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12.03.2007

Was Intel in der Pipeline hat

Intel hat sich für 2007 ehrgeizige Ziele gesetzt. Deutschland-Chef Hannes Schwaderer sprach mit ChannelPartner-Redakteur Hans-Jürgen Humbert über Pläne, die nicht nur mit Prozessoren zu tun haben.

Von Hans-Jürgen Humbert

Neben Prozessoren hat Intel eine ganze Reihe weiterer heißer Eisen im Feuer. So stehen auch einige neue Technologien in den Startlöchern.

Intern heißt Intels neue Produktstrategie "Tic Toc". "Alle zwei Jahre kommt eine völlig neue Architektur bei unseren Prozessoren zum Einsatz", erklärt Hannes Schwaderer, Deutschland-Chef von Intel, das neue Konzept. Damit sind die Zeiten vorbei, wo man ständig an den einzelnen Prozessoren herumgedoktort hat und sie schrittweise verbessert wurden. Die jeweils neue Architektur hält dann in allen Modellen Einzug - von der Notebook-CPU bis hin zum Serverprozessor. Einzig Intels 64-Bit-Hochleistungs-CPU Itanium bleibt außen vor.

Zuerst wird eine neue Architektur auf bewährter Technologie eingeführt (Tic) - zurzeit Quadcore-CPUs mit 65 Nanometer-Technologie. Dann erfolgt ein Jahr später eine Verkleinerung der Chipstrukturen (Toc) - aktuell im zweiten Halbjahr 2007 die Einführung der 45-nm-Fertigung.

Der nächste Schritt wäre wieder eine neue Architektur in etwa anderthalb Jahren, und in 2,5 Jahren erfolgt dann die Verkleinerung der Chipstruktur auf 32 nm.

Verschiedene Plattformen

Die Plattform Centrino hat sich in den vergangenen Jahren gut etabliert, anders sieht es jedoch mit Intels Lösung für die Unterhaltungselektronik "Viiv" aus. Hiervon hört man in Deutschland kaum noch etwas.

"Deutsche sind sehr Technik-affin", sagt Schwaderer, "sie sehen in erster Linie den Leistungsfaktor bei Rechnern und erst in zweiter Linie, was diese Technik bewirken kann." Das führt dazu, dass fast alle Viiv-Rechner nicht mit dem Viiv-Logo, sondern mit dem Core-2-Duo-Logo in den Markt gelangen. "In Frankreich ist das beispielsweise ganz anders, dort hat das Viiv-Logo einen viel höheren Stellenwert und ist auf fast allen Rechnern zu finden", behauptet Schwaderer.

vPro für Business-PCs

Ein sehr großes Potenzial sieht der Manager in der vPro-Technologie. Denn mit vPro lässt sich ein PC unter anderem komplett fernwarten, ohne dass der Rechner dazu eingeschaltet sein muss. Das erledigt die Software selbstständig über das Netzwerk. Dabei kann sie sogar feststellen, ob der PC überhaupt eingestöpselt ist und mit Strom versorgt wird. Rund 80 Prozent aller Fehler werden durch mangelhafte Steckverbindungen, dazu gehört auch ein nicht eingesteckter Netzstecker, verursacht.

Schwaderer sieht in dieser Funktion eine große Chance für kleine und mittlere Unternehmen, die Support für andere Firmen leisten wollen. Bisher mussten sie fast für jede Anfrage zum Kunden fahren. Das ist teuer und ineffektiv. Mit der vPro-Technologie sollen sich die meisten Fehler schon im Vorfeld abklären lassen und, ohne vor Ort zu sein, lösen lassen.

Die vPro-Technologie soll nun auch in Notebooks eingesetzt werden. Notebooks von Außendienstmitarbeitern waren bislang immer eine schwierige Aufgabe für den Support. Der Mitarbeiter musste ins Unternehmen kommen und sein Notebook für die Wartung abgeben. Mit vPro soll das nun vorbei sein. Die Wartung erfolgt einfach via WLAN. Selbst hier braucht der Mitarbeiter sein Gerät nicht einzuschalten, das erledigt der Support mittels vPro. Ein neues Geschäftsfeld will Intel in Zukunft stärker forcieren: das der Ultra Mobile Devices, kurz UMD genannt. Bislang mussten Nutzer von solchen Minigeräten immer irgendwelche Abstriche machen, sei es an der Rechenleistung oder an der Software. An diesem Mini-PC jedoch ist alles klein, außer der Leistung. Der UMD enthält einen vollständigen PC, ein komplettes Betriebssystem, erlaubt zudem volle Internetfunktionalität und soll mit einer Akkuladung zwischen vier und sechs Stunden arbeiten können. Angestrebt sind mit neuen Strom sparenden Technologien Laufzeiten von 8 bis 14 Stunden.

In Zukunft soll der Mini-PC außerdem mit einer Location-Funktion ausgerüstet werden. Steckt man den UMD im Büro an die Dockingstation, soll sich automatisch die gewohnte Büroumgebung auf dem Mini-PC öffnen. Im Auto angeschlossen, startet automatisch das Navigationssystem, und zu Hause bildet das Gerät schließlich den Mittelpunkt der Multimediazentrale. Damit bekommt die Bezeichnung "Personal Computer" eine ganz andere Dimension. Apropos Auto. In Zusammenarbeit mit einem großen deutschen Automobilhersteller will Intel noch in diesem Jahr einen PC in die Mittelkonsole eines Oberklassefahrzeugs fest integrieren.

Health Care

Auch im Medizinbereich ist der Chipgigant tätig. Während sich in anderen Bereichen Tablet PCs bislang nicht durchgesetzt haben, bieten sie in Krankenhäusern viele Vorteile. In Zusammenarbeit mit der Firma Motion Computing hat Intel einen Tablet PC entwickelt, der alle Anforderungen in einem medizinischen Betrieb erfüllt. Dazu gehört auch die Möglichkeit, das Gerät zu desinfizieren. Mit dem Tablet PC soll die Patientenversorgung in Krankenhäusern effizienter und besser vonstatten gehen. Auf Knopfdruck erhält der behandelnde Arzt beispielsweise alle Information zur Krankengeschichte samt Röntgenbildern und Blutwertanalysen.

Und schließlich steigt Intel ins RFID-Business ein. Allerdings plant das Unternehmen nicht RFID-Chips zu produzieren, sondern bringt zur CeBIT einen Prozessor zum Lesen dieser Chips heraus. Der R1000 belegt nur ein Viertel der Fläche von heutigen RFID-CPUs. Damit lassen sich äußerst kleine RFID-Reader bauen.