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18.04.1997 - 

Server nach Maß/Die Meta Group beurteilt Hersteller und Produkte

Was bei SHV-Servern zu beachten ist

Vier-Prozessor-Maschinen, bestückt mit Pentium-Pro-Chips, haben sich ihren Platz als Applikations-, Datenanalyse-, Internet/Intranet- oder OLTP-Abteilungs-Server erobert. Analysten der Meta Group empfehlen allerdings, sich nicht kritiklos von der Modewelle anstecken zu lassen und vor geplanten Neuanschaffungen in den kommenden zwölf Monaten eine tiefergreifende Evaluierung von konkurrierenden Systemen vorzunehmen. Nach diesem Zeitraum, so die Analysten, würde die zunehmende Ausgereiftheit der Intel-Boards zu einer Stabilisierung im Markt für Vier-Wege-Systeme führen, und die Produkte unterscheiden sich dann nur noch äußerlich.

Für das laufende Jahr erwartet die Meta Group auch für unternehmenskritische Anwendungen eine zügige Implementierung von SHV-basierten NT-Servern. Verbesserungen im Betriebssystem NT 4.0 würden die NT-Basis in den Betrieben verbreitern, zusammen mit der wachsenden Zahl an Möglichkeiten für Acht-Wege-Systeme (große SMP-Rechner oder Cluster) oder größere Systeme (Microsofts "Wolfpack", Tandems "Servernet", Corollarys "Profusion" oder NCRs "Octa- scale").

Als kritische Grenzen der NT-Server bei voluminösen Applikationen machen die Analysten den Sprung von drei auf vier Prozessoren sowie die Zahl von mehr als 100 gleichzeitig zugreifenden Anwendern aus. Die Leistungsfähigkeit hängt jenseits von drei Chips in hohem Maße von der Optimierung des Cache- und Arbeitsspeichers, der Busbreite und den I/O-Schnittstellen des Herstellers ab.

Für die Meta-Group-Forscher stellt insbesondere die Limitierung des Level-2-Cache auf 512 KB die größte Leistungsbeschränkung der SHV-Boards dar. Unter diesem Gesichtspunkt sei auch die Lösung von NCR zu verstehen, die in ihren Maschinen einen zusätzlichen L-3-Cache implementierten. Intel dürfte diesem Manko allerdings im zweiten Halbjahr 1997 Rechnung tragen und den L-2-Cache auf 1 MB erweitern.

Ein weiterer wunder Punkt findet sich in den zwei PCI-Bussystemen der meisten Hersteller - zusammen mit einer Verbindung zum EISA-Bus wegen der Rückwärtskompatibilität - mit einem maximalen Durchsatz von 267 Mbit/s und 512 KB L-2-Cache. Die Analysten fanden heraus, daß das Management dieser Komponenten bis zu zehn Prozent der Prozessorleistung verschlingt. Diese Skalierungsprobleme des SHV-Boards haben Compaq dazu veranlaßt, auf die Intel-Lösung zu verzichten und eine eigene Hauptplatine mit größerem L-2-Cache und besserer Software für das Management der Busbandbreite zu konstruieren.

Für das laufende Jahr erwartet Meta Group, daß die Hersteller von Vier-Wege-Systemen mit Erweiterungen in Form von zusätzlichen PCI-Slots, SCSI-Raid-Controllern und verbessertem Memory-Management auf den Markt kommen - und zwar zu relativ günstigen Preisen.

Hochverfügbarkeitslösungen sind dann ein wichtiges Unterscheidungskriterium der Angebote einzelner Hersteller, so die Analysten. Während die frühen Marktführer, beispielsweise Compaq und HP, dafür nur Basisfunktionen wie zusätzliche Stromversorgung und Lüfter angeboten hatten, wird vermutlich Tandem mit der "S-Serie" Zwei- und Vier-Wege-Systeme anbieten, die dem Wunsch nach hochverfügbaren Maschinen zu einem moderaten Preis Rechnung tragen könnten. Gerade unternehmenskritische Applikationen dürften die Anwender mit Zusatzhardware aufrüsten, zumindest so lange, bis - etwa im ersten Halbjahr 1998 - eine ausgereifte Wolfpack-Cluster-Lösung auf dem Markt ist.

Die Empfehlung der Meta Group bei geplanten Neuanschaffungen: Zu achten ist auf hohe Verfügbarkeit bei wichtigen Komponenten wie PCI-Bus, I/O-Controllern, Netzwerk-Schnittstellen und Festplatten. Das Verkaufsargument "vorbereitet für Wolfpack- Cluster" sollten die Kunden nicht als Versprechen interpretieren.

Ebenso skeptisch sollten die Anwender auf die kostenlos angebotene Zusatzsoftware für Konfiguration und Management reagieren, die nicht Grundlage einer Kaufentscheidung sein sollte.

Interessant sei auch, welche Lösungen die Hersteller für Intels zukünftige "SHV2"-Boards (mit implementierter Technik für die Cache-Koherenz) im Angebot haben. Laut der Meta Group muß nämlich das ganze System ausgetauscht werden, da eine neue Backplane erforderlich ist. Nur bei ALR kann das Upgrade per Chiptausch erfolgen. Zwar hätten bereits einige Hersteller Bestellungen für die neue Board-Generation unterschrieben, dies habe allerdings keinen Einfluß auf Intels Zeitplan. Während Meta Group mit der Produkteinführung im ersten Quartal 1998 rechnet, hüllt Intel sich in Schweigen.

Angeklickt

NT-Server auf Basis von Intels SHV-Boards sind dank der relativ einfachen Implementierung als SMP-System in Mode gekommen. Analysten der Meta Group nehmen Architektur und die Angebote der Hersteller unter die Lupe. Bei der Kaufentscheidung sollte nicht nur die technische Funktionalität für eine hohe Verfügbarkeit eine Rolle spielen, sondern auch, ob der Hersteller die richtigen Allianzen mit Spitzenanbietern von Software eingegangen ist.