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09.12.2004

Was Business-Notebooks ausmacht

Notebooks für Geschäftsleute unterscheiden sich deutlich von den mobilen PCs der Privatanwender. Sie sind besser ausgestattet, robuster und stärker abgesichert.

Business-Notebook - das klingt nach Geschäftigkeit und immer informierten Arbeitsnomaden. Die tragbaren Rechner sind nicht nur Arbeitmittel, sondern auch Statussymbol. Nicht nur deshalb dürfen sie teurer sein als die "Daddelbooks" der Privatanwender. Schließlich bekommt man was dafür.

Geschäftsleute nutzen ihre Notebooks anders als Privatanwender. Diese sehen ihre Rechner vorwiegend zu Hause als platzsparenden Desktop-Ersatz. "Consumer möchten surfen, Texte schreiben, Fotos archivieren, Filme anschauen und spielen. Also brauchen sie eine schnelle Grafik", erklärt Toshiba-Sprecherin Tanya Quijano. Bei Business-Notebooks ist das anders: Ihre Besitzer arbeiten deutlich häufiger unterwegs.

Hart im Nehmen

Das hat Folgen für die Anforderungen an solch ein Gerät. So wird es mechanisch stärker belastet und muss Stöße einstecken. Deshalb schraubt beispielsweise Dell bei den Rechnern dieser Klasse das Motherboard nicht einfach in das Plastikgehäuse, sondern umgibt es mit einem eigenen Metallrahmen. Die Festplatten sind schockgesichert. Auch der Display-Rahmen ist metallverstärkt. Und weil die Displays öfter auf- und zugeklappt werden, sind die Grafitlager der Display-Scharniere besonders langlebig ausgelegt. Der für die "Thinkpad"-Reihe von IBM zuständige Manager Volker Fassbender: "Die Qualität des Werkzeugs Notebook muss den Ansprüchen des Business gewachsen sein. Ein Handwerker legt ebenso Wert auf die Qualität seiner Werkzeuge."

Power auf Dauer

Wer unterwegs arbeiten muss, kann nicht akzeptieren, dass seinem Mobil-PC auf halber Strecke der Strom ausgeht. Entsprechend leistungsfähig muss der Akku sein. "Viereinhalb Stunden müssen die Dinger mindestens hergeben", meint Robert Vasenda, für Business-Notebooks zuständiger Manager bei Hewlett-Packard. Deshalb verwendet HP für diese Geräte Silizium-Ionen-Akkus mit leistungsstärkeren acht Zellen. In den Consumer-Geräten stecken Batterien mit sechs Zellen. IBMs Business-Notebooks haben Akkus mit neun Zellen.

Bei Dell kann man den Primärakku wechseln, ohne das System herunterfahren zu müssen. Eine Batterie sorgt 90 Sekunden lang für die Überbrückung. Alle Anbieter haben Notebooks mit "Multibay"-Schacht. Darin befindet sich gewöhnlich ein optisches Laufwerk. Das kann man herausnehmen und hier einen zweiten Akku einsetzen, der die mobile Gebrauchszeit um einige Stunden verlängert. So ermöglichen manche Business-Notebooks zehn Stunden Arbeit ohne Anschluss ans Stromnetz.

Der Zwang, durch geringeren Stromverbrauch die Laufzeit zu verlängern, schlägt sich in weiteren Eigenschaften der geschäftlich genutzten Notebooks nieder. "Das Display verbraucht rund 30 Prozent der Akkuenergie", erklärt Christoph Kaub, Notebook-Manager bei Dell. Also bieten professionelle Geräte die Möglichkeit, das Display zu dimmen. Der Energiefaktor erweist sich als ein Hinderungsgrund für überbreite "Widescreen"-Displays. "Je größer das Display, desto größer sind natürlich auch der Stromverbrauch und das Gewicht", wendet der bei Hewlett-Packard für Business-Notebooks zuständige Manager Robert Vasenda ein.

Breite Displays oder nicht?

Widescreens finden sich bisher fast nur bei Consumer-Notebooks. "Bei Unternehmen dominiert noch die Nachfrage nach den kleineren 15-Zoll-Displays im klassischen 4:3-Format", beobachtet André Tegtmeier, Produkt-Manager Mobile Computing bei Acer. Etwa weil Manager mit ihren Notebooks keine Filme anschauen wollen? "Das haben wir anfangs auch gedacht", erinnert sich Tegtmeier.

Der Grund dürfte aber ein anderer sein: "Die breitere Darstellung lässt sich im Business-Bereich oftmals nicht ausnutzen, beispielsweise dann nicht, wenn auf dem Gerät eine Java-Applikation läuft, die nicht auf die 16:10-Darstellung programmiert ist", argumentiert Dell-Manager Kaub. Allerdings weist Toshiba-Sprecherin Quijano darauf hin, dass zwei von Geschäftsleuten häufig genutzte Microsoft-Anwendungen sehr wohl vom breiten Format profitieren: Bei Excel-Tabellen lassen sich mehr Reihen gleichzeitig betrachten, und bei der Erstellung von Powerpoint-Präsentationen erhält man einen besseren Überblick über den Inhalt und die Tools. Quijano: "Deswegen sind Widescreens auch im Business zweckmäßig."

Bedeutende Energiefresser sind auch der Grafik-Controller und die CPU. Wo es nicht um Spiele und Filme geht, braucht es keine ultraschnelle Grafikkarte wie in den Consumer-Notebooks. "Im Privatkunden-Bereich finden sich häufig Geräte, die energiehungrige Prozessoren verwenden", weiß Quijano. Was auch sinnvoll ist, denn diese Rechner hängen meistens am Stromnetz. "Im Business-Umfeld empfehlen wir dagegen Intels Pentium M beziehungsweise Centrino." Alle Anbieter setzen bei Business-Notebooks auf den stromsparenden Pentium M. Jens-Uwe Behnke, Product Business Manager Mobile bei Fujitsu-Siemens, stellt fest: "Typischerweise verwendet man für Profigeräte Ultra-Niedrigspannungs-Prozessoren, die man im Consumer-Bereich nicht findet."

Anschluss gesucht

Während die Systeme für Privatanwender fast nur noch über USB-Verbindungen verfügen, besitzt die gehobene Klasse parallele und serielle Anschlüsse. So lassen sich beispielsweise Messgeräte anschließen. Außerdem haben die Business-Notebooks Modems, weil Manager und Außendienstler diese häufiger verwenden als die mit Breitbandzugängen verwöhnten Privatleute.

Ein weiteres Merkmal sind Ethernet-Verbindungen - unverzichtbar für die Anbindung an die Firmennetze im Büro. Lange Zeit war hier die Bandbreitenklasse 10/100-Megabit vorherrschend, derzeit entwickelt sich die Erweiterung auf ein Gigabit zum Standard, und dies, obwohl die stationären Netze in den meisten Firmen dafür noch gar nicht ausgelegt sind. Das ist gar nicht so verwunderlich. "Solche Entwicklungen gibt es immer wieder zu beobachten: Es sind zuerst die Clients, die den Unternehmen Technologie-Upgrades ermöglichen", weiß HP-Manager Vasenda. "Wenn eine Firma genügend Clients mit Gigabit-Ethernet hat, kann sie sich überlegen, in der Netzinfrastruktur auf diese Bandbreite zu wechseln. Andersherum wäre es schwieriger."

Drahtlos ist Pflicht

Immer wichtiger wird die Fähigkeit zum drahtlosen Netzzugang. "WLAN ist eine Standardanforderung, seit die anfänglichen Sicherheitsbedenken gewichen sind", beobachtet Dells Notebook-Experte Kaub. Die Mindestanforderungen sind in Europa die Standards 802.11b und g. Doch auch die Variante a/b/g ist sehr beliebt, vor allem bei Anwendern, die ihren Notebook nach Nordamerika oder Fernost mitnehmen müssen. Denn dort ist noch 802.11a das vorherrschende Zugangsverfahren.

Ein weiterer Trend fällt bei Business-Notebooks auf: DVDs sind keineswegs mehr als Video-Gimmick verpönt. Acer baut DVD-Laufwerke ein, "weil die Preisdifferenz zum CD-ROM-Laufwerk nicht relevant ist", so Manager Tegtmeier. Dells Notebook-Experte Kaub fügt hinzu: "Außerdem werden immer mehr Informationen und Programme per DVD verbreitet. Und möglicherweise verwenden die IT-Abteilungen für den Support DVDs."

Verwandlung zum Desktop

Auch externe Geräte gehören zunehmend zur Standardausstattung eines Business-Notebooks: die Docking-Station oder ihre kleinere Ausführung als Port-Replikator. Letzteres ist quasi eine Steckerleiste, die man am Büroarbeitsplatz an das Notebook anschließt. Die lästige Prozedur, jedes Mal einzeln Monitor, Drucker, Tastatur, Maus, Ethernet etc. verkabeln zu müssen, entfällt. Diese Geräte sind alle schon mit dem Port-Replikator verbunden. Allerdings sollte man beim Kauf neuer Notebooks darauf achten, dass sich der Port-Replikator beziehungsweise die Docking-Station möglichst weiterverwenden lassen.

Das Thema Support ist bei Business-Notebooks außerordentlich wichtig. Schon mittelgroße Firmen ordern die Geräte in beträchtlichen Stückzahlen, aber nicht auf einen Schlag. So genannte Nachzügler sind üblich. Trotzdem wollen die Unternehmen weitgehend identische Hardware. Denn die Belastung der IT-Abteilungen erzwingt es, Betriebssystem und Applikationen möglichst mittels nur eines Images auf alle Geräte aufzuspielen. "Gängig ist ein einziges Software-Image für alle Notebooks", resümiert FSC-Manager Behnke. "Unternehmenskunden können dauernd neue Notebooks nicht brauchen."

Im Gegensatz zu Consumer-Notebooks, deren Marktzyklen extrem kurz sind, führen die Hersteller Business-Notebooks mindestens zwölf Monate in unveränderter Form. Auch 18 Monate garantierte Plattformstabilität ist nicht ungewöhnlich. Bei HP bleiben die Geräte bis zu zwei Jahre im Angebot. Nach Auslaufen des Angebots sind in der Branche fünf Jahre garantierte Bevorratung mit Ersatzteilen üblich. Da schauen Privatanwender längst in die Röhre.

Der wohl wichtigste Unterschied zu privaten Mobil-PCs ist der Wert der Business-Notebooks - womit nicht ihr Preis angesprochen ist, sondern die auf ihnen gespeicherten Daten. Der Verlust eines Notebooks mit sensiblen Firmendaten kann horrende Folgen haben. Demzufolge ist Sicherheit das oberste Gebot. Und das hat nach HP-Manager Vasenda zwei Aspekte: "Wer darf auf das Notebook und die Daten zugreifen? Und wie werden die Daten sicher gespeichert?"

Sicherheit ist oberstes Gebot

Zur Zugriffssicherung sind Passwörter für das Bios und die Festplatte sowie die Plattenverschlüsselung Standard. Es geht weit aufwändiger: IBM bietet Notebooks, die eine Nutzung erst dann erlauben, nachdem ein Scanner den Fingerabdruck des autorisierten Anwenders registriert hat. "Die Nachfrage nach Notebooks mit Fingerprint-Scannern ist größer, als wir erwartet haben", erklärt der für die "Thinkpad"-Produkte zuständige IBM-Manager Volker Fassbender. Solche Fingerprint-Scanner sind nicht unumstritten, weil das Verfahren schon geknackt wurde. Fujitsu-Siemens hat sie als erster Hersteller in Notebooks integriert, ist aber wieder davon abgekommen.

Die gängigen Alternativen sind Smartcards, für die gute Notebooks einen separaten Reader haben, oder USB-Tokens, ohne die sich ein Mobil-PC nicht starten lässt. Die Freigabe erfolgt durch Eingabe einer persönlichen Identifikationsnummer (PIN) oder eines Passworts, die auf den elektronischen Schlüsseln gespeichert sind. Doch auch das ist nicht ohne, weil die Schlüssel leicht verloren gehen. "Zu Smartcards und USB-Tokens gehört immer eine komplette Umgebung mit zentralen Funktionen zum Brennen und Sperren der Karten", erläutert Dell-Manager Kaub. "Außerdem braucht man eine Fall-Back-Lösung für Zweitkarten, deren PIN zunächst geheim ist, so dass der User sich bei der IT melden muss, wenn er seine primäre Karte verliert."

Der zweite für geschäftliche Notebook-Anwender wichtige Aspekt ist die Verfügbarkeit von Anwendungen und Daten. Bei einem Ausfall unterwegs ist kein User-Support zur Hand. Entsprechend sollten Business-Notebooks über "Rescue-and-Recovery"-Technik verfügen, wie derlei bei IBM heißt. HP und Dell bieten ähnliche Lösungen, Fujitsu-Siemens wird in Kürze eine vorstellen.

Das System funktioniert folgendermaßen: Eine Kopie des Betriebssystems und der Anwendungen ist als Image in einer versteckten Partition der Festplatte hinterlegt. Bei jeder Speicherung einer Datei wird ebenfalls eine Kopie komprimiert auf diese Partition geschrieben. Das Backup erfordert keinerlei Maßnahmen der Anwender. Bei einem Absturz kann der Anwender mit einfachem Druck auf Funktionstasten automatisch das zuletzt gespeicherte System wiederherstellen. Es ist auch möglich, länger zurückliegende Systemzustände wieder aufzugreifen.

Mit solchen Sicherheitsmaßnahmen ist es allerdings nicht getan. "Im Business-Bereich verlangt man eine gewisse Disziplin", weiß Dell-Manager Kaub. Viele Firmen geben ihren Angestellten nicht nur Notebooks, sondern auch gleich eine Liste von Pflichten, zu denen die Anwendung der Sicherheitslösungen gehört. Kaub empfiehlt den Unternehmen: "Firmen müssen die User in die Pflicht nehmen." u