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15.10.2004

Was neue Techniken bringen

Auf dem Papier sind sie alle "cool", doch was "innovative" Techniken wirklich taugen, erfahren Anwender erst nach dem Kauf.

Von CW-Redakteurin Katharina Friedmann

Die CW-Schwesterpublikation "Computerworld" hat Ihre Innovative Technology Awards" an Produkte vergeben, deren angepriesenes Potenzial sich im Praxiseinsatz nachweislich ausschöpfen lässt. Die folgende Auswahl an Projekten zeigt, was das in puncto Kosten , Produktivität beziehungsweise Kundenähe bedeuten kann.

Ethernet contra Fibre Channel

Für die Einführung elektronischer Archivierungssysteme und den Umstieg auf papierlose Krankenberichte benötigte das Johnson Memorial Hospital deutlich mehr Speicherkapazität. Auf der Suche nach einem kostengünstigen, pflegeleichten Nachfolger für ihr Fibre-Channel-basierendes Storage Area Network (SAN) stieß die US-amerikanische Klinik auf das "Peer Storage Array 100E" von Equallogic. Es verbindet SAN-Server via Ethernet, automatisiert Administrationsaufgaben und liefert darüber hinaus eine virtuelle Gesamtsicht auf die im Speichernetz verfügbare Kapazität. Da sich jedes Array als Stand-alone-Gerät einsetzten lässt, die Leistung also linear aufgestockt werden kann, kostet ein Ausbau des neuen Netzes nach Einschätzung des Hospitals etwa ein Zehntel dessen, was für die Erweiterung eines Fibre-Channel-SAN aufzuwenden wäre. Häufig benötigte Informationen speichert das Equallogic-Array am äußeren Plattenrand, so dass die User schneller darauf zugreifen können. Last, but not least kann das Krankenhaus sein SAN heute in Eigenregie betreuen und auf zuvor benötigte Outsourcing-Services verzichten.

Projektergebnis:

- SAN-Gesamtkosten um etwa 60 Prozent reduziert.

- SAN-Management in Eigenregie.

Komprimiertes WAN

O'Reilly Automotive, einer der großen US-amerikanischen Anbieter von Kfz-Zubehörs, hatte die Leistung seines DS-3-Datenlinks (12 Mbit/s) zwischen dem Hauptsitz in Springfield, Missouri, und dem Disaster Recovery Center in Texas für ausreichend gehalten. Doch beim Datentransfer zwischen den beiden Standorten kam es während der Replikation regelmäßig zum Stau. Um die Verbindungskosten zu reduzieren, aber auch Backup-Frequenz sowie -Zuverlässigkeit zu erhöhen, forschte das Unternehmen im Bereich WAN-Kompression und -Beschleunigung. Der "Accelerator" von Expand Networks war das erste und letzte Produkt, das O'Reilly testete. Er ist darauf ausgelegt, die Leistung von Unternehmensapplikationen mittels WAN-Kompression zu verbessern. Darüber hinaus erlaubt es der Accelerator, den Datenverkehr nach Typen zu kategorisieren und Bandbreite priorisiert zuzuteilen. Über den Einsatz des WAN-Kompressors konnte O'Reilly seine Netzkapazität vervierfachen - und infolgedessen die Bandbreite seines Datenlinks um die Hälfte zurückfahren.

Projektergebnis:

- Vierfache Netzkapazität

- Datenlink-Bandbreite von zwölf auf 6 Mbit/s reduziert

- Einsparungen pro Jahr: gut 32 400 Dollar

Qualitätskontrolle in Echtzeit

Als Danskin im vergangenen Jahr seine Web-Seite und die Online-Produktpalette erweiterte, fühlte sich der US-amerikanische Hersteller von Sportbekleidung für Damen mit der Priorisierung der zahlreichen Grafik- und Suchprobleme überfordert. Orientierungshilfe leistete der Web-basierende "CS Site Manager" von Foresee Results: Via Popup-Fenster interviewt er Online-Kunden zu ihrem unmittelbaren Shopping-Erlebnis auf Danskin.com und liefert sofortiges Feedback zu Vorzügen und Mängeln der Site. Auf Letztere kann Danskin heute umgehend reagieren. So nutzte die Firma den Input ihrer Kunden, um innerhalb weniger Wochen die schwerwiegendsten E-Business-Schwachstellen zu eruieren und zu beheben.

Projektergebnis:

- Echtzeit-Kunden-Feedback zur Qualität der Website.

- Unmittelbarer Anstiege der Online-Sales nach Korrekturmaßnahmen.

Mobiles Tracking-System

Für Shell Pipeline galt es, die Wartungsarbeiten an seinen Leitungen in den USA effizienter zu gestalten: noch vor zwei Jahren mussten die im Außendienst tätigen Techniker Inspektions- und Reparaturberichte per Hand - bisweilen auf die Rückseite von Briefumschlägen - verfassen, um sie dann im Büro in das hauseigen SAP-System einzugeben. In der Hoffnung, den Prozess zu beschleunigen, setzte das Unternehmen die "Telispark Mobile Enterprise Suite" von Infowave Systems ein. Die mobile Tracking-Lösung zieht Daten aus multiplen Backend-Systemen. Dabei nutzt sie die EAI-Architektur (EAI = Enterprise Application Integration) des Anwenderunternehmens oder Infowaves eigene APIs ( Application Programming Interfaces), um die Informationen an Mobilgeräte wie Notebooks oder Handhelds zu übertragen. Zurück zum Unternehmen gelangen die Daten via Funk oder Synchronisation. Dank Telispark können die Techniker ihre Daten heute direkt über ihre Handhelds in das SAP-System eingeben und zugleich auf Arbeitsaufträge und Geräteinformationen zugreifen.

Projektergebnis:

- Zu 80 Prozent papierlose Geschäftsprozesse.- Minus drei Stunden pro Woche (Vorbreitung der Wartungspapiere entfällt).

- Minus sechs bis acht Stunden wöchentlich pro Person (Doppeleingabe von Auftragsinformationen entfällt).

Beim Training Kosten sparen

Noch vor drei Jahren nutzte die zu EMC gehörige Dokumenten-Management-Division Documentum mehrere Web-Conferencing-Plattformen für die Unternehmenskommunikation, interne Schulungen sowie externe Marketing-Aktivitäten. Deren Betrieb wurde aber zunehmend teurer, gleichzeitig gab es starke Beschränkungen hinsichtlich der Nutzerzahl. Infolgedessen fielen jährlich über das jeweilige Vertragsvolumen hinaus Gebühren in Höhe von gut 450 000 Dollar an. Dann legte der Chief Financial Officer (CFO) eine Maximalsumme für das Web-Conferencing fest. Die Beschränkung auf einen Anbieter zum vorgegebenen Preis hätte allerdings bedeutet, intern die Service-Levels um 30 Prozent zu verfehlen. So sah sich die Documentum-IT zum Handeln gezwungen. Die Lösung: "ECP-Conncet", ein von Interwise gehostetete Web-Conferencing-Plattform für eine unbegrenzte Zahl von Nutzern gegen eine Jahrespauschalgebühr von 75 000 Dollar. Im Vergleich dazu verlangte die Konkurrenz für 300 Nutzerlizenzen zwischen 290 000 und 360 000 Dollar pro Jahr. Dank der VoIP-Unterstützung von ECP-Connect entfielen zudem Telefongebühren und anderweitige Kosten in beträchtlicher Höhe.

Projektergebnis:

- Web-Conferencing-Gebühren in Höhe von 450 000 Dollar entfallen.

- Einsparung von jährlich rund 600 000 Dollar dank VoIP.

Flexibles Daten-Management

Nach der Umwandlung von einer regierungsnahen Institution in ein Privatunternehmen benötigte Intelsat angesichts massiver Umstrukturierungen ein Data Warehouse, das sich veränderten Firmengegebenheiten rasch anpassen ließ. In dem "Dynamic Information Warehouse" von Kalido fand der Telekommunikationsanbieter, wonach er suchte: Innerhalb von 17 Tagen wurde eine Warehouse-Anwendung aufgesetzt, durch die sich Umsatz und Satellitennutzung automatisch miteinander korrelieren lassen. So können die Einnahmen sofort regional zugeordnet werden. Nach einer weiteren großen Firmenrestrukturierung ging das aktualisierte Data-Warehouse-Modell binnen einer Woche in Produktivbetrieb.

Projektergebnis:

- Automatische Korrelation von Umsatz und Satellitennutzung innerhalb von 17 Tagen.

- Data-Warehouse in sieben Tagen an tiefgreifende Firmenveränderungen angepasst.

- Operationsabgleich vor und nach Übernahme in weniger als 30 Tagen.

Die Kriterien

Das Produkt/ die Technik ist

- innovativ und geistiges Eigentum des Anbieters;

- bietet Fortune-1000-Unternehmen einen nachweisbaren Nutzen für ihren IT-Betrieb;

- schafft spürbare Vorteile für das Anwenderunternehmen;

- wurde erfolgreich implementiert, zahlt sich aus beziehungsweise schafft einen Wettbewerbsvorteil

- verbessert die Art und Weise, in der Unternehmen künftig ihr Geschäft betreiben oder Technikprobleme lösen.

Die Jury der "Innovative Technology Awards 2004" setzt sich aus "Computerworld"-Redakteuren und ausgesuchten IT-Experten zusammen.