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14.09.1990

Was sich beim System 7.0 ändern wird

Eine der anwenderfreundlichsten Neuerungen in der Finder-Version 7.0 ist die Möglichkeit, beliebige Finder-Objekte unter dem Apfel zu installieren. Auf diese Weise lassen sich dann nicht nur Desk Accessories, sondern auch häufig benötigte Programme oder Dokumente schnell und bequem über s Apfelmenü öffnen, ähnlich wie es jetzt mit der Utility "On Cue" funktioniert.

Um ein Dokument oder Programm im Apfelmenü verfügbar zu machen, genügt es, das gewünschte Objekt in den dafür vorgesehenen Apfelmenü-Ordner zu ziehen. Alle Ikonen, die sich in diesem Ordner befinden, werden unter dem Apfel aufgelistet. Soll ein Objekt wieder aus dem Apfelmenü entfernt werden, muß es lediglich aus dem Ordner bewegt werden.

Niemand war bisher in der Lage, den Sinn des Menübefehls "Papierkorb entleeren" eindeutig zu klären, da bei jedem Programmoder Neustart des Macs der Inhalt des Papierkorbs ohnehin unwiederbringlich verloren war. Damit ist jetzt Schluß: Wenn in Zukunft etwas im Papierkorb landet, wird es in einen besonderen Ordner kopiert, der durch das Papierkorbsymbol repräsentiert wird. jetzt macht "Papierkorb entleeren" endlich Sinn, da nur auf diese Weise wirklich etwas gelöscht werden kann. In der Praxis bedeutet das, daß der Anwender in Zukunft unbekümmerter mit seinem Abfall umgehen kann - immer in der Gewißheit, da die verbannten Dokumente auch nach dem nächsten Neustart noch im Papierkorb zu finden sein werden, um ihnen bei einem eventuellen Sinneswandel doch noch eine Chance zu geben.

Was passiert aber, wenn man zwei Dokumente desselben Namens in den Papierkorb wirft? Da jeder Dateiname in einem Ordner eindeutig zu sein hat, ändert der Finder einfach den Namen des zuletzt in den Papierkorb geworfenen Dokuments. Allerdings nur im Falle, daß beide Dokumente aus dem gleichen Laufwerk kommen. Logischerweise hat jedes Volume, also jede Festplatte und jede Diskette, einen eigenen Papierkorbordner. Auf dem Desktop wird aber nur ein Papierkorb gezeigt, der alle verfügbaren Papierkorbordner repräsentiert.

In alten Finder-Versionen wurden alle direkt auf dem Desktop liegenden Dokumente nur durch ein Kennzeichen in der internen Finder-Info markiert. In Zukunft liegen sie in einem eigenen Ordner, der sich auf der Root jedes Volumes befindet. Für den Benutzer wird er nur in der Standard-File-Dialogbox als Ordner sichtbar, sonst wird sein Inhalt durch die auf dem Desktop liegenden Ikonen angezeigt. Der Vorteil des neuen Folders liegt im Geschwindigkeitszuwachs beim Schreibtischaufbau: Der Rechner muß nicht mehr im gesamten Dateisystem nach markierten Dateien suchen, sondern nur noch in einem Ordner.

Die altbekannte Frage: "Wie gehen eigentlich die kleinen Köfferchen auf?" verliert dank einer neuen Finder-Komponente namens "Mover" an Bedeutung. Der Finder 7.0 stellt Desk Accessories, Fonts und Sounds als ganz normale Ikonen dar, die, um sie im System zu installieren, einfach auf die Systemikone geschoben werden. Um zu überprüfen, welche DAs, Fonts und Sounds im System installiert sind, reicht ein einfacher Doppelklick auf die Systemikone und ein Fenster, das alle installierten Wover-Objekte in Ikonenform anzeigt, öffnet sich. Soll ein DA, Font oder Sound aus dem System entfernt werden, sind die entsprechen Ikonen lediglich aus diesem Fenster zu ziehen.

Koffer enthalten jetzt Sammlungen von Mover-Objekten. Wenn sie durch Doppelklick geöffnet werden, zeigen sie ein Fenster mit den Objekten in Ikonenform an. Natürlich lassen sich Mover-Objekte auch aus Koffern oder Systemen entfernen und in einen normalen Ordner legen. Desk Accessories werden in Zukunft auch durch einfaches Doppelklicken gestartet werden können.

Eine neue Form von Finder-Objekten sind "Aliases" (Pseudonyme), Objekte, die einer bestimmten Datei zugeordnet werden können. Erfolgt ein Doppelklick auf ein Alias, wird nicht das Alias selbst geöffnet, sondern das Dokument, dem es zugeordnet ist. Die Ikone eines Dokuments auf dem Desktop kann das Alias eines Dokuments auf einem Remote-File-Server sein, Bei Doppelklick auf das Desktop-Alias würde das Server-Dokument geöffnet werden. Falls erforderlich, sorgt der Alias-Mechanismus für das Einloggen in den Server. Alias hält für den Finder die Informationen bereit, wo das entsprechende Dokument zu finden ist, und was zu tun ist, um es zu öffnen.

Auch mit der Geschwindigkeit bei der Darstellung Von Ikonen im Finder hat sich einiges getan. Bisher wurden die Ikonen der entsprechenden Programme in einem unsichtbaren Desktop-File auf dem entsprechenden Laufwerk in einer Resource-List festgehalten. Immer wenn ein neues Icon auftauchte, wurde es mit den dazugehörenden Programminformationen ins Desktop-File eingetragen. Eine vernünftige Organisation des Desktop-Files gab es nicht, alle Ikonen und Programminformationen gelangten ungeordnet hinein. Die Folge war, daß der Finder teilweise sehr lange im Desktop-File herumsuchen mußte, um zu einem Programm oder Dokument das entsprechende Icon zu finden. Bei vollen Festplatten macht sich diese Zeitvergeudung schon bemerkbar.

Die Vorgehensweise dieses neuen "Cut-and-Paste"-Verfahrens lehnt sich stark an die Philosophie des Ausschneidens und Einsetzens an. Im Menü "Bearbeiten" tauchen eine Reihe neuer Begriffe auf, die mit "Publish" (Herausgeben) und "Subscribe" (Abonnieren) die neue Funktionalität zugänglich machen. Soll ein bestimmter Teil eines Dokuments öffentlich sein, ist er lediglich in altbekannter Weise zu markieren und dann mit "Publish" herauszugeben. Der veröffentlichte Teil des Dokumentes wird in einem "Publication File" unter einem vom Anwender zu vergehenden Namen gespeichert. Von jetzt an sorgt die verwendete Applikation dafür, daß das File immer auf aktuellem Stand gehalten wird. Das Publication File ist in der Lage, in der Zwischenablage gebräuchliche Standardformate aufzunehmen. Wie die Dateien der Zwischenablage kann auch das Publication File nicht direkt durch Doppelklick geöffnet werden, sondern nur über die entsprechenden Funktionen des Data Publication Managers.

Soll ein Dokument Abonnent des veröffentlichten Teils eines anderen Dokuments werden, ist lediglich die Einfügeposition zu markieren und mit dem "Subscribe"-Befehl eine Verbindung zur entsprechenden Publikation herzustellen. Bei Aktivierung öffnet "Subscribe" eine Standard-File-Dialogbox, über die aus vorhandenen Publication Files die gewünschte Publikation ausgewählt wird. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob die Publikation auf einer lokalen Festplatte oder einem File-Server zu finden ist. Nach Auswählen der gewünschten Publikation kann der Anwender noch bestimmen, ob das Abonnement regelmäßig oder nur auf Anfrage auf den neuesten Stand gebracht werden soll. Bei automatischer Aktualisierung des Abos wird die eingefügte Sektion - Sektionen sind publizierte oder abonnierte Bereiche eines Dokuments - bei jeder Änderung des Publication File sofort aktualisiert. In anderen Fällen muß die Aktualisierung von Hand eingeleitet werden. Für diesen Zweck gibt es den Befehl "Get Latest Edition", der alle ausgesuchten Sektionen auf den neuesten Stand zu bringen versucht.