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16.04.1976

Was halten Sie von Hardware-Monitoren?

Hardware-Monitoren sind zunächst als Anschaffung teuer. Daß sie sich schnell amortisieren sollen, wird zwar immer wieder beteuert, will der skeptische Anwender aber nicht so recht glauben, zumal die angeblich komplexen technischen Kenntnisse für ihren Einsatz fehlen.

Lohnen sie sich wirklich? Auch für kleine Installationen? CW befragte vier Anwender über ihre Erfahrungen. Fast Übereinstimmende Meinung: Spezialisiertes Personal ist nicht erforderlich. Und auch darin bestand Einigkeit: Hardware- und Software-Monitore ergänzen sich. hö

Dr. - Ing. Werner Zorn, Leiter des lnformatik-Rechenzentrums, Universität Karlsruhe

Monitore sind wichtige Hilfsmittel bei der Systemplanung und -optimierung. Bei unserer Anlage, einer Burroughs B 6700, 2x2, führen wir alle wesentlichen Systemänderungen unter der Kontrolle eines Software-Monitors durch und haben dabei Leistungssteigerungen von etwa 60 Prozent erzielt; bei monatlichen Mehraufwendungen von etwa 7 Prozent. Zur effizienten Messung des Systemverhaltens waren jedoch Betriebssystemänderungen erforderlich, die den meisten Anwendern nicht möglich sind.

Der Einsatz eines Hardware-Monitors erfordert keine solchen Änderungen. Er ermöglicht präzisere Messungen physikalischer Systemzustände ohne großen zusätzlichen Aufwand. Aufwendiger oder teilweise sogar unmöglich ist die Überwachung logischer Größen, insbesondere in virtuellen Systemen. Hardware und Software-Monitore stellen daher keine miteinander konkurrierende, sondern einander optimal ergänzende Meßsysteme dar.

Selbstverständlich ist, daß durch den Anschluß eines Monitors allein noch keine Systemoptimierung erzielt wird. Vielmehr erfordert die richtige Interpretation der Meßergebnisse umfangreiche Systemkenntnisse und stellt erhebliche Anforderungen an den Anwender. Bei größeren Installationen empfiehlt sich daher der Einsatz eines eigenen Leistungsanalytikers, dessen Tätigkeit sich in jedem Fall auszahlt, sei es in barer Münze oder in wertvollem Know-how.

Peter Stutz, Technischer Leiter, Börsen-Datenzentrale GmbH, Frankfurt

Die BDZ hat mit dem Hardware-Monitor sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich bin sogar der Meinung, daß es für größere Systeme unerläßlich ist, in gewissen Zeitabständen Messungen durchzufahren um eine optimale Auslastung der Gesamtkonfiguration zu erreichen - so zum Beispiel vor Programmumstellungen oder sonstigen Erweiterungen. Aber auch, um rechtzeitig den Grenzwert eines Systems zu erkennen.

Ein wesentlicher Vorteil der Hardware-Messung liegt darin, daß nicht - wie bei einem Software-Monitor - das System zusätzlich belastet wird, so daß man ein unverfälschtes Meßergebnis erhält. Man braucht jedoch bei der Hardware-Messung zum Lokalisieren und Anschließen der einzelnen Testpunkte ein technisch geschultes Personal. Dieser Nachteil wird meines Erachtens einige Anwender davon zurückhalten, sich einen eigenen Hardware-Monitor zuzulegen. Da wir über solch technisches Personal verfügen und somit bei uns keine Probleme mit der Hardware-Messung auftraten, sind nun im Hause Überlegungen im Gange, eventuell anderen Anwendern diese Messungen als Service-Leistung anzubieten.

Gerhard Köstner, Systemprogrammierer, Erste Österreichische Sparcasse, Wien

Seit gut einem dreiviertel, Jahr wird in unserem Hause - neben Software-Monitoring - auch ein eigener Hardware-Monitor eingesetzt.

Schon längere Zeit sind wir bemüht, das Preis-Leistungsverhältnis in unserer EDV-Abteilung entscheidend zu beeinflussen. Ganz speziell haben wir uns mit der Hardware beschäftigt, da hier die besten Einsparungseffekte zu erzielen sind.

Ein Software-Monitor ist einfach und problemlos anwendbar, wenn Systemzustände gemessen werden sollen oder gewisse "Problem-Programme" laufen.

Auch mit dem Hardware-Monitor haben wir jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht, obwohl dieser nicht ganz einfach anzuwenden ist.

Dennoch bin ich der Meinung, dem Anwender wird zu viel Angst gemacht, daß beim

Einsatz eines Hardware-Monitors spezialisiertes technisches Personal erforderlich wäre. Auch wir haben aus diesem Grund lange gezögert, das Gerät einzusetzen. In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, daß es hier keine Probleme gibt - bei uns kann das EDV-Personal den Anschluß einer Messung bedienen.

Wichtig für Hardware-Monitoring ist, ganz gezielt und nach Plan die einzelnen Messungen vorzubereiten. In die Vorarbeit muß sehr viel Zeit investiert werden - das Ergebnis sind dann z. B. Programme, die ein Viertel ihrer ursprünglichen Laufzeit benötigen. In unserer kurzen Erfahrung konnten wir bereits vorhandene, teuere Magnetbänder austauschen, da eine Messung gezeigt hat, daß wir derartig schnelle Bänder für unser System nicht benötigen. Generell gibt einem Hardware-Monitoring eine gewisse "Rückendeckung" man hat nicht nur das Gefühl, effizient zu arbeiten, sondern erhält eine Bestätigung durch die Ergebnisse der Messungen. Hardware-Monitoring wird allerdings erst für Firmen ab einer gewissen Größe rentabel - kleinere Unternehmen sollten sporadisch im Service messen lassen.

Manfred Ruprecht, Systemanalytiker, Axel-Springer Verlag AG, Hamburg

Die Rechnerleistungsmessung war bisher fast ausschließlich hochqualifizierten Technikern vorbehalten. Das hat sich geändert, seit es Hardware-Monitore gibt.

Aus schlichten Meßgeräten sind im Laufe der Zeit Computer für den Computer entstanden.

Außer der Meß-Hardware steht eine umfangreiche Software zur Verfügung, die zur Erstellung von technischen und analytischen Berichten sowie zur Analyse von aktuellen oder historischen Daten sowie zur Erzeugung management-orientierter Berichte dient.

Ein derartiger maschinenunabhängiger Monitor ist für EDV-Systemspezialisten und für das Management das einzig richtige Instrument, um Aufschlüsse über die Größe der Hardware-Konfiguration, Leistung der Betriebssysteme und Optimierung von Datenbanken, und Anwenderprogrammen zu erlangen.

Die andere Methode, die Leistungsmessung mit Hilfe von Software-Überwachungsprogrammen, führt wegen der sich hieraus ergebenden zusätzlichen Systembelastung zu verzerrten Meßergebnissen, aber sie wird die gebräuchlichste Methode bleiben, denn wenige Unternehmen werden sich einen Hardware-Monitor leisten können. Es müßten schon erhebliche Unstimmigkeiten im Leistungsverhalten der EDV-Anlagen eines größeren Unternehmens vorliegen, um den dauernden Einsatz eines solchen Gerätes nebst Personal zu rechtfertigen.