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07.01.2000 - 

Kolumne

"Was alles nicht passieren wird"

Microsoft wird nicht zerschlagen. Damit das passieren könnte, müsste zunächst einmal der Monopolprozess letztinstanzlich entschieden sein. Da sich das aber noch Jahre hinziehen kann und sich der Markt bis dahin dramatisch verändert, besteht keine Gefahr für Microsoft und die Millionen Anwender, die sich wahrscheinlich noch weniger gern mit vielen Baby-Bills herumärgern als mit einem erwachsenen.

Eine viel größere Gefahr, als von Gerichten auseinander gerissen zu werden, droht Gates durch Windows 2000, womit wir beim zweiten Nichtereignis des Jahres wären: Der NT-Nachfolger dürfte bis Jahresende nicht fehlerfrei und stabil in den großen Anwender-Sites laufen. Dabei bestimmen Art und Auswirkungen der Bugs, wie viel Federn Gates lassen muss.

Doch auch diese Fehler werden Linux nicht in großem Stil weiterhelfen. Folgerichtig lautet das dritte Non-Event: In Unternehmen fasst Linux über die heutigen Anwendungsfelder (Web-Server etc.) hinaus nicht nennenswert Fuß. Dafür gibt es leider noch zu wenig (Standard-)Applikationen, und noch herrscht eine zu große Unsicherheit über das Entstehen inkompatibler Derivate.

Ebenfalls - jetzt folgt das vierte Nicht - dürfte Jeff Bezos mit Amazon.com nicht die Gewinnschwelle überschreiten. Zum wachsenden Unmut seiner Aktionäre übrigens, die endlich wissen wollen, ob sie weiter vor dem großen Crash der Internet-Werte zittern müssen oder in Ruhe abwarten können. Wie Amazon dürfte es allerdings auch den meisten anderen E-Commerce-Neulingen gehen: Unterm Strich bleibt nichts - wenigstens gilt das noch für dieses Jahr.

Und fünftens wird das Internet auch 2000 nicht unter der Last der zusätzlichen Surfer zusammenbrechen. Vielleicht wird es hier und da langsamer zugehen, dieser oder jener Provider Stunden, vielleicht sogar einen Tag lang ausfallen, aber größere Blackouts wird es nicht geben.

Noch ein allerletztes Nicht: Wer denkt, dass die meisten Unternehmen den Euro so leicht meistern, wie sie überraschend die Jahr-2000-Umstellung geschafft haben, könnte nicht richtig liegen. In diesem Sinne einen guten Start ins neue Jahr.