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15.02.1991 - 

Schnelle Post intelligent verschickt

Was Anwender beim Betrieb von PC-Faxlösungen beachten müssen

Die Zahl der Telefax-Teilnehmer steigt ständig, und die digitale Büro-Kommunikationsmöglichkeit erfreut sich spätestens seit 1988 auch hierzulande wachsender Beliebtheit. Anfang 1991 nutzten 700 000 Teilnehmer den Faxbetrieb.

Überall in der BRD hat die Post Telebrief-Annahmestellen in ihren Postämtern eingerichtet, an die Faxe auch für Empfänger verschickt werden können, die selbst nicht aber ein Faxgerät - die Post nennt es auch Fernkopierer - verfügen. Doch diese Fernkopierer sind "dumm" - "intelligente" Informationsvermittlung hingegen nutzt die Ressourcen des Computers.

Denn Faxen ist nicht gleich Faxen: Interessant wird dieser Kommunikationsdienst erst, wenn über eine in einen PC zu steckende Faxkarte die Vorteile des elektronischen Briefversendens mit der "Intelligenz" des Computers verbunden werden können.

Nur "dumme" Sende- und Empfangsgeräte

Nachdem in den USA dieser Synergieeffekt schon lange genutzt wurde, zog die Dr. Neuhaus-Tochter Mikrograf GmbH im Dezember 1988 mit der ersten vom Zentralamt für Zulassungen im Fernmeldewesen (ZZF) in Saarbrücken abgesegneten Faxkartenlösung für PCs nach.

Um möglichen Verwirrungen vorzubeugen: Bis Ende Juni 1982 war die Typenprüfung von Fernmeldegeräten und die Vergabe einer Zulassungsnummer Sache des Fernmeldetechnischen Zentralamts (FTZ) in Darmstadt. Seitdem ist nun das ZZF zuständig. Wichtig für alle zukünftigen PC-Fax-Anwender ist, daß die Bundespost verschiedene Abstufungen der Zulassung von "Endeinrichtungen für den Telefaxdienst" vorgegeben hat: Da gibt es einmal die herkömmlichen Telefaxgeräte, von der Post "Fernkopierer (kompakt)" genannt. Sie sollen hier nicht besprochen werden, weil es sich nicht um PC-Fax-Lösungen handelt, sondern nur um "dumme" Sende- und Empfangsgeräte.

ZZF-Karte für ganze Pakete

Die angesprochene Microfax-9600-Lösung - heute firmiert sie unter dem Namen Faxy PC Station - gehört zu den "Fernkopierern (modular aufgebaut)". Neben der Neuhaus-Lösung bieten verschiedene Firmen modulare Lösungen an:

Unter anderem Digitronic Computersysteme, AEG Olympia Wilhelmshaven, NES & CoKG, Comtex GmbH, Teledata Elektronik, ALC Computertechnik, Systems und Telecoms, Microtek Electronic Europe, Microteam, sowie mbp Software & Systems sind im Rennen.

Die Pakete erhielten die ZZF-Zulassung jeweils für Faxkarte, Software, Kabel, Postanschlußdose (ADO-8 oder TAE-6) und eine festgelegte Kombination von Scanner-Printer oder einem Scanner und einem Printer. Die Post behandelt diese modulare Konfiguration wie Kompaktgeräte.

Neben diesen "modular auf gebauten" Lösungen, zu deren Preis noch derjenige für die notwendigen Peripheriegeräte hinzugerechnet werden muß, erteilt die ZZF aber auch Zulassungen für "sonstige Endgeräte". Diese zeichnen sich durch ihren günstigen Preis aus. Der Grund hierfür ist einfach: die Post verlangt keinen so auf wendigen Peripheriegerätepark oder - negativ ausgedrückt - es muß schon ein postzugelassener Fernkopierer vorhanden sein.

Diese Möglichkeit bieten unter anderem die mps Software GmbH mit ihrem Twinfax, Digitronic mit PC-Fax Connection 2000, Datac Computersysteme GmbH und ihr Datafax sowie die englische Firma Data & Control Equipment LTD mit der Faxbox. Nach Angaben von Mikrograf bieten diese ebenfalls zwei "sonstige Endgeräte" an: Faxy PC Basis und Faxy PC Junior.

"Sonstiges Endgerät" bedeutet, daß mit solch einer Einrichtung nur in "gehender Richtung" gearbeitet werden kann. Sie darf also nur Senden und nur in Verbindung mit zugelassenen Fernkopierern betrieben werden. Alle ankommenden Faxe werden auf dem Fernkopierer ausgegeben. Gesendet werden darf sowohl vom Fernkopierer als auch von der Fax-Einrichtung, also vom PC aus. Bei dieser Lösung hat man drei Anschaltdosen an der Wand: über die erste wird der PC angeschaltet, über die zweite der Fernkopierer. Beide arbeiten also parallel zueinander. Last, but not least, muß auch das Telefon angeschlossen werden. Kommt nun ein Ruf, schaltet sich der Fernkopierer ein und empfängt alle Telefax-Nachrichten.

Post gewährleistet Funktionen nicht

Will man senden, kann dies wie gewohnt vom Faxgerät, dem Fernkopierer, geschehen. Man kann den zu versendenden Text aber auch am PC erstellen und versenden. So erst erschließt man sich die Möglichkeit, Sendungen mit Grafiken etc. zu bearbeiten.

Eine sehr mobile Faxversion besteht nur aus einer Faxkarte samt deren Software, Akustikkoppler oder Modem und einem PC. Hier gewährleistet die Post aber die offerierten Funktionen nicht. Sie attestiert diesen Geräten nur, daß diese das Postnetz nicht stören. Ist so eine Gerätekonfiguration in Betrieb, muß sie sich gegenüber dem Empfänger von Faxsendungen durch eine Kennung im Kopf des Faxes auch identifizieren. Steht im Kopf des Faxes "Mobil-AK", so handelt es sich um ein sonstiges Endgerät, das mit einem Akustikkoppler betrieben wird.

"Mobil-FC" wird ausgedruckt, daß dieses Gerät über Funknetz C sendet. "CCT-Fax" bedeutet, hier wird über eine galvanische Ankoppelung, also ein Modem, gesendet, was gegenüber einem Akustikkoppler eine höhere Datenübertragungssicherheit bedeutet.

Kaufinteressenten sollten sich, bevor sie eine PC-Fax-Kombination erstehen, über einige Dinge im klaren sein:

Unterstützt die mitgelieferte Fax-Software das beim Käufer in Anwendung befindliche Textverarbeitungsprogramm? Es sollte möglich sein, ASCII-Texte aus allen Textverarbeitungsprogrammen zu versenden.

Da Faxgeräte alle Fax-Sendungen als Grafik auffassen und nicht als Text, tasten sie ein Blatt Punkt für Punkt (pixelorientiert) ab. Es ist darum wichtig, welche Grafikformate für ein- und ausgehende Sendungen (TIFF, PIC, IMG, CUT, PCX, SCA) die Faxsoftware verarbeiten kann.

Anwender, die viel mit Grafiken arbeiten und ihr Faxgerät nicht nur für Textübermittlungen nutzen, sollten wissen, ob und weiche Grafikprogramme die Fax-Software unterstützt. Als bekannte Programme gelten etwa Dr. Halo (CUT), Paintbrush (PCX), Microsofts Paint (MSP) oder GEM Graph/Draw/Paint.

Sollten Peripheriegeräte wie Scanner oder Drucker schon vorhanden sein und die Fax-Karte samt Software soll zugekauft werden, muß der Anwender genau wissen, welche Ein- und Ausgabegeräte für die jeweilige Faxlösung zugelassen sind.

Hat die Erweiterungskarte einen eigenen Prozessor? Wenn ja, erledigt dieser die gesamte Steuerung des Faxbetriebes und nimmt damit dem Prozessor des PCs diese Arbeit ab. Das hat einen eminenten Vorteil: Der Faxbetrieb über den Rechner geschieht zeitgleich zur Arbeit etwa in einer Textverarbeitung oder jeder anderen Anwendung - das heißt, das Senden und Empfangen läuft im Hintergrund ab.

Faxsoftware kann an Datenbanken andocken

Wenn der Anwender sein rechnergesteuertes Faxgerät im Büroalltag - also sehr häufig - benutzt, sollte die Software über eine Telefonbuchfunktion verfügen, die alle benötigten Nummern speichert.

Es gibt auch Faxsoftware, die an die in Datenbanken angegliederten Adressen andocken können. Das heißt, sie "verstehen" die jeweiligen Datenbankformate.

Für die Dokumentation der ein- und ausgehenden Sendungen sollte die Software über ein Empfangs- und Sendejournal verfügen. In diesem werden auch fehlerhafte Sendungen festgehalten.

Da Faxgeräte je nach Leitungsqualität mit unterschiedlich hoher Geschwindigkeit die Post abgehen lassen, muß wünschenswerterweise zweierlei gesichert sein: Zum einen sollte es sich um eine Karte nach der CCITT-Gruppe III handeln (es gibt heute aber praktisch keine

mehr, die diesen Standard nicht erfüllen). Diese Geräte können Daten bis maximal 9600 Bits/s übertragen, was nur einen theoretischen Wert darstellt, weil herkömmliche Postleitungen so hohe Geschwindigkeiten nicht verkraften. Zumindest (Zukunftsinvestition!) sollte die Faxkartensoftware aber "intelligent" genug sein zu erkennen, wenn die Leitungsqualität während der Übermittlung schlechter wird, und die Übertragungsgeschwindigkeit selbständig drosseln.

Übrigens soll es auch PCs geben, die nicht für den Faxbetrieb zugelassen sind. Die Rechner müssen von der Bundespost zumindest als störstrahlsicher anerkannt worden sein.

Kritische Käufer, die vor dem Kauf ihre Faxkartenkombination im Einsatz auf Tauglichkeit prüfen wollen, seien auf die DIN-Test-Telefax-Briefe verwiesen. Oder sie stricken sich selbst eine Testvorlage.

Wer eine "modulare" Version erstehen will, sollte übrigens auch einmal darauf achten, ob der Hersteller seine Faxkarte mit einer externen Stromversorgung mittels eines Steckernetzteils ausgerüstet hat. Die Zulassung zum Telefaxdienst setzt eine 24-stündige Empfangsbereitschaft voraus. Wer seinen mit der Faxkarte ausgestatteten PC trotzdem abschalten will, braucht deshalb eine solche Stromversorgung.

Letztendlich sollte man sich informieren, ob die Faxsoftware für den Betrieb in Netzwerken ausgelegt ist, wieviel Speicherplatz sie belegt und ob sie möglicherweise erweiterte Speicheradressen ausnutzen kann.