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14.02.2008

Warten auf Wireless USB

14.02.2008
Nach dem Wegfall von Standardisierungs- und Regulierungshürden scheint der Weg für drahtlose Peripherieanschlüsse auch hierzulande frei. Was fehlt, ist ein attraktives Angebot.

Ohne störende Kabelverbindungen vom PC auf den Drucker, externe Festplatten und andere Peripheriegeräte zugreifen, noch dazu mit einer USB-ähnlichen Übertragungsrate von bis zu 480 Mbit/s - die Vorteile der Nahfunktechnik Wireless USB (WUSB) sind klar ersichtlich. Nachdem die Bundesnetzagentur bereits Mitte Januar die Frequenzen für die zugrunde liegende Ultra-Wideband-Technologie (UWB) im Frequenzbereich von 3,1 bis 10,6 Gigahertz generell freigegeben hat, können es viele PC-Nutzer kaum mehr erwarten, dass darauf basierende Lösungen auch hierzulande erhältlich sind. In den USA bieten Hersteller wie Belkin, D-Link und IOgear teilweise schon seit Herbst vergangenen Jahres WUSB-Hubs und -Adapter für PCs an. In den deutschen Online-Shops der entsprechenden Hersteller wird man dagegen vertröstet, die Produkte seien "in Kürze verfügbar". Bei D-Link etwa rechnet der verantwortliche Produkt-Manager Dominik Fritsche nicht vor dem vierten Quartal mit einem Marktstart. Selbst dieser Termin sei noch nicht endgültig entschieden, erklärte er auf Anfrage der computerwoche.

Verschiedene Frequenzbereiche

Ein wichtiger Grund für die Verzögerung sind die weltweit unterschiedlichen Frequenzbereiche, die für WUSB bereitstehen: Während in den USA das gesamte Spektrum von 3,1 bis 10,6 Gigahertz freigegeben ist, dürfen in Japan nur die Bereiche von 3,4 bis 4,8 Gigahertz sowie 7,25 bis 10,25 Gigahertz lizenzfrei verwendet werden, Letzterer lediglich im Inhouse-Betrieb. Hierzulande hat die Bundesnetzagentur Ende März in einer Allgemeinzuteilung festgelegt, dass im Moment nur der Bereich von 6,0 bis 8,5 Gigahertz effektiv für Wireless USB genutzt werden kann. "Damit ist es hierzulande verboten, aus den USA stammende WUSB-Geräte ohne Modifikation, sprich andere Firmware, zu nutzen", erklärt Fritsche. Für eine CE-Kennzeichnung entsprechend angepasster Produkte sei es ferner noch zu früh, da die Regulierung noch nicht überall in Europa umgesetzt worden sei. Es bestehe die Gefahr, dass noch Korrekturen bei der Frequenzzuteilung vorgenommen werden.

Der D-Link-Manager sieht aber noch ein anderes Problem für die baldige Einführung - den relativ hohen Einstiegspreis von fast 150 Euro für ein WUSB-Adapterset, das aus einem USB-Adapter für den PC und einem dazu passenden Drahtlos-Hub besteht. Im Vergleich dazu koste ein einfaches USB-Kabel nur wenige Euro. Fritsche ist jedoch zuversichtlich, dass der Preis allmählich sinken wird, wenn Wireless-USB-Chips in zunehmend mehr Laptops eingebaut würden. Auch so innovative Produkte wie die von Samsung auf der CES Show gezeigten Drucker und Flachbildfernseher mit integrierter WUSB-Schnittstelle könnten der Technik zum Durchbruch verhelfen.

Wie den Feedbacks in verschiedenen Online-Shops zu entnehmen ist, sind die Reaktionen auf die Nahfunktechnik in den USA je nach Erwartungshaltung gemischt. So freuen sich viele, ihre Peripheriegeräte samt Kabeln endlich aus der unmittelbaren Nähe verbannen zu können, und scheinen dafür den hohen Preis zu verschmerzen. Andere Käufer hatten offenbar die Reichweite der Übertragung überschätzt - die Bandbreite geht jenseits der Drei-Meter-Marke drastisch zurück - und vergessen, dass Mauern und Ähnliches für die bei WUSB verwendeten Frequenzen sowie Signalstärken unüberbrückbare Hindernisse darstellen. Daneben beklagten einige Anwender Schwierigkeiten mit der Installation und (insbesondere bei Windows Vista) inkompatiblen Treibern. Mit einem grundlegenden Manko von Wireless USB scheinen sich die "Early Adopters" dagegen abgefunden zu haben: Anders als mit dem kabelgebundenen Pendant ist eine direkte Stromversorgung der Peripheriegeräte über den PC nicht möglich. Dank Gimmicks wie USB-betriebenen Ventilatoren oder Kaffeetassenwärmern haben die USB-Steckplätze also nach wie vor ihre Existenzberechtigung. u