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28.08.1992 - 

Ein Vergleich mit dem grünen Punkt - oder:

Was ist eigentlich nicht offen?

Es ist wie mit dem grünen Punkt der Verpackungsindustrie: Jeder, ihn haben will, bekommt ihn. Bald werden auch Betreiber von Kernkraftwerken (KKW) ihn beantragen und bekommen denn genügend zerkleinert passen KKWs in die gelbe Tonne und wiederarbeitet werden können sie auch. Wo ist die Parallele? Bald wird sich auch jedes geschlossene System offen nennen.

Dann werden keine proprietären Systeme mehr existieren, und man wird den Anwendern, das heißt den zahlenden Kunden, vorgaukeln, sie hätten Herstellerneutralität und Hardware-Unabhangigkeit erworben und damit ihre Zukunft gesichert. Selbst wenn der Kunde ein offenes Betriebssystem oder eine andere offene Systemkomponente - wie ein Management-Rahmenwerk - kauft, ist das Versprechen der Offenheit noch nicht eingelöst. Denn: Offene Systeme kann man nicht kaufen, offene Systeme werden mit viel Einsatz gebaut. Ohne Kenntnis all der Fallstricke, die in der offenen Landschaft herumliegen, gibt es keine offenen Systeme.

Ist nun DME von der OSF eine offene Systemarchitektur? Was kennzeichnet offene Architekturen überhaupt?

- Das System ist standardkonform.

- Die Standards werden von mehreren Mitbewerbern unterstützt.

- Nicht eine kleine Gruppe kontrolliert die Standards.

- Der Standard ist nicht an eine bestimmte Hardware-Architekur gebunden.

- Der Standard macht keine Annahmen über das zugrundeliegende Betriebssystem.

DME unterstützt die relevanten Standards. Es wird von mehreren konkurrierenden Firmen angeboten werden. Die Management-Standards sind offen und nicht an eine bestimmte Architektur gebunden.

Schließlich: Ist DME unabhängig von Unix? Ich glaube schon. Die Ankündigungen mehrerer Hersteller, DME auf unterschiedlichen Plattformen zu unterstützen, beweist dies.

Daneben ist es aber auch wichtig, politische Unterstützung für eine offene Systemarchitektur in der Industrie zu finden. Hier lohnt es sich, einmal genau die Reaktionen der Systemhersteller und einiger großer Anwender zu betrachten. Seit über einem Jahr gibt es immer mehr Committments zu DME, von großen Banken über die - etwas konservativere - Telekommunikationsindustrie bis hin zu den Flugzeugbauern.

Fast alle Systemhersteller haben sich verpflichtet, DME zu unterstützen. Bei dieser Nachfrage aus der Industrie ist das kein Wunder. Und selbst die bisherigen Gegenspieler der OSF setzen auf dieselbe Basistechnologie wie DME.

Ist Offenheit denn nicht eine rein technische Frage? Nein. Das alle Anforderungen erfüllende offene System ist nicht offen, wenn es keine Verbreitung findet und politisch nicht akzeptiert wird. Offenheit ist also zweierlei: Erfüllung notwendiger Anforderungen und die politische Akzeptanz. Eins allein reicht nicht.

_AU:Hartmut Streppel