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Wartezeiten fuer Notebooks bleiben Die LCD-Hersteller koennen die Nachfrage erst 1995 stillen

30.09.1994

TOKIO (IDG) - Aktiv-Matrix-LC-Bildschirme (Liquid Cristal Display = LCD) bleiben ein knappes Gut. Erst gegen Ende dieses Jahres koennten die Produzenten die Nachfrage befriedigen - die Preise werden wahrscheinlich noch spaeter nachgeben, sagten verschiedene Hersteller, darunter Sharp, NEC und Display Technologies (DTI), eine gemeinsame Tochter von Toshiba und IBM.

Es ist wie in den guten Zeiten von Mercedes-Benz: Wer ein Notebook mit Aktiv-Matrix-Farbmonitor von IBM, Compaq oder Toshiba will, muss sich auf laengere Wartezeiten einstellen. Zwei bis drei Monate sind fuer besonders gefragte Modelle einzuplanen, weil es den PC- Herstellern an Bildschirmen fehlt.

IBM kauft inzwischen Aktiv-Matrix-LCDs auch von Sharp, waehrend bisher DTI der Haus- und Hoflieferant war. Von offizieller Seite war zu hoeren, dass man weitere Zulieferer suche, um bis Jahresende die Wartezeit fuer ein Thinkpad-Notebook auf die sonst ueblichen ein bis zwei Wochen zu verkuerzen.

Sharp, NEC, DTI und andere wollen deshalb bis 1996 4,4 Milliarden Dollar in LCD-Fabriken investieren. Sharp hat im August dieses Jahres seine Fertigung in Tenri erweitert, im Juli 1995 will man eine neue Produktionsstaette eroeffnen. 530 Millionen Dollar werden dafuer aufzubringen sein, doch will Sharp damit den Ausstoss mehr als verdoppeln - von heute 180000 Bildschirmen pro Monat auf etwa 400000 Stueck bis zum Jahresende 1996.

Sharp, NEC und DTI wollen LCD-Produktion verdoppeln

NEC wird laut Plan im Dezember dieses Jahres eine neue Fabrik in Akita einweihen und die Produktionskapazitaet mit einem Schlag um 50 Prozent auf 150000 Farb-LCDs pro Monat erhoehen. Bis Mitte 1996 sollen Detailverbesserungen die monatliche Rate auf 280 000 Stueck steigern. Vergleichbares war auch von offizieller Seite bei DTI zu hoeren, dem dritten Grossen im Bunde der Aktiv-Matrix-LCD-Hersteller (Sharp, NEC und DTI liefern weltweit etwa 76 Prozent dieser Bildschirme).

Wenig Hoffnung machen die japanischen Hersteller ihren Kunden allerdings in puncto niedrigere Preise. Vorerst wird es bei etwa 3000 Mark pro Aktiv-Matrix-Farbbildschirm mit Zehn-Zoll- Bildschirmdiagonale bleiben. Erst muessten die Monitorkomponenten billiger werden, dann koenne man auch den LCD-Preis reduzieren, sagte Hidehiko Katoh, der technische Leiter von NECs Aktiv-Matrix- LCD-Produktion. Fuenfzig Prozent der LCD-Herstellungskosten entfielen heute auf Hintergrundbeleuchtung und Farbfilterfolien. Bei letzteren gebe es Lieferengpaesse, erlaeuterte Katoh, die erst dann verschwinden werden, wenn Firmen wie Sumitomo Chemical oder Dai Nippon mehr produzieren. Seine groesste Hoffnung sei ein neues Verfahren, mit dem sich vier Farbfilter im Zehn-Zoll-Format parallel herstellen lassen.

Wieviele Notebooks lassen sich bis 1996 verkaufen?

Ob und wann die LCD-Produktion mit der Nachfrage Schritt halten kann, ist Ansichtssache: 1996 lassen sich 5,6 Millionen Notebooks verkaufen, schaetzt die japanische Niederlassung des Marktforschungsinstituts International Data Corp. (IDC). Dem gegenueber werde eine Produktionskapazitaet von 10,3 Millionen Bildschirmen stehen. Anders lauten die Zahlen von O'Mara and Associates aus Boston, die sich ebenfalls mit dem Wachstum des LCD-Marktes beschaeftigt haben. 20 Millionen Notebooks werden demnach 1996 ueber den Ladentisch gehen, so dass Kooperationen zwischen den japanischen Grossfirmen und amerikanischen oder europaeischen Partnern noetig sind, um die entsprechenden Fertigungsstaetten zu errichten.