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13.03.1998

Was die Anwender sagen

Big Blue verkündet eine Renaissance der zentralen Datenverarbeitung, zumindest eine Konsolidierung der Server. Es fällt allerdings auf, daß IBMs PC-Server-Geschäft wie auch die Umsätze im Midrange-Server-Segment der AS/400- und RS/6000-Maschinen stagnieren oder rückläufig sind. Gleiches gilt zwar auch für den Mainframe-Bereich. Mit letzterem macht Big Blue aber immer noch mehr Umsatz, als mit den drei vorgenannten Produktgruppen zusammen. Zudem lohnt sich das Service-Nachfolgegeschäft bei den Großrechnern allemal mehr als bei den anderen Rechnersegmenten. Das Wartungsgeschäft, das 1997 rund 6,4 Milliarden Dollar ausmachte, kann man darüber hinaus getrost fast ganz dem Großrechnergeschäft zuschreiben. Grund genug also für die IBM, das Credo von der bevorzugt auf S/390-Systemen zu realisierenden Server-Konsolidierung zu verbreiten. Wie aber stellen sich deutsche Anwender dazu?

Armin Büschel, Quelle-Schickedanz AG,

Als Argument für eine Server-Konsolidierung - im "Idealfall" löst ein S/390-System alle kleineren Server ab - führt IBM die einfachere Verwaltung und die niedrigere Total Cost of Ownership (TCO) der Mainframes im Vergleich zu Client-Server-Topologien an. Gerade aber das Kostenargument mag Büschel, DV-Verantwortlicher bei dem Kataloganbieter Quelle-Schickedanz AG, nicht gelten lassen: "Wenn man den TCO-Angaben der Gartner Group und der IBM glaubt, müßte der Mainframe billiger sein. Wir können diese Aussage allerdings nicht unterstützen." Im Quelle-Rechenzentrum finden sich fast alle Server-Klassen: Mainframes, Tandem-Rechner, die prozeßsteuernd eingesetzt werden, ein "Hühnerhof von Unix-Systemen" und NT-Server. Trotz der Vielfalt denkt DV-Manager Büschel nicht an eine Konsolidierung der verschiedenen Hardwareplattformen. Vielmehr versucht er, Tools zu finden, mit denen er die "Heterogenität dieser Server-Landschaft in den Griff bekommt". Das bedeutet, daß jede Rechnergattung bei Bedarf die Erweiterung erfährt, die sie benötigt. "Wir haben zumindest in den kommenden zwei bis drei Jahren nicht vor, die Hardwareplattformen zu vereinheitlichen."

Wolfgang Kriegstötter, Leonberger Bausparkasse

Generell von Unix verabschieden will sich die Leonberger Bausparkasse. Kriegstötter, Hauptabteilungsleiter Informationssysteme und Organisation, ist gerade dabei, so zu konsolidieren, "daß wir nur mehr NT-Server und den zentralen Host unter OS/390 haben". Dabei steuert der Main- frame nicht nur klassisch die Online-Verarbeitung der operativen Systeme im Innendienst, sondern er verarbeitet auch die NT-Daten, die im Außendienst anfallen. Als Verbindungsglied zwischen der zentralen Adabas-Datenbank und den NT-Clients dient eine Oracle-Datenbank.

Wolfgang Behrmann, Melitta Haushaltsprodukte

Einen Verbund von Unix-Rechnern als Ersatz für einen Main- frame strebt Behrmann, Leiter Informatiktechnologie und Rechenzentrum bei Melitta Haushaltsprodukte, an. "Wir haben bei unserer Client-Server-Umgebung von vornherein konsolidiert und setzen beispielsweise im Unix-Bereich auf IBMs SP-Systeme unter AIX." Der Vorteil dieses Konzepts ist unter anderem, daß alle Rechner in einem Rack untergebracht und über ein Hochgeschwindigkeitsnetz zusammengeschaltet sind. Die Zentralisierung der Datenverarbeitung gilt auch für die vorhandenen NT-Server, deren Volumen allerdings noch keine Probleme bereitet. Der noch vorhandene CMOS-Mainframe, auf dem unter anderem SAPs R/2 läuft, soll zum Jahresende abgeschaltet werden. Derzeit stellt Melitta auf R/3 um.

Hans-Dieter Meinecke, Datenzentrale Schleswig-Holstein

Die Nordlichter betreiben neben den eigenen zwei Mainframes vom Typ S/390 auch Unix- und NT-Rechner für Kunden. Meinecke, Abteilungsleiter im Servicebereich, beabsichtigt zwar, die Server zu konsolidieren, allerdings will er "die verschiedenen Welten beibehalten". Derzeit sei nicht geplant, beispielsweise eine Unix-Anwendung auf die S/390 zu portieren. Allerdings will der DV-Manager solches für die Zukunft nicht ausschließen.

Schering AG

NT heißt die Zielrichtung bei der Schering AG in Berlin. Das Pharma-Unternehmen will innerhalb der kommenden fünf Jahre den MVS-Mainframe abgelöst und eine vollständige Client-Server-Architektur etabliert haben. Damit geht ein grundlegendes Re-Engineering im Unternehmen einher. Abläufe in Niederlassungen oder Tochtergesellschaften und Fachabteilungen sollen - zusammen mit der Einführung neuer Software - verändert werden. Die Entscheidung zugunsten von NT als strategisches Betriebssystem begründe sich vor allem damit, daß man ein einheitliches Betriebs- system für Clients, LAN- und Applikations-Server etablieren will. Bislang hat Schering außer den Host-Rechnern bereits rund 70 Server im Einsatz, die zentral aufgestellt sind. Unix-Rechner kommen nur dann zum Zug, wenn entweder die Leistungsfähigkeit von NT nicht ausreicht oder die verwendete Software nur als Unix-Version zu haben ist. Da die Datenbanken unter NT derzeit noch nicht so voluminös sind und man sich für die Umstellung fünf Jahre Zeit gibt, erwarten die DV-Manager auch dort keine Eng- pässe. Positive Ergebnisse durch die neue Architektur zeigten sich schon jetzt durch niedrigere Kosten.