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27.04.2001 - 

Open-Source-Software/IBMs Beitrag zur Open-Source-Entwicklung

Was das Linux Technology Center macht

MÜNCHEN (ls) - Der größte Teil der 1,3 Milliarden Dollar, die IBM in die Entwicklung von Linux investiert, geht in das Linux Technology Center (LTC). Hier ein Abriss seiner Aufgaben und Aktivitäten.

IBMs Linux Technology Center hat keinen Standort und keine Gebäude, es ist ein über die hauseigenen Kommunikationskanäle und per Internet zusammenarbeitendes Team von IBM-Mitarbeitern. Zurzeit zählt es fast 200 Mitglieder. Dazugehören ist eine prestigeträchtige Sache, weil man dann Mitglied der recht frei arbeitenden Gruppe ist, die im Zentrum der Linux-Orientierung von IBM steht. Die Liste der Bewerber, aus der LTC-Director Dan Frye Mitarbeiter auswählen kann, ist entsprechend lang.

Die Ziele des LTC sind allgemein gehalten: Linux zu verbessern, geschätzte und vertrauenswürdige Mitglieder der Linux-Community zu werden sowie IBMs technische Stäbe in Linux-Fragen zu unterstützen. Faktisch läuft das laut IBMs Linux-Marketing-Chef in Europa, Adam Jollans, auf eins hinaus: "Es gilt, IBMs erstklassige Programmierer-Ressourcen und seine Software zu nutzen, um das Wachstum von Linux als Enterprise-Betriebssystem zu beschleunigen."

Mitglieder der CommunityLTC-Mitglieder sind privilegiert. Sie arbeiten normalerweise nicht daran, IBM-Produkte Linux-fähig zu machen. Damit hat Big Blue zusätzlich mehr als 2000 Hard- und Software-Ingenieure beauftragt. LTC-Mitglieder sind hauptberuflich eher in Projekten der Linux-Community engagiert und bringen dort technische Erfahrungen von IBM ein. Dabei ist es ihnen ausdrücklich untersagt, auch nur den Anschein zu erwecken, Linux zu einem IBM-bestimmten Betriebssystem machen zu wollen.

Aus dem LTC ist weit mehr Code hervorgegangen als Device-Treiber. Die bekanntesten Beiträge sind Linux für S/390-Mainframes und Power-PC-Rechner, wovon wiederum Teile in den aktuellen Linux-Kernel 2.4 eingeflossen sind. Auch zu den Betriebssystem-Entwicklungen für Intels IA-64-Architektur hat das Team wesentliche Elemente geliefert.

Zurzeit sieht die Personalpolitik vor, dass mindestens einer und höchstens fünf LTC-Mitarbeiter auf Vollzeitbasis in jedem Projekt der Linux-Community engagiert sind. So sind IBMer beispielsweise beteiligt an Projekten für ein Journal-File-System, diverse Netzwerk- und Sicherheitsaspekte, System-Management, Logical Volume Manager, SMP-Performance und Skalierbarkeit, Scheduler, Storage, Error-Logging, Numa, Debugging-Tools, Libraries, IA-64-Linux, Cluster-Installation oder Internationalisierung.

Aufgabe des LTC sind auch die Kommunikation und Koordination mit übergeordneten Linux-Gremien. Dazu gehören beispielsweise zu Fragen der Standardisierung von Linux die Free Standards Group und ihre Teilprojekte Li18NUX (Internationalisierung), Linux Development Platform Specification (LDPS) sowie Linux Standards Base (LSB). Das betrifft ferner mit umfangreichen Projekten oder weiter gehenden Zielen beschäftigte Gruppen wie die Gnome Foundation, die KDE League, die Free Software Foundation, Debian, Usenix und das Linux Documentation Project.

Das LTC bietet mehr als personelle Ressourcen. Es unterhält FTP-Sites für Linux-Downloads und spendiert Open-Source-Projekten Hardware. Es tritt als Sponsor von Meetings auf und könnte gegebenenfalls auch finanzielle Zuschüsse vergeben. Das LTC trägt die Kosten für Auftritte seiner Mitglieder auf Linux-Kongressen und Messen.

Das LTC hat weiterhin die Aufgabe, in IBM hineinzuwirken. Unter anderem veranstaltet es die Linux-Summits, eine zweimal jährlich stattfindende Versammlung von Linux-Experten und Produktverantwortlichen bei IBM.