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13.12.2005 - 

Kolumne

Warum SBS unter den Hammer kommt

Ob Siemens-Chef Klaus Kleinfeld das für Samstag anberaumte Frühstück mit Analysten in London nun dazu nutzt, die Zerschlagung von SBS anzukündigen oder nicht: Den Siemens-Bereich wird es in seiner heutigen Form nicht mehr lange geben. Für die ausgerufenen Renditeziele von sechs Prozent ist SBS falsch konstruiert.

Wie das "Leipziger Allerlei", das nach einem Festmahl aus den Resten des Gelages zusammengerührt wird, besteht der Bereich zwar aus eigentlich guten Ingredenzien, doch die harmonisieren nicht so miteinander, dass sie sich gegenseitig stärken könnten. Sind produktnahe Dienstleistungen und das Outsourcing-Geschäft noch verwandt, findet zwischen ihnen und dem Projektgeschäft kaum Austausch statt. Darüber hinaus behindert der wegen seiner Stabiliät eigentlich erstrebenswerte interne Umsatz mit Siemens das Erreichen der Profitabilitätsziele. Der Anteil der kaptiven Umsätze ging in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf heute etwa 23 Prozent zurück, und zwar weil die anderen Siemens-Bereiche weniger Aufträge beziehungsweise für die gleichen Aufträge weniger Geld an SBS gegeben haben. Damit verschwand bei gleich hohen Personal- und Strukturkosten zunehmend die Möglichkeit, weniger profitable Drittgeschäfte mit lukrativem Inhouse-Geschäft auszugleichen. Daran hat offenbar auch die Anweisung an die Konzernbereiche nichts geändert, verstärkt bei SBS einzukaufen. Jetzt zieht Kleinfeld die Konsequenzen.

Höchstwahrscheinlich wird das Geschäft mit der Hardwarewartung bei FSC untergebracht. Damit wären gut eine Milliarde Euro des 5,4 Milliarden Euro umfassenden Gesamtgeschäfts der SBS in einem Siemens-Joint-Venture versammelt.

Auch für das erhebliche größere Outsourcing-Geschäft der Münchner sind bereits Kooperationspartner im Gespräch. Immer wieder wird der französische Dienstleister Atos Origin genannt, der sich das Geschäft offenbar gern einverleiben würde.

Das im Geschäftsbereich Solution Business zusammengefasste Projekt- und Integrationsgeschäft dürfte indes schwer zu verkaufen sein. Es ist kurzfristiger Natur, und der über die Aufträge hinausgehende Wert des Bereichs besteht in den Mitarbeitern. Beobachter berichten jedoch , dass Siemens gerade in diesem Geschäftszweig eine Menge Consultants mit zurzeit kaum gefragtem Know-how an Bord hat, die folgerichtig auch bei weitem nicht ausgelastet sein sollen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass Siemens diesen Bereich wie kolportiert zunächst selbst weiterführt und dann irgendwann einschlafen lässt.

Diese Kolumne finden Sie auch im Blog der Computerwoche unter blog.computerwoche.de. Dort können Sie Ihre Meinung abgeben und sofort veröffentlichen. Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.