikanischen Fachpresse.

Aber gerade kleinere Programmierschmieden können es sich oft nicht leisten, bis zur Verfügbarkeit von OS/2 die Hände in den Schoß zu legen. Für sie bietet sich immer stärker die Alternative an, auf Xenix oder ein vergleichbares Betriebssystem umzuschwenken. Viele US-Softwerker sind sich einig: Selbst nach der offiziellen Freigabe des Microsoft-Produkts werde es sich nur bedingt lohnen, speziell auf den 80386 ausgerichtete Produkte zu entwikkeln.