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24.01.1975 - 

Computerspielerei im Fernsehen

Was denken sich jetzt die EDV-Laien?

MÜNCHEN - Abends um neun, ARD-Programm - Computer-Spielerei mit Kommunikationsnetz und vielem anderen.

Damit eine Zuschauerin Fischfilets kochen kann, wurde eine Nixdorf-Anlage bemüht. Leute, die weniger Geld haben als Rundfunkanstalten, könnten sogar 720 Fisch-Rezepte auch noch mittels Kartei schaffen. Während Moderator Ernst von Khuon die so bedeutsamen Daten für das Gelingen des Mahles abfragt, muß der Operator in der Lochkarte "die Fensterchen ausstoßen".

Dann durfte Ludek Pachmann gegen einen Honeywell-Computer Schach spielen. Motto: Weiß zieht an und gewinnt. Pachmann: "Ich glaube nicht, daß in absehbarer Zeit ein Computer einen Großmeister besiegt." Er hatte Weiß. Etwas mutiger war seine Aussage, daß ein Computer 60 000 Jahre rechnen müsse, um eine sechszügige Schluß-Partie voll durchzuspielen. Da muß er wohl an ein etwas älteres Modell gedacht haben.

Zum Ausgleich durfte der Computer an der Spielzeug-Rennbahn gewinnen - zwei Runden Vorsprung vor dem Europameister derartiger Mini-Rennen, Michael Herken, und immerhin 18 Runden vor dem Stuttgarter Altmeister Hans-Stuck senior. Vor der Aufzeichnung allerdings waren die Gewinnchancen für den Computer gar nicht so gut: bis wenige Minuten vor Beginn der Aufnahme erreichte der computergesteuerte Wagen auf der Rennbahn nicht sein gewohntes Tempo. Spannend war es bis zum Schluß.

Gut - aber nicht neu - war, wenn auch um den Preis einer DFÜ-Verbindung zu einem Timesharing-Rechenzentrurn in Cleveland/Ohio, die simultierte Mondlandung: dem Laien-Zuschauer, der bei dem Astronauten-Spiel ein 5,4 Meter tiefes Loch mit seinem Satelliten riß, versicherte Mark lll als Trost, man werde es dem Film zu Ehren "Herken-Krater" nennen. Denn der Mitspieler war rein rechnerisch tot - fleißigen Besuchern regionaler Computer-Messen ein längst bekanntes Gefühl.

Der Grundstein fur dieses TV-Happening war ein Gespräch im März 74 zwischen dem WDR-Redakteur Alon Schmuckler und dem Honeywell-Bull-PR-Mann Wulf v. Lühnen. Klar war, daß ein Computer abrechnen, Daten erfassen, verarbeiten und als wichtige Information verarbeiten kann. Kann aber ein Comppter - bei Eingabe entsprechender Programme - blitzschnell auf menschliche Entscheidüngen reagieren? Er konnte - aber nur teilweise, wie bewiesen. Kommentar von Günther Hassert, dem Regisseur dieser Sendung "Na, Gott sei Dank hat der Computer nicht pausenlos gewonnen: die Sendung wäre ja stinklangweilig geworden".