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19.03.1976 - 

British Airways krempelt DV um

Wartung aus Australien

LONDON - Für runde 6 Millionen Mark hat British Airways Hardware von Fremdfirmen geordert: Für 2,5 Millionen Mark Itel-Platten, für 1 Million einen 2-MB-Kernspeicher von Control Data, für 800 000 Mark einen 2 MB-Halbleiterspeicher von Memorex, für je 280 000 Mark "Switching Equipment" von der US-Firma T-bar und Second-Hand-Drucker von der Londoner Promodata sowie für 1,3 Millionen Mark eine gebrauchte IMB 360/65 von dem australischen Broker Dier. "Die gleiche Ausrüstung hätte bei IBM mehr als das Doppelte, nämlich 13 Millionen Mark gekostet", erklärte der für Datenverarbeitung bei der Luftfahrtgesellschaft zuständige Direktor Peter Hermon.

Hermon versetzte IBM gleich noch einen zweiten Schock: Ab Sommer 1977 wird die australische Firma Data Processing Customer Engineering (DPCE) die Wartung der zwei 370/168 und fünf :360/65 von British Airways übernehmen. Das wird im Monat 100000 Mark billiger sein als der IBM-Service.

DPCE, deren Aktien zu 80 Prozent bei Dier liegen, hat Erfahrung mit der Wartung bei der australischen Luftfahrtgesellschaft Qantas gesammelt und will für den neuen Luftfahrtauftrag in England 20 Mann abstellen. Das Unternehmen, das sich auf Wartung bei Groß-Anwendern spezialisiert hat, betreut in Australien genauso viele 360/65 - Systeme wie IBM selbst und will sich mit dem British-Airways-Auftrag als Rückhalt jetzt von einem neuen Büro in London aus weitere Kunden in Europa suchen. Gedacht ist auch an ICL-Anwender.

"Wir gehen aus Sparsamkeit von IBM weg", begründete Hermon die Entscheidung für Mixed Hardware. Die Itel-Platten haben für ihn den Vorteil, daß sie zwar 3330-kompatibel sind, sich aber sowohl in Verbindung mit den 360- als auch mit den 370-Systemen verwenden lassen. Der CDC-Kernspeicher wird zusammen mit den 360-Systemen, der Halbleiterspeicher in Verbindung mit den 370-Systemen eingesetzt werden.

Neue Kapazität dient den Arabern

Wahrend in England die DP-People mit Spannung erwarten, ob British Aireways' Abkehr von IBM vielleicht eine Signalwirkung für weitere groß Anwender haben könnte, ist die Luftfahrtgesellschaft schon mit dem nächsten großen Coup befaßt: Sie hat einen 25-Millionen-Mark-Abschluß mit Saudi-Arabien Airlines gemacht und wird für diese Gesellschaft von Sommer 1977 an zunächst für drei Jahre Platzreservierungen und Abflugservice übernehmen. In Saudi-Arabien werden nur Terminals installiert - die Computer (zwei 360/65) jedoch in London bei British Airways stehen; die DFÜ-Verbindung in den mittleren Osten erfolgt über Satellit. British Airways, die deswegen eine weitere 360/65 installiert, stellt auch die Software zur Verfügung.

Hermon: "Mit solchen Servicegeschäften und Software-Verkäufen haben wir bisher über 50 Millionen Mark eingenommen. Weitere 30 Millionen erwarten wir in den nächsten vier Jahren. Das ist mehr, als an Kapital in unseren sieben IBM Systemen steckt." -py