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23.08.1996 - 

Thema der Woche/

Was die kommenden Jahr bringen werden

Die Gartner Group wagt mit ihrem Strategiepapier "2001: An IT Odyssey" einen Blick auf die kommenden fünf Jahre und versucht, die wesentlichen Entwicklungen in der DV-Industrie sowie deren Auswirkungen auf Unternehmen und DV-Abteilungen zu prognostizieren. Die CW gibt die Meinung der Gartner Group in einer Zusammenfassung wieder.

Die Situation am DV-Markt gestaltet sich für DV-Manager zunehmend unübersichtlich. Zu schaffen machen IT-Verantwortlichen vor allem die immer kürzer werdenden Produktzyklen sowie - ganz allgemein - immer raschere Veränderungen. Darüber hinaus gibt es zunehmend weniger dominante Hersteller am Markt, an deren Strategie man sich ausrichten könnte.

DV-Abteilungen werden sich zukünftig vor allem einer Herausforderung stellen müssen: Der Umstrukturierung ihrer IS- Organisationen. Das althergebrachte zentralistische DV-Konzept ist überholt. In Zukunft müssen sich IT-Organisationen an neuen Bedürfnissen ihrer Klientel ausrichten.

Diese ergeben sich aus der zunehmenden Divisionalisierung der Unternehmen. Eine DV-Organisation muß diese unterschiedlichen Geschäftseinheiten mit einer adäquaten Systemtopologie nachbilden können und zudem entsprechende Fachdienstleistungen erbringen.

Vonnöten, so die Gartner Group, ist also ein neues IT-Modell. In diesem sollten sich die DV-Abteilungen als Wissensvermittler verstehen, sie müssen zudem ausgleichen zwischen zentralistisch orientierten Aufgaben und Bedürfnissen der einzelnen Geschäftseinheiten. Überdies sollten die DV-Abteilungen der Zukunft sehr flexibel auf die Wandlungen im Markt reagieren können.

Zudem ändern sich die Empfänger der Dienstleistungen: Neben den hausinternen Benutzern werden dies zunehmend externe Kunden (sowohl business-to-business als auch business-to-customer) sein, glaubt Gartner.

Auf solche neuen Kundenbedürfnisse müssen aber sowohl Rechnersysteme als auch Applikationen zugeschnitten sein. Und diesbezüglich besteht erheblicher Nachholbedarf: Viele der heute verwendeten Applikationen werden diesen zusätzlichen Anforderungen nicht mehr gerecht.

Das wiederum bedeutet, Unternehmen sollten sich in den kommenden Jahren auf erheblich höhere finanzielle Anstrengungen einrichten. Denn nicht nur müßten die sogenannten Legacy-Applikationen konvertiert werden. Vielmehr bedarf es auch erheblicher Summen für die notwendige Entwicklung von Anwendungen der nächsten Generation.

Eine weitere Entwicklung wird die Kostenspirale darüber hinaus unweigerlich in die Höhe treiben: Mit digitalisierten Heimarbeitsplätzen entstehen quasi aushäusige PC-Netze. Die Analysten meinen, daß die Unterstützung solcher Arbeitsplätze Kosten verursacht, die bis zum Jahr 2001 um den Faktor sechs wachsen werden.

Bezüglich der Entwicklung von Applikationen müssen DV- Verantwortliche außerdem mit einer besonders fatalen Problematik fertig werden: Viele Anwendungen sind bereits zum Zeitpunkt ihrer Entwicklung nicht mehr Stand der Technik. Sie sind darüber hinaus - schlimmer noch - nicht flexibel genug, um den erheblichen Veränderungen der Geschäftsbedingungen gerecht zu werden. Gartner geht davon aus, daß die IT-Budgets der Unternehmen in den kommenden fünf Jahren um den Faktor 1,5 bis 2,5 steigen werden.

Eher Zurückhaltung als Aktivismus hingegen verordnen die Analysten Anwendern beim Phänomen Internet: Nutzen Sie das Internet nicht einfach deshalb, weil es momentan vielleicht schick ist. Nur wenn eindeutig Geschäftsvorteile daraus erwachsen, ist ein Engagement im Netz der Netze angebracht.

Gartner glaubt, daß bis 1998 die größten Hindernisse beseitigt sein werden, die einer Entwicklung des Internet als kommerziell nutzbarem Vehikel noch im Wege stehen.

Ein anderes Thema, das für Unternehmen interessant werden dürfte, ist die Unterstützung von PC-LANs als mehr oder weniger strategischer DV-Plattform: Die Gartner Group geht davon aus, daß Unternehmen bei sinnvoller Nutzung der PC-LAN-Technologie erhebliche Einsparungen realisieren können. Voraussetzung für solche Kostenvorteile seien allerdings automatisierte Helpdesks und eine elektronische Softwaredistribution.

Die Analysten untersuchten auch den Einfluß, den Intel und Microsoft auf die IT-Branche haben werden. Sie schätzen, daß es bis zum Jahr 2001 kaum mehr Beschäftigte in der Branche geben wird, die nicht in der einen oder anderen Weise mit Produkten des sogenannten Wintel-Duos zu tun haben.

Insbesondere prognostizieren die Marktforscher, daß es bis zu diesem Zeitpunkt mit Mainframes vergleichbare Rechner geben wird, die auf der Wintel-Technologie aufsetzen und sowohl bezüglich ihrer Rechenleistung als auch ihrer Verfügbarkeit und Administrations-Optionen mit herkömmlichen Großrechnern mithalten.

Wintel-Systeme werden überdies im Vergleich zu einschlägigen Host- Systemen preiswerter sein, und es wird mehr Software dafür existieren. Letzteres ergibt sich schon allein aus der extrem hohen Verbreitung der Systeme.

Die Gartner Group warnt DV-Manager insbesondere vor Glanzbroschüren-Versprechungen: Grundsätzlich sei bei Aussagen zu angeblich "strategischen" Produkten und Ausrichtungen Skepsis angebracht. Im Prinzip sei eine Langfriststrategie zwar von hohem Wert. Bei deren Realisierung sieht Gartner aber eher schwarz: Wegen der immer kürzeren Produktzyklen sowie sinkender Profitmargen sei abzusehen, daß über lange Zeit durchgehaltene Konzepte eher abnehmen würden. Beispiele für überraschende Neuorientierungen seien neben anderen Anbietern die IBM, DEC und Novell.

Bei der Bewertung einzelner Marktsegmente widmete die Gartner Group den Bereichen Enterprise-Applications, relationalen Datenbanksystemen, Netzwerkdiensten, Desktop-Hardware, Desktop- Software-Suiten sowie den Applikations-Entwicklungs-Tools besondere Aufmerksamkeit.

Der Enterprise-Application-Markt, in dem sich Software-Anbieter wie Peoplesoft oder SAP engagieren, ist gekennzeichnet durch rapides Wachstum und eine Vielzahl von Wettbewerbern. Gartner unterscheidet hier drei Typen von Anwendungen:

-Als Gen(0) bezeichnen die Analysten die sogenannten Legacy- Applikationen.

-Die nächste, jetzt auf dem Markt befindliche Generation von Software, für die SAPs R/3 steht, nennt Gartner Gen(1).

-Wirklich Stand der Technik wären sogenannte Gen(2)-Applikationen.

Gen(0)-Anwendungen sind die monolithisch und streng hierarchisch aufgebauten Cobol- und Assembler-Applikationen, Vertreter einer jahrzehntealten Sparte von Softwareprodukten.

Doch auch Gen(1)-Produkte lassen nach Meinung der Gartner Group fundamentale Eigenschaften vermissen, die für neuentwickelte, zeitgemäße Geschäftsprozesse wichtig wären. Obwohl diesen Erzeugnissen die Schlagzeilen der Presse gehören, richten sich Gen(1)-Applikationen immer noch an traditionellen Transaktionsjobs aus, an Datenflüssen und Applikationsgrenzen.

Demgegenüber verlangten DV-Anwender heute nach universellen Datenzugriffen. Diese müssen flexibel sein und in Echtzeit ablaufen können.

So sei auch die Gen(1)-Generation von administrativen Client- Server-Systemen noch weit davon entfernt, die eigentlich gefragten und notwendigen Funktionalitäten zur Verfügung zu stellen.

Ganz finster sieht es mit Gen(2)-Applikationen aus: Kein einziger Hersteller habe das Know-how, innerhalb der kommenden fünf Jahre mit solch einem Softwaresystem auf den Plan zu treten.

Gute Zukunftsaussichten attestiert Gartner insbesondere sieben Entwicklungshäusern. SAP und Oracle gäben den Ton an.

Beide können unabhängig agieren und besitzen wesentliche Wettbewerbsvorteile. Außerdem sei beider Vertriebskonzept wohlstrukturiert durch eine Reihe starker Verkaufskanäle.

Daneben schätzt Gartner Baan, J.D. Edwards, Peoplesoft sowie System Software Associates hoch ein. Zu nennen sei schließlich auch noch Dun & Bradstreet Software, die allerdings einen guten Übernahmekandidaten abgeben würde.

Alle diese Softwarehäuser nutzen jedoch eigene, proprietäre Entwicklungs-Tools. Vor Jahren noch durchaus legitim, weil die einzige praktische Vorgehensweise, gebe es heutzutage standardisierte und weitverbreitete Werkzeuge, die zudem robuster seien.

Der Markt für relationale Datenbanksysteme durchlebte in den vergangenen Jahren einige Turbulenzen. Zunehmend seien spezialisierte Datenbanksysteme im Zuge der Entwicklung zum Allgemeingut geworden, schreibt Gartner mit Verweis auf die Beispiele Sybase, Teradata oder Tandem.

Im Datenbanksegment werden sich die Produkte immer ähnlicher. Etwa ab 1998 werden Datenbanksysteme ohnehin nur mehr ein Aspekt von Online-Transaction-Processing-(OLTP-) beziehungsweise Entscheidungsfindungs-Systemen sein.

Als vorherrschende Anbieter sieht die Gartner Group IBM, Informix, Oracle, Microsoft und Sybase. Der Markt für relationale Datenbanksysteme werde bis zum Jahr 2001 ein jährliches Wachstum von 11,9 Prozent erleben. Insbesondere das Geschäft mit relationalen Datenbanksystemen unter NT wird mit einer jährlichen Zuwachsrate von 44,2 Prozent einen Boom erleben.

In den kommenden zwei Jahren wird es im Bereich der Netzwerkdienste auf dem internationalen Markt erhebliche Veränderungen geben, insbesondere bezüglich der Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Carriern. Dies liegt an Telekommunikationsreformen und Deregulierungsvorhaben, die es neuen Anbietern ermöglichen, in den Telecom-Markt einzutreten. In Europa wird sich durch Privatisierungen und Wettbewerbsöffnungen der Markt erheblich verändern.

Netzwerk-Diensteanbieter von Bedeutung sieht Gartner in AT&T, der British Telecom, der Deutschen Telekom, der France Télécom sowie der japanischen Nippon Telegraph & Telephone (NTT). MCI dürfte ebenfalls eine starke Rolle spielen. Sprint und Cable and Wireless sieht die Gartner Group als potentielle Übernahmekandidaten.

Desktop-Hardware-Anbieter stehen vor einem anderen Problem: In dem Maße, in dem PC-Komponenten für alle Produzenten gleichermaßen verfügbar wurden, waren PC-Hersteller gezwungen, sich über Qualitäts- und Verläßlichkeitsfaktoren oder über einen möglichst günstigen Preis hervorzuheben.

Bei der Wahl des Rechnerlieferanten rät Gartner, nicht nur Preis- Leistungs-Aspekte zu berücksichtigen. Wer dies tue, verrechne sich bei den Langzeitkosten erheblich.

Wesentliches Kriterium für die Qualität eines Herstellers sei die "Vision", die er verfolgt, und ob er in der Lage ist, diese auch zu verwirklichen. Unter Vision versteht Gartner dabei, wie intensiv sich ein PC-Hersteller auf die Probleme von Großunternehmen einläßt, sich also nicht nur als Boxenschieber versteht. Dazu kommen das technologische Know-how des PC- Unternehmens sowie die Fähigkeit, Marktgegebenheiten nicht nur einzuschätzen, sondern auch darauf zu reagieren.

Die Fähigkeit, eine Vision durchzusetzen, sieht Gartner dann gegeben, wenn ein PC-Hersteller über ausreichende finanzielle Potenz verfügt und Marketing- und Distributions-Kapazitäten besitzt. Auch muß die Firmenorganisation stabil sein. Wesentlich sei zudem, daß ein Rechneranbieter ein gerüttelt Maß an Kompetenz bezüglich von Produktionsverfahren aufweist.

Die zukünftig marktbestimmenden PC-Hersteller sind demnach Compaq und Hewlett-Packard. Dell und die IBM schätzen die Analysten ebenfalls, wenn auch in etwas geringerem Maße. Apple Computer wird, so die Marktforscher, zum Nischenanbieter reduziert und dürfte ein Übernahmekandidat sein.

Bei Desktop-Software ist ein klarer Trend zu sehen: Office-Suiten. "Smartsuite" von IBM/ Lotus, "Perfect Office", das Corel von Novell gekauft hat, und natürlich der Marktführer "Microsoft Office" liefern sich einen Dreikampf, bei dem nicht mehr überwiegend die hochspeziellen Features für den sogenannten Power- User im Vordergrund stehen. Vielmehr haben sich alle drei auf die Fahnen geschrieben, in ihre Suiten Kommunikationsoptionen einzubauen, die einfach und leistungsfähig sind - das Internet steht auch hier bereits als treibende Kraft im Hintergrund.

Vor allem Microsoft gilt den Gartner-Analysten als dominierender Anbieter bei Office-Suiten. Sie glauben allerdings auch, daß Lotus von IBMs Marketing und dessen finanzieller Stärke profitiert und deshalb ebenfalls als starker Wettbewerber zu sehen ist.

Bei der Wahl von Tools für die Applikationsentwicklung auf Workgroup-Ebene rät Gartner Unternehmen dringend, sich nicht auf ein einziges Werkzeug festzulegen in der Hoffnung, so über einen langen Zeitraum firmenintern einen Standard zu etablieren. Zwar solle man auch nicht einem Wildwuchs an Tools das Wort reden. Die Möglichkeit, zwischen Entwicklungswerkzeugen zu wechseln, sollten Unternehmen sich aber ganz groß auf die Fahnen schreiben. Am erfolgversprechendsten sei die Strategie, ein Entwicklungs-Tool für unternehmensweit eingesetzte Anwendungen zu nutzen und eines für die Anforderungen auf Workgroup-Niveau.

Dabei sollten DV-Verantwortliche darauf achten, daß die beiden Tools weder zu wenige noch zu viele Überschneidungen aufweisen. Sind die Tools zu unterschiedlich, kann der Entwickler bei Problemen nicht ohne weiteres von einem auf ein anderes Werkzeug wechseln. Wer also etwa "Dbase" und "IEF Composer" von Texas Instruments nutzt, besitzt Tools für völlig unterschiedliche Aufgabenstellungen.

Zu große Überschneidungen im Leistungsprofil von Entwicklungs- Tools bedeuten andererseits, daß ein Unternehmen relativ viel in die Ausbildung seiner Entwickler investiert, ohne ein entsprechend breites Wissensspektrum aufzubauen. Die Kombination "Powerbuilder" und "SQL Windows" sieht Gartner etwa als weniger sinnvolles Entwicklungs-Tandem.

Hingegen sei zu Paaren wie beispielsweise "Progress" und "Windows SQL", "Powerbuilder" und "Forte" oder "Antares" und "Progress" durchaus zu raten.

Vor einem warnen die Gartner-Marktforscher eindringlich: Anwender sollten den Herstellerversprechen nicht glauben, die angebotenen Entwicklungswerkzeuge seien skalierbar, also gleichermaßen geeignet für die Entwicklung von Desktop- und Enterprise- Applikationen. Im besten Fall seien solche Aussagen dubios - im schlimmsten Fall "lächerlich".

Noch etwas sei gefährlich: Anwender sollten nie auf das sogenannte Führerschaft-Lemminge-Syndrom hereinfallen. Mit anderen Worten: Nicht immer sind Produkte von anerkannten Marktführern auch wirklich die beste Wahl.

Einmal mehr sieht die Gartner Group Microsoft auch im Marktsegment der Workgroup-Entwicklungswerkzeuge mit dem "Visual-Basic"-Tool als einen der wichtigsten Wettbewerber. Daneben seien Oracle ("Oracle Forms") sowie "Powerbuilder" von der Sybase-Division Powersoft stark zu beachten. Jeder dieser Anbieter besitze unterschiedliche Stärken. In der zweiten Reihe der Anbieter von Workgroup-Entwicklungswerkzeugen sitzen nach der Meinung der Gartner Group Compuware ("Uniface") sowie Borland mit dem "Delphi"-Tool.

Viele Entwicklungsabteilungen in Unternehmen, schreiben die Marktforscher, hätten mit 4GL-Werkzeugen für Workgroup- Anforderungen bereits erste befriedigende Erfahrungen gesammelt. Solche Erfolgserlebnisse seien jedoch nicht auf die Applikationsentwicklung für unternehmensweit genutzte Anwendungen übertragbar.

Hier wird sich in den kommenden Jahren allerdings einiges verändern. Tools für Business-Process-Re-Engineering-Aufgaben, die über OO-Technologien verfügen, seien in der Entwicklung. Ebenso würden Software-Entwicklungs-Technologien vorbereitet, die computerunterstützt (Computer aided) ablaufen.

Applikationsentwicklungs-Werkzeuge für Client-Server-Umgebungen sollten in Zukunft unter anderem auf Anwendungen zugeschnitten sein, die für mindestens zehn oder mehr Transaktionen pro Sekunde und über 100 permanente Benutzerzugriffe ausgelegt sind. Bei einem zukünftigen CS-Entwicklungs-Tool sollte ferner die Möglichkeit gegeben sein, Two-Phase-Commit-Eigenschaften für heterogene Datenbankprodukte in Anwendungen einzubauen.

Entwicklungs-Tools sollten auch geeignet sein, Applikationen mit verschiedenen Topologien wie "thin client/fat server", "fat client/multiple thin server" und andere Varianten zu unterstützen.

Grundsätzlich sei der Markt für Enterprise-Entwicklungs-Tools aber noch in der embryonalen Phase. Entsprechend ließen sich auch noch keine führenden Anbieter ausmachen. Bis 1998 dürfte dieses Marktsegment aber an Reife gewonnen haben.

Wenn auch noch nichts entschieden ist, so läßt sich, so Gartner, doch schon prognostizieren, daß vier Anbieter mit ihren Tool- Suiten den Markt beeinflussen werden: die IBM, Platinum Technology, Oracle und Microsoft. Wichtig für gewisse vertikale Märkte dürften darüber hinaus Andersen, Antares, Forte, Nat Systems und Progress sein.

Die Gewinner der kommenden fünf Jahre

Gartner macht auch die potentiellen Nutznießer der kommenden Jahre aus. Dazu zählen die Analysten all jene DV-Unternehmen, die expandieren und sich am Markt durchsetzen werden:

Baan, Peoplesoft, SAP und System Software Associates haben, so die Analysten, im Geschäft mit den Unternehmensapplikationen (enterprise applications) die besten Karten. Bezüglich der Entwicklungs-Tools für Unternehmensapplikationen prognostiziert Gartner vor allem Antares, Forte Software, Microsoft, Nat Systems International sowie Oracle eine gute Zukunft.

Am Markt der Datenbank-Management-Systeme sieht Gartner IBM, Informix Software und Microsoft im Licht. Netzwerk-Dienstleister von Gewicht werden AT&T, British Telecom, Bell Atlantic, Nynex, Pacific Telesis (Pactel) und Unisource sein.

Bei den Hardwareherstellern im Desktop-Bereich sieht Gartner vor allem zwei Unternehmen mit rosigen Zukunftsaussichten: Compaq und Hewlett-Packard.

Borland International, Gupta, Oracle und Powersoft liegen bei Workgroup-Applikationsentwicklungen gut im Rennen.

Was sich ändert

Gartner geht davon aus, daß es für Anwenderunternehmen drei Trends geben wird, die die Geschäftsmodi und damit auch DV-Strukturen der Firmen wesentlich verändern werden:

-Geschäftsorganisationen werden sich zersplittern/aufteilen.

-Es wird keine erfolgreiche Strategie sein, einen bestimmten Status quo in DV-Abteilungen lediglich zu bewahren.

-Der Kunde ist der König, mit allen hieraus erwachsenden Konsequenzen für ein Unternehmen.

Techno-Hits

Die Gartner Group macht im wesentlichen vier Technologien aus, die in dem Zeitraum von 1996 bis 2001 den größten Einfluß und das stärkste Veränderungspotential für die DV-Branche entwickeln werden:

-Computerunterstützte Telefonie,

-mobiles Computing,

-der sogenannte elektronische Marktplatz und schließlich

-das Kommunikationsprotokoll Asynchronous Transfer Mode (ATM).