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21.07.2009

Was einen erfolgreichen IT-Architekten ausmacht

Informatiker streben oft mit großer Begeisterung das Berufsziel des IT-Architekten an. In Bewerbungsgesprächen zeigt sich dann, dass nicht alle Interessenten wissen, was sie erwartet.

Der IT-Architekt hat sich als Berufsbild erst in den letzten Jahren herausgebildet. Er gibt den ausführenden Gewerken einen Planungs- und Orientierungsrahmen vor, anhand dessen sich IT-Projekte realisieren lassen.

Informatiker mussten ihr Spezialwissen ausweiten und sich betriebswirtschaftliche Kenntnisse aneignen. Sie mussten Strukturen über die Grenzen der IT hinaus verstehen, und als Multiprojektleiter große Teams zu führen lernen.

Visionen mit kurzer Lebensdauer

Um eine zukunftsfähige IT zu etablieren, muss der IT-Architekt "eine Vorstellung definieren und eine Strategie entwickeln, die eine hohe Annäherung der Ist-Architektur an die Vision beziehungsweise Soll-Architektur ermöglicht", so Matthias Müller, Vorstand der Information Systems AG. Der Regensburger IT-Dienstleister hat sich auf IT-Architekturprojekte spezialisiert.

Der Architekt definiert und plant Infrastrukturen und legt die Auswahlkriterien für die Beschaffung neuer Soft- oder Hardwarekomponenten fest. "Erarbeitete Lösungen oder Architekturvisionen sind weder statisch noch dauerhaft", so der Regensburger Softwareprofi. Ist- und Soll-Architektur gilt es ständig abzugleichen, technische Neuerungen müssen analysiert werden, ob sie standardisiert werden können.

Der Großprojektleiter

Mit der Architekturvision erarbeitet der IT-Architekt Entwurfsvorschläge auf der IT-Architekturebene. Diese muss er mit Vorschlägen der Projektmitarbeiter, der Vision und der IT-Strategie abgleichen. Er führt das Gesamtprojekt als Großprojektleiter, überprüft IT-Konzepte und kontrolliert den aktuellen Projektstand hinsichtlich der Richtlinien der Architekturstrategie und der Zielvorgaben der Soll-Architektur. Im Laufe dieser Optimierung der IT wird der IT-Architekt immer wieder auf mangelhafte, teure und veraltete Architekturkomponenten stoßen, die neue Anforderungen und Projekte nach sich ziehen.

So muss der Architekt die technischen Rahmenbedingungen für die IT-Architektur definieren und zugleich ihre praktische und finanzielle Umsetzbarkeit verifizieren. Schwachstellen werden ihm immer wieder begegnen. Im Zusammenspiel mit der Gesamtarchitektur können Entwürfe, die für sich betrachtet unkritisch erschienen, bei der Integration und im Test plötzlich Unzulänglichkeiten aufweisen.

Generalisten bevorzugt

Ein erfolgreicher IT-Architekt muss kein Spezialist sein, aber er muss über ein breites Fachwissen verfügen, um die besten Lösungsansätze herauszufiltern. "Ein IT-Architekt muss jedoch immer Generalist sein und auch die ökonomischen Belange des Unternehmens berücksichtigen", fordert Müller. Er muss sich schnell in neue Themen einarbeiten und die Erkenntnisse einordnen. Zudem sollte er sich mit Design- und Projektmethoden auskennen.

Er sollte sein Team auch in Zeiten äußerer und innerer Widerstände motivieren, fachlich fordern und fördern. Als zentraler Ansprechpartner für Spezialisten und Entscheider, für Fragen zur IT-Architektur, als freigebende Instanz für Planungs- und Entwicklungsvorlagen muss sich der Architekt auch in schwierigen Situationen selbst motivieren können. Denn nur wenn er selbst über genügend Begeisterungsfähigkeit verfügt, kann er in schwierigen Zeiten sein Team motivieren.

Mut zur Entscheidung

Je komplexer die IT-Projekte, umso erheblicher sind die Auswirkungen - auch in ökonomischer Hinsicht. Entscheidungen sind meist schwer revidierbar, dennoch muss der Architekt über den Mut verfügen, sie zu treffen und argumentativ auf der Management-Ebene zu vertreten. Um zu verstehen, welche Zielarchitektur die Entwicklung eines Unternehmens unterstützen wird, muss er diese Entwicklung auch voraussehen können.

Wer diese Aufgabe anstrebt, sollte sich der Verantwortung, der Vielfalt der Herausforderungen, aber auch der Länge des Weges, der ihn für diese Aufgabe qualifizieren soll, bewusst sein. Denn ein erfolgreicher IT-Architekt braucht laut Müller vor allem (Projekt-)Erfahrung und den Willen, seine persönliche Entwicklung nie als abgeschlossen zu betrachten. "Lebenslanges Lernen ist der Grundstoff seines Tuns, stets über den Tellerrand zu blicken die Zutat; Kreativität und visionäres Vermögen sind die Würze. Und sicher werden ihm einige schlaflose Nächte bevorstehen."