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13.07.2015 - 

Ernüchternde Studienergebnisse

Warum der Mobile-Payment-Boom bisher ausblieb

Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Die deutschen Konsumenten kennen die Vorteile von mobilen Bezahlsystemen, bleiben aber dennoch zögerlich. Wie eine aktuelle Studie zeigt, gibt es noch zu wenig Einsatzmöglichkeit und es mangelt auch an überzeugenden Kundenlösungen.

Praktisch ja, aber noch lange nicht im Alltag angekommen - auf diesen Nenner lässt sich die aktuelle Kurzstudie "Mobile Payment am Point of Sale - Der Weg in den Alltag der Konsumenten" bringen, die das ECC Köln und PayPal nun veröffentlicht haben. Demzufolge kann sich zwar ein Großteil der Konsumenten grundsätzlich vorstellen, mit dem Smartphone zu bezahlen.

Doch Mobile Payment wird am POS derzeit noch wenig genutzt wird - und das aus guten Gründen: Jeder Zweite bemängelt, dass bisher nur wenige Geschäfte anbieten, mit dem Smartphone zu bezahlen. Weitere Hürden sind der Druck in der Kassenschlange (43,9 Prozent) - der nicht durch Technikprobleme oder mangelnde Kompetenz des Kassenpersonals (41 Prozent) erhöht werden soll - sowie unzureichende Netzabdeckung (39,8 Prozent) und unklare Datensicherheit (38,2 Prozent).

Immerhin: Für den grundsätzlichen Nutzen von Mobile Payment besteht bei den deutschen Verbrauchern durchaus bereits Bewusstsein. So ist laut der Studie Mobile Payment am POS vor allem deshalb nützlich, weil so auf Kleingeld verzichtet werden kann. Von der Geldbörse unabhängig zu sein, ist ein weiterer konkreter Mehrwert, den die Befragten sehen: Zwei Drittel schätzen, dass sie dank ihres Smartphones jederzeit einkaufen können und fast jeder Zweite würde das Portemonnaie sogar ganz zu Hause lassen.

Potenzial ist vorhanden: Wie die ECC-Studie zeigt, kennen die Kunden bereits die Vorteile von Mobile Payment
Potenzial ist vorhanden: Wie die ECC-Studie zeigt, kennen die Kunden bereits die Vorteile von Mobile Payment
Foto: ECC

Mehr als nur eine technische Herausforderung

Wie Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln, erklärt, liege es nicht nur an technischen Fragestellungen, dass Mobile-Payment-Lösungen bisher noch kaum im Alltag angekommen seien. Vielmehr müssten Händler komplette Einkaufsszenarien schaffen, die den Nutzen der neuen Bezahloption für den Kunden sichtbar machten: "Mobile Payment wird sich am ehesten dort durchsetzen, wo der Mehrwert im Konsumentenalltag am deutlichsten spürbar ist - zum Beispiel in Situationen, in denen die Geldbörse störender Ballast ist." Automaten, öffentliche Verkehrsmittel, Bäckereien, aber auch Ausflugsziele eigneten sich hierfür besonders. "Entscheidend wird darüber hinaus vor allem sein, die konkreten Mehrwerte für alltägliche Bezahlvorgänge deutlich zu kommunizieren und zunächst die Mobile-Payment-Interessierten zu überzeugen. Erst anschließend kann es überhaupt zu einer weiten Verbreitung von Mobile Payment am POS kommen", so Hudetz weiter.

Passend zum Thema: Mobile-Security-Quiz

"Die Ergebnisse der Studie bestätigen unsere Sichtweise zu Mobile Payment", erklärt Arnulf Keese, Geschäftsführer von PayPal Deutschland. Die mobile Revolution werde nicht stattfinden, wenn isoliert in der Sekunde des Bezahlens die Münze durch das Smartphone ersetzt werde. "Innovative Lösungen für konkrete Kundenprobleme werden diese Entwicklung voranbringen. Das geschieht nicht auf einen Schlag, vielmehr wird eine Industrie nach der anderen davon betroffen sein und profitieren", so der PayPal-Chef: "Treiben werden es Angebote, die ein echtes Problem für den Kunden lösen." Genau hierauf konzentriere sich PayPal und verstehe sich dabei als Bindeglied zwischen einem Anbieter mit einer guten Idee und dem Wunsch des Kunden, für die Nutzung dieses Angebots schnell und sicher mobil zu bezahlen.

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