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05.03.1976 - 

Checkliste sorgt für Markttransparenz

Was leistet die Angebote Anwendungs-Software?

Der Kauf von Anwendungs-Software scheitert oftmals daran, daß die Anwender nicht - oder nicht in ausreichendem Umfang - wissen, was die angebotenen Pakete im Detail leisten. Solch Leistungsumfang kann mit Hilfe der folgenden Checkliste überprüft werden, eine von CW gekürzte Fassung der Punkte, die Dr. Dietrich Seibt vom Betriebswirtschaftlichen Institut für Organisation und Automation an der Universität zu Köln (BIFOA) für Seminare über Software-Auswahl zusammenstellte. Ergänzt werden kann diese Zusammenstellung noch um Listen oder Positionen, die Kosten, Vertragsgestaltung sowie die systemtechnische "Umgebung" der Software erfassen.

Wer mit solchen Checklisten arbeiten will, sollte sie möglichst so anlegen, daß sie zumindest teilweise zusammen mit Anfragen verschickt und dann vom Anbieter ausgefüllt werden können. Prospekte und sonstige Unterlagen sind nämlich von so unterschiedlicher Qualität und Aufmachung, daß allein das Zusammensuchen und Übertragen der benötigten Daten dem nicht-informierten Interessenten ganz erheblichen Aufwand verursacht - und dann meist noch ein wesentlicher Teil der gewünschten Informationen fehlt. Zweite praktikable Methode: Die Checkliste zusammen mit einem Vertreter des Anbieters durchgehen und beim Gespräch ausfüllen. -py

1. Funktionale Fähigkeiten

1.1 Wie viele Einzelprogramme für welche Funktionen enthält das untersuchte Software-System (Programm-Module)?

1.2 a) Welche der gewünschten Funktionen erfüllt das untersuchte Software-System, welche erfüllt es nicht?

b) Welche relative Bedeutung haben die Funktionen, die nicht erfüllt werden?

c) Welche der gewünschten Funktionen sind zwar enthalten, müssen aber angepaßt werden?

1.3 Enthält das angebotene Software-System Funktionen, die zwar in der eigenen Konzeption nicht vorgesehen sind, die aber als wertvoll und zukünftig verwendbar angesehen werden?

1.4 Wie sind der Systemaufbau und die System-Komponenten zu beurteilen in bezug auf Logik, Trennung von Ablaufsteuerung, Verarbeitung und Datenzugriffen, maschineninterne Übergabe sowie Anschlußpunkte?

1.5 Sind die Funktionen begrenzt durch Datenvolumen, Typ der Ein-/Ausgabe, Größenordnung von Tabellen oder Netzen oder von bestimmten Grenzwerten anderer Art? Von welcher Art ist diese Abhängigkeit?

1.6 Sind bestehende oder kurzfristig zu erwartende gesetzgeberische und sonstige Vorschriften und Änderungen beachtet?

1.7 (Bei Online-Systemen) Sind die Antwortzeiten angemessen?

2. Allgemeingültigkeit der Konzeption

2.1 Ist das angebotene Software-System ursprünglich als generell-verwendbares oder als maßgeschneidertes System konzipiert sind entwickelt worden?

2.2 Sind im Eingeborenen Software-System Standards verwendet worden, z. B. bezüglich Steuerung der Programme und -teile, Dateiorganisation, Art der Programmierung und Dokumentation?

2.3 Handelt es sich um eine endgültige Ausführung, oder ist zukünftig noch mit Erweiterungen und/oder Veränderungen zu rechnen?

2.4 Kann vermutet werden, daß in absehbarer Zeit ein vergleichbares Produkt auf den Markt kommt, das dem untersuchten konzeptionell überlegen ist?

3. Flexibilität

3.1 (Eignungsbreite)

Innerhalb welcher Grenzen kann das angebotene System auf wechselnde Anforderungen reagieren (z. B. mit Hilfe einer Steuerung durch Parameterkarten), ohne daß umprogrammiert werden muß?

a) wechselnde Ausgabe-Anforderungen (z. B. hinsichtlich Listenformaten, Anzahl und Inhalt von Listen);

b) unterschiedlicher Umfang der Eingabe-Datenbeständen (gibt es Obergrenzen?)

c) wechselnde Häufigkeit des Aufrufs bestimmter Einzelprogramme oder Programmteile (z. B. in Abhängigkeit von der Häufigkeit bestimmter on-line-Abfragen)?

3.2 (Erweiterbarkeit)

a) Gibt es eine Reihe von Funktionen die "optional" sind, d. h. nur bei Bedarf implementiert werden, oder muß der Benutzer auch Funktionen implementieren, die er nicht benötigt?

b) Angenommen, das System ist für einen bestimmten Verarbeitungsmodus (z. B. periodische Stapelverarbeitung) als Normalfall geeignet. Wie können andere Verarbeitungsarten (z. B. periodische Direktverarbeitung) realisiert werden?

c) Können innerhalb bestimmter Einzelfunktionen Erweiterungen vorgenommen werden (z. B. lediglich Erweiterung der Fähigkeiten der Output-Funktionen)?

3.3 (Austauschbarkeit)

a) Kann der Benutzer bestimmte Funktionsmodule aus dem angebotenen System herauslesen und gegen selbsterstellte (maßgeschneiderte) austauschen?

(Verändert sich in einem solchen Falle die Wartungsverantwortung?)

b) Falls konstante Referenzdaten ausgetauscht werden müssen, geschieht dies durch einfache Parameter-Steuerung oder sind einzelne Programme oder das gesamte System erneut umzuwandeln?

4. Zuverlässigkeit

4.1 Wievielmal wurde das System bereits installiert?

4.2 Wie oft wird das System tatsächlich benützt?

Sind die Anwender auskunftsbereit?

4.3 Anzahl der bisherigen Versionen (Releases)?

4.4 Bisherige Lebensdauer des Systems?

4.5 In welchem zeitlichen Abstand sind Prüfpunkte (Check points) und Wiederanlaufmöglichkeiten vorgesehen?

4.6 Welche Möglichkeiten zur Fehlererkennung und -behandlung sind vorgesehen (z. B. Tracing, On-line-Korrekturen usw.)?

4.7 Welche Prüfungen werden durchgeführt?

(Z. B. Vollständigkeit, Plausibilität, Überlauf, Grenzwert, Paarigkeit, Format usw.)

4.8 Gibt das System selbst Hinweise, wie auf bestimmte Fehler zu reagierend ist?

(Z. B. Liste möglicher Fehlermeldungen mit deren Bedeutung und den erforderlichen Korrekturmaßnahmen)

4.9 Werden Prüfziffernverfahren angewendet?

4.10 Existiert eine Ablauf-Buchführung incl. Prüf- bzw. Fehler-Protokollierung?

4.11 Welche Maßnahmen sind zur Verhinderung des unberechtigten Zugriffs auf Daten vorgesehen?

- Schutz vor unberechtigtem Lesen von Dateien

- Schutz vor unberechtigtem Überschreiben von Dateien

- Verschlüsselung von wichtigen Daten

- Protokollierung von unberechtigten Zugriffen

4,12 Durch welche Maßnahmen erfolgt eine Berechtigung zum Zuggriff Dateien?

4.13 Wie wird gleichzeitige Veränderung einer Datei durch mehrere Programme verhindert?

5. Kompatibilität

5.1 In welcher Ursprungssprache wurde das angebogene System geschrieben?

(Vergleich mit der übrigen Software des Anwenders)

5.2 Wurde der gesamte Umfang dieser Sprache oder nur ein Subset benutzt? Sind die Sprache und der Übersetzer dem Anwender bekannt und zugänglich?

5.3 Auf welchen Anlagen welcher Hersteller wurde das System bereits implementiert?

5.4 Wie können an das System die existierenden Anwender-Programme angeschlossen werden?

a) vorprogrammierte Anschlußpunkte?

b) Anschlußpunkte für geplante, aber noch nicht realisierte Anwendungen?

5.5 Sind Eingabe- und Ausgabe-Operationen sowie -Datenformate mit den bislang vom Anwender benutzten kompatibel?

6. Dokumentationsniveau

a) für Programmierer und Benutzer

6.1 Allgemeine Systembeschreibung vorhanden?

6.2 Datenflußpläne für Gesamtsystem und für die einzelnen Funktionen?

6.3 Darstellung der benötigten Hardware-/Software-Konfiguration?

6.4 Beschreibung aller Dateien und ihrer Verwaltung, Input-/Output-Defintionen, Beschreibung und Formulare für die Systemeingaben und -ausgaben?

6.5 Beschreibung und Formulare für die Erfassung der Stamm- und Bewegungsdaten und für die Datenaufbereitung?

6.6 Alphabetische Liste aller im System verwendeten Datenelemente mit Erläuterung ihrer Bedeutung?

6.7 Testbeispiel repräsentativ? Erweiterbar?

6.8 Detaillierte Beschreibungen der Einzelprogramme, Tabellen, Verzweigungen, Unterprogramm, Makros, Bibliotheksfunktionen und speziellen Eigenschaften von bestimmten Routinen?

6.9 Berechnung der Laufzeiten?

(Z. B. je 100 oder 1000 Bewegungssätze)

6.10 Ursprungsprogramm-Listen?

(Wie häufig sind dort Kommentare eingefügt?)

6.11 Übersetzerliste?

6.12 Ladelisten?

b) für den Betrieb

6.13 Ist ein Operator-Handbuch vorhanden?

6.13.1 Generierungsanweisungen

6.13.2 Angaben über notwendige Peripherie

6.13.3 Anweisungen zum Systemstart

6.13.4 Anweisungen für den Systembetrieb (Ablaufdiagramm und verbale Beschreibungen)

6.13.5 Anweisungen für Bereitstellung von Dateien und Zuordnung auf periphere Geräte

6.13.6 Anweisungen zur Systemüberwachung,

(Liste aller möglichen Fehlermeldungen mit deren Bedeutung und dein jeweils einzuleitenden Maßnahmen)

6.13.7 Anweisungen für den Fall des Systemabbruchs und für Restart

7. Verfügbarkeit

7.1 Welcher früheste Verfügbarkeitstermin ergibt sich, wenn die üblichen Anlauf- und Ausbildungszeiten akkumuliert werden?

7.2 Welche Zeitzuschläge empfiehlt der Anbieter als Sicherheitspuffer?

7.3 Übernimmt der Software-Anbieter eine Termingarantie?

8. Einführungsunterstützung (Installation)

8.1 Welche Unterstützungsleistungen bietet das Software-Haus an? Ist es beispielsweise bereit, notwendige Anpassungen (incl. Umprogrammierung) -vorzunehmen?

8.2 Wer ist für die Durchführung der Installation verantwortlich?

8.3 Schulungs- und Beratungsleistungen?

8.4 Wie lange dauert die Installation?

8.5 Können Probeläufe auf Anlagen des Anbieters (bzw. auf Anlagen seiner bisherigen Kunden oder Anlagen von ihm benannter Rechenzentren) durchgeführt werden?

8.6 Ist der Anbieter bereit, bei späteren Änderungen der organisatorischen oder computertechnischen Ausgangsbedingungen beim Anwender notwendige Anpassungsmaßnahmen vorzunehmen? In welchem Umfang?

(Nur von Bedeutung, wenn vertraglich fixierbar.)

9. Wartungsleistungen

9.1 Übernimmt der Anbieter (= Ersteller) die vertragliche Verpflichtung, alle während der Benutzung des Systems auftretenden Fehler schnellstmöglich zu korrigieren?

9.2 Für wie lange übernimmt der Anbieter (= Ersteller) diese Verpflichtung? (Zeitdauer oder Zeitpunkt der Freigabe eines neuen Releases)

9.3 Werden bestimmte Verbesserungen bzw. Erweiterungen des Systems vom Anbieter bereits vertraglich zugesagt?

9.4 Beziehen sich die Wartungsleistungen auch auf notwendige Änderungen, die

a) aus Hardware-/Betriebssystem-Modifikationen der Computer-Hersteller,

b) aus neuen gesetzlichen Bestimmungen resultieren?

Wenn nein, wie wird dann verfahren?

9.5 Wie ist der Wartungsdienst organisiert?

9.6 Welche Relation besteht zwischen Größe des Wartungsdienstes Lind Größe des Kundenstamms?

Alle Quellen ausgeschöpft?

MÜNCHEN - Wer sich für den Bezug von Anwendungssoftware interessiert, sollte alle Informationsquellen ausschöpfen. Als Anbieter kommen in Frage:

Hardware-Hersteller

Software-Häuser

freie Rechenzentren

Kollegen

Benutzervereinigungen

Branchenverbände

Unternehmensberater

Revisions- und Treuhandgesellschaften,

Öffentlich-rechtliche Einrichtungen

(Universitäten, Behören, Kammern). -py