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04.11.1977

Was nützt ein nationaler OCR-Verband?

Auf internationaler Ebene hat die Vereinigung der OCR-Anwender nicht viel gebracht. Ob eine nationale Interessengemeinschaft wie der neugegründete deutsche OCR-Verband Vorteile für den einzelnen Benutzer bringt, muß sich erst zeigen. Probleme, die nach Lösungen drängen, gibt es in diesem Anwendungsbereich hierzulande indes genug. Denn was bereits vergessen schien, erlebt eine Renaissance: Der "Beleglesung" wird wieder mehr Beachtung geschenkt. Vielleicht, weil viele Unternehmen sich in den letzten Jahren gezwungen sahen, aus Kostengründen das direkte Einlesen von Belegen dem personalaufwendigeren Dateneingabeplatz vorzuziehen, vielleicht aber auch, weil die angebotenen Systeme jetzt mehr auf die Anwendungen zugeschnitten sind und nicht mehr utopische Vorstellungen über die Einsatzmöglichkeit von OCR-Lesern verkauft werden.

Dem Verband steht harte Arbeit bevor: Er muß beweisen, daß seine Mitglieder "eine spürbare Gegenleistung" für das entgegengebrachte Vertrauen erhalten.

CW befragte drei OCR-Fans, die völlig entgegengesetzte Interessen haben: Einen Hersteller, Einen Anwender und einen Vertreter der Service-Branche:

Hans-Dieter Müller, Geschäftsführer, OCR-Service GmbH, Sindelfingen

Der OCR-Verband, dem ich als Vorstandsmitglied angehöre wird in Zukunft sicher eine Chance haben. Voraussetzung hierfür ist allerdings, daß er sich organisiert und andere, bereits bestehende Verbandszusammenschlüsse innerhalb der Datenverarbeitung respektiert und sich an diese anlehnt.

Ein bedeutender Fortschritt ist, daß sich dieser Verband jetzt auf Bundesebene organisiert hat und nicht versucht, weltweit erfolgreich zu sein. Auch Kurt Rupprecht, Präsident des VDRZ begrüßte diesen nationalen Zusammenschluß und ließ durch mich eine Grußbotschaft zur Gründerversammlung überbringen. Das Angebot, sich hier anzuschließen, steht nach wie vor offen, denn allein aus dem VDRZ-Handbuch kann man ersehen daß beinahe jedes dritte Mitglied einen Belegleser und die damit verbundenen Probleme hat. Eine neue Verbandsgründung ist in unserer heutigen Zeit sehr schwer und wird von Außenstehenden oft in Frage gestellt, denn der Anwender ist nicht mehr bereit, sich ohne Vorbehalte einer Interessengemeinschaft anzuschließen und Geld für diese Mitgliedschaft auszugeben, wenn nicht hundertprozentig sichergestellt ist daß er dafür eine spürbare Gegenleistung erhält. Die Skepsis vieler Anwender ist durchaus berechtigt. Das Problem des OCR-Verbandes also wird sein zu überzeugen und tatsächlich wenn auch nicht kurzfristig: doch im Laufe von ein bis zwei Jahren - seine Aufgabenstellung zu bewältigen und den OCR-Gedanken realistisch darzustellen. Auch wir haben allerlei Techniken mit mehr oder weniger guten Erfahrungen hinter uns gebracht und können beurteilen, wann eine Anwendung sinnvoll erscheint und wann nicht. Nicht immer sollte man den Anbietern und ihren oft utopischen Gedanken Glauben schenken. Gelingt es uns, diesen Anforderungen an den OCR-Verband nachzukommen, finden sich bestimmt Anwender die auch ehrenamtlich im Vorstand mitarbeiten. Obwohl es meiner Meinung nicht unbedingt von Vorteil ist, daß kein Hersteller in den Vorstand hineingekommen wurde - aus dieser Position heraus könnte viel dazu beigetragen werden, OCR in der Öffentlichkeit wieder besser darzustellen.

Gerhard Wippern, Manager Code Applications, Meto Deutschland GmbH, Hirschborn

Die Meto Deutschland GmbH ist dem OCR-Forum beigetreten aus der Tatsache heraus, daß sie seit mehreren Jahren für Datenträger mit OCR-Schrift Entwicklungsarbeit betrieben und im Einzelhandel die ersten Handgeräte-Installationen in Europa schon im Jahre 1975 durchgeführt hat. Hieraus resultiert die große Erfahrung bei der Einführung von OCR-Lösungen, die wir gerne auch anderen Segmenten zugänglich machen wollen. Wir sehen das Forum als wichtige Referenzstelle für zukünftige Ausweitung und Nutzung von maschinenlesbarer Information. Wir sind der Auffassung daß wir durch das Forum mit neuen, uns bisher unbekannten OCR-Problemen konfrontiert werden, deren mögliche Lösungen eine Herausforderung an unsere Entwicklungsabteilung darstellen. Andererseits sind wir aber auch sicher, daß wir durch unsere internationale Organisation Lösungen aus anderen Ländern über das OCR-Forum weiter geben können. Die Lieferung unserer Handgeräte zum Erstellen von Datenträgern mit OCR-Druck an den Handel ist sicherlich erst der erste Schritt zu Anwendungsmöglichkeiten, die nicht zuletzt auch in der Industrie und im Dienstleistungsbereich liegen werden. Die Erarbeitung von Lösungen auf diesen Gebieten sollte Nahrung im OCR-Forum Deutschlands finden.

Joseph Hahn, Leiter der Abteilung Datenverarbeitung bei der Bahrenberg AG, Karlsruhe

Aus meiner Sicht sind die wesentlichen Punkte für die Arbeit des Forums in Artikel 3 der vorläufigen Satzung festgelegt: "Das Deutsche OCR-Forum verfolgt das Ziel Anwendung und Technik der maschinellen Erfassung von sichtbaren Zeichen (zum Beispiel OCR, MICR) als Methode der Datenerfassung sowie die damit im unmittelbaren Zusammenhang stehende Verarbeitung (zum Beispiel Belegsortierung) aus der Sicht des

Anwenders bzw. Benutzers zu fördern:

- als Forum für den Informations - und Erfahrungsaustausch seiner mitglieder untereinander;

- durch Erarbeitung von Beurteilungskriterien für den Leistungsvergleich;

- durch Mitarbeit bei der Normung

- durch Pressearbeit."

Wichtig erscheint mir aber auch, daß sich Arbeitskreise mit bestimmten Themen intensiv befassen, wie zum Beispiel Druckqualität, Beleggestaltung, Datensicherung usw. Ich glaube daß für viele Anwender Anregungen erarbeitet werden, die Vorteile bringen, wenn ein solches Thema plötzlich ausgelotet wird. Aber auch die Hersteller von Hard- und Software werden Hinweise bekommen, welche Verbesserung ihrer Produkte aus der Sicht der Anwender wünschenswert erscheinen. Da es sich hier in erster Linie um ein Forum der Anwender und Benutzer handelt, sollte darauf geachtet werden, daß es herstelIerneutral bleibt.

Hugo Schwenk ist nicht Hugo Schwenk

In der Ausgebe Nr. 43 gab uns Herr Hugo Schwenk, EDV-Chef der Papierwerke Aschaffenburg (PWA), ein Statement zum Thema "Datenschutzbeauftragter". Das Statement stimmt nach wie vor, nur der freundliche Herr, der dort "verbildlicht" wurde, heißt Heinz Kettner und ist der Leiter der Datenverarbeitung beim Kaufhof in Köln. Auch eine Art von "Mißbrauch personenbezogener Daten" - wie er uns in einem richtigstellenden Brief mitteilte.

Der Ordnung halber hier jetzt das Konterfei von Hugo Schwenk.