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02.04.1976 - 

CW-Blitzumfrage:

Warum wird bei Ihnen noch gelocht?

MÜNCHEN - Neben Datensammelsystemen, Magnetband-Rekordern, Diketten-Stationen und Beleglesern scheint für den Kartenlocher kein Platz mehr zu sein. Vielen Prophezeiungen zum Trotz behauptet sich die Lochkarte bekanntlich dennoch. Zwar ist der Anteil der über Lochkarten erfaßten Daten am ständig wachsenden Gesamtvolumen zurückgegangen, doch kann vom Tod des ältesten Datenträgers vorläufig keineswegs die Rede sein.

Indes: Es zeichnet sich ein Trend ab, daß in Zukunft der Einsatz von Lochkarten auf kleine und mittlere Firmen beschränkt bleiben wird. Dazu sagt Heinz Schäfer, EDV-Leiter der Schiesser AG, Radolfzell: "In kleineren Betrieben gebe ich der Lochkarte weiterhin gute Chancen - vor allem der kleinen, 96stelligen Karte, wie sie von IBM für das System 13 kreiert wurde."

Auch Günter Hens, Leiter-DV der Kolb & Schüle AG, Kirchheim Teck, erwartet diese Entwicklung: "Bei kleineren Firmen oder Rechenzentren ist die Lochkarte nicht zu schlagen - Datensammelsysteme lohnen sich doch erst, wenn eine entsprechende Datenmenge anfällt."

Lochkapazitäten abbauen

Zwar wird heutzutage auch in größeren Firmen vielfach noch gelocht, doch sind die für die Datenerfassung Verantwortlichen meist bemüht, die Lochkapazitäten auf längere Sicht abzubauen. Mit Einführung der Beleglesung sind wir von einer Gesamtmenge von rund 9 Millionen Lochkarten (1971) auf rund 21/2 Millionen im Jahre 1975 heruntergekommen", erklärt etwa Heinz Schäfer. Auch Franz Sosnowski, EDV-Chef bei der Montanwerke Walter GmbH, Tübingen, kündigt zumindest für Teilbereiche einen Abschied vom "Punchen" an: "In der Buchhaltung werden die Lochkarten demnächst ganz wegfallen, weil wir dort auf Online-Verarbeitung umstellen."

Auf die Frage "Warum wird bei Ihnen noch gelocht" antworten viele EDV-Chefs: "Weil´s immer noch die wirtschaftlichste Methode ist."

Wann kommt der "Jedermann-Beleg-Leser"?

So bekennt Joachim Bäsig bei der Edeka Handelsgesellschaft Balingen mbH., Balingen, zuständig für das Ressort Datenverarbeitung: "Wir setzen Lochkarten sehr stark in unseren Großverbrauchermärkten ein. Als echte Alternative kämen für diesen Bereich eigentlich nur Kassenterminals mit Lesestift in Frage, was aber wesentlich teurer wäre, so daß wir auch in Zukunft bei der Lochkarte bleiben." Für Hilmar Knoll, Versandleiter der Imperial-Kosmetik, ist die Datenerfassung ebenfalls eine reine Kostenfrage: "Lochkarten sind für uns im Augenblick am günstigsten. Erst bei einer größeren Kundenzahl käme eine andere Lösung in Frage, nämlich Datenerfassung auf Magnetbandkassetten."

Kooperation spart DE-Kosten

Gefestigt scheint die Position der Lochkarte auch bei den Montanwerken Walter. Dazu Franz Sosnowski: "Die Zukunft der Lochkarte ist in unserem Hause zumindest für die nächsten fünf Jahre gesichert, weil wir keine Möglichkeit sehen, sie in der Lohn- und Materialwirtschaft durch einen billigeren Datenträger zu ersetzen. Wir könnten selbstverständlich mit Klarschrift-Belegen arbeiten, doch für unseren geringen Datenfall gibt es zur Zeit noch keinen wirtschaftlichen Belegleser."