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21.06.2002 - 

Trendforscher Matthias Horx zieht Lehren aus der Vergangenheit

Was bleibt von den Versprechen der New Economy?

SAINT-PAUL-DE-VENCE (wh) - Der Hype um die New Economy ist passé, doch die Grundprinzipien der Wissensökonomie bleiben gültig. Anlässlich eines Management-Forums des IT-Anbieters Unisys zog der Zukunftsforscher Matthias Horx Lehren aus dem Scheitern der Neuen Ökonomie und skizzierte zugleich den Aufbruch in die "Next Economy".

"Was bleibt von den Versprechungen einer völlig anders tickenden Ökonomie? Sind alle Prämissen der New Economy Illusionen gewesen?" fragte Horx die geladenen IT-Manager. Nach seiner Auffassung bleiben einige Gesetze der Neuen Ökonomie auch nach dem Boom bestehen, darunter das Verschwinden von Materie, Distanz und Zeit. Andererseits zieht er "Lehren aus der New Economy", die für die Technikexperten ebenso ernüchternd wie provokant geklungen haben müssen. Der Geschäftsführer der Kelkheimer Zukunftsinstitut GmbH will sie gleichsam als prägende Elemente für den Aufbruch in die "Next Economy" verstanden wissen.

"Es gibt kein rein elektronisches Business", lautet eine Botschaft. "Wenn E-Commerce sich durchgesetzt hätte wie versprochen, würden jetzt gigantische Staus unsere Großstädte verstopfen, in denen Pickups rund um die Uhr kleine Pakete zu Menschen liefern, die nie mehr zu Hause sind."

Die entscheidende Herausforderung der Next Economy werde es sein, die neuen Möglichkeiten der immateriellen Welt logistisch zu unterfüttern.

Damit einher gehe die Erkenntnis, dass Menschen "zu recht und aus Erfahrung" konservativ seien. Sie bevorzugten es hartnäckig, in physische Läden zu gehen, in denen man Produkte anfassen und dem Verkäufer ins Gesicht sehen könne. Dies habe mit jahrtausendealten Erfahrungen zu tun und führe auch zu dem Schluss, dass sich Kundenbeziehungen nicht elektronisch substituieren ließen.

Ein Grundprinzip der Wissensgesellschaft habe im Boom der New Economy ebenfalls zu wenig Beachtung gefunden: Information sei nicht gleichzusetzen mit Wissen. Letzteres liege nicht auf Servern, sondern müsse von Menschen organisiert werden.

Verabschieden müsse sich die Gesellschaft schließlich von dem "Gerücht", dass in der Neuen Ökonomie die Kleinen die Großen und die Schnellen die Langsamen fressen. "In Wahrheit", warnte der Zukunftsforscher, "fressen die Klugen die Dummen".