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23.06.2009

Was Softwareentwickler können müssen

Arbeitsteilung und Teamgeist kennzeichnen den Job in der Softwareentwicklung. Das bedeutet aber nicht das Aus für kreative Köpfe. Sie sind gefragt, wenn es darum geht, den Kunden das Leben leichter zu machen, wie das Beispiel des Anwenders Rohde & Schwarz zeigt.

Was vor einigen Jahren noch Utopie war, ist heute längst Realität: Menschen steuern technische Geräte direkt durch eine Berührung mit der Fingerspitze oder eine Bewegung der Hand - ohne zusätzliches Eingabegerät. Dahinter stecken Millionen von Befehlszeilen, innovative Konzepte und eine genaue Analyse der Kundenbedürfnisse. Zudem braucht es das perfekte Zusammenspiel von Hard- und Softwareentwicklern. "Das Bild des Genies, das irgendeinen tollen Algorithmus in Software gießt, ist nicht mehr zeitgemäß. Heute gehen Entwicklerteams zielorientiert vor und verlieren das Endprodukt nicht aus den Augen", erklärt Jochen Wolle, Leiter Entwicklung Software für Spektrum-/Netzwerkanalyse und EMV-Messtechnik bei Rohde & Schwarz.

Bei dem international im Bereich drahtloser Kommunikationstechnik tätigen Elektronikkonzern ist es gang und gäbe, dass Entwickler direkten Kundenkontakt haben. Ihr Anspruch ist es, sich mit den zukünftigen Anwendern über Anforderungen und technische Machbarkeit auszutauschen und das gewonnene Know-how in ihrer Arbeit umzusetzen. Vor zehn Jahren war so ein Ansatz kaum denkbar.

Die Kunst, Komplexes einfach bedienbar zu gestalten

Die Rolle der Software und damit auch der Softwarespezialisten hat sich bei Rohde & Schwarz in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren stark gewandelt. War Software früher mehr Mittel zum Zweck, nämlich zur Inbetriebnahme und Bedienung eines Geräts, ist sie heute wesentlich für den Funktionsumfang des Geräts verantwortlich. Sie ermöglicht neuartige Messkonzepte, automatisiert komplizierte Messaufgaben bei hoher Leistungsfähigkeit und schafft innovative Benutzeroberflächen.

"Intuitive Nutzung ist heute eines der Zauberwörter. Außerdem sollte ein einziges Gerät möglichst alles beherrschen, was derzeit technologisch möglich ist", formuliert Wolle die Anforderungen. Die steigende Komplexität ist eine große Herausforderung - und ein Grund dafür, warum sich die Innovationskraft eines Unternehmens am Integrationsniveau von Hard- und Software messen lässt. Arbeitete früher ein Entwickler alleine an dem Programm für ein Gerät, sind es heute Teams aus 15 bis 30 Experten, die mehrere Millionen Lines of Code für eine Produktgruppe schreiben. Diese Komplexität und der daraus erforderliche Produktivitätszuwachs der Entwicklerteams sind nur durch Spezialisierung und Verteilung der Aufgaben zu bewältigen.

Das Aus für Wissenshoheiten

Auch bei Rohde & Schwarz heißt das Schlagwort Arbeitsteiligkeit - national und international. Die zentrale Entwicklung ist am Firmensitz in München angesiedelt. Um nah an den Zukunftsmärkten zu sein, unterhält das Unternehmen zusätzlich Entwicklungsteams in den USA, Großbritannien und Dänemark sowie in Singapur, China und Korea. In der Definitionsphase bestimmen Softwarearchitekten und -designer mit, wie das Endgerät aussehen soll.

Die Umsetzung übernehmen drei Hauptteams in enger Zusammenarbeit, deren Aufgaben klar verteilt sind: Die hardwarenahe Softwareentwicklung kümmert sich um die Ansteuerung der Baugruppen, die Aufnahme und Umrechnung der Messdaten sowie die Treiber. Die Logistiker bearbeiten die Middleware, sie verwalten über tausend einstellbare Parameter der Geräte, modellieren die Abhängigkeiten der Parameter untereinander und gewährleisten die Auswertung der Messdaten. Für die Interaktionsmöglichkeiten zwischen Mensch und Maschine (MMI) lassen sich die Frontend-Entwickler Lösungen einfallen. Zu ihren Aufgaben zählt die Ansteuerung der Geräte, beispielsweise über berührungsempfindliche Displays sowie die grafische, zukünftig auch 3D-Darstellung der Messdaten. Dazu gehört eine moderne Bedienoberfläche, die einfach zu nutzen ist und den Anwender über Toolbars, Softkeys und Dialoge leitet.

Der Höhepunkt ist für alle die Endphase: die Integration von Hard- und Software, die intensive Zusammenarbeit von Soft- und Hardwareentwicklern sowie den Spezialisten für die Signalverarbeitung. Im anschließenden Endtest zeigt sich, ob die Summe der Einzelteile wie geplant funktioniert und welche Anpassungen notwendig sind.

Kontinuierlicher Produktbezug

Trotz aller Arbeitsteilung und Spezialisierung verlieren die Entwickler das Endgerät nicht aus den Augen. Der Bezug zum fertigen Produkt und zur gesamten Produktfamilie besteht von der ersten Entscheidung bis zur Marktreife und sogar darüber hinaus. Mit dem Markteintritt hört die Arbeit für die Softwarespezialisten nämlich nicht auf. Zum Service gehört es, zur Investitionssicherung der Kunden beizutragen. Dazu werden die Geräte kontinuierlich zum Beispiel an neue Mobilfunkstandards und den technologischen Fortschritt angepasst. "Gefordert sind Experten, die nicht im Elfenbeinturm sitzen, sondern fähig sind, Anwendern zuzuhören und sich in deren Situation hineinzudenken", benennt Wolle die Anforderungen des Unternehmens an seine Entwickler. Regelmäßige interne Befragungen zeigen, dass der Bezug zum Endprodukt und der Austausch mit den Kunden das ist, was die Entwicklungsingenieure besonders schätzen. Der Softwareentwickler von heute ist ein Teamplayer in zentraler Rolle, der die Kundenanforderungen versteht und über kreatives Potenzial für ihre Umsetzung verfügt.

Softwareentwickler bei Rohde & Schwarz

Das Unternehmen sucht kontinuierlich Ingenieure mit Berufserfahrung und Absolventen zur Softwareentwicklung für die Mess- und Rundfunktechnik sowie für Funkkommunikationssysteme. Es gibt zwei Karrierwege:

Führungsbezogen: Einstieg als Softwareentwickler über Aufgaben als Teilprojektleiter mit zwei bis drei Mitarbeitern und die komplette Projektleitung für eine Produktlinie bis hin zum Laborleiter.

Fachbezogen: Einstieg als Softwareentwickler über den Softwarearchitekten zum Prinzipal, der umfassende Konzepte fachübergreifend entwickelt.