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13.03.2015 - 

Interview mit EP-Chef Friedrich Sobol

Was will der Kunde?

Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
Oft scheinen die Verbundgruppen bei ihrer Zukunftsaufstellung mehr die eigenen Partner als die Endkunden im Visier zu haben. ElectronicPartner-Vorstandschef Friedrich Sobol will hier die Prioritäten richtig setzen und erklärt im ChannelPartner-Interview, warum dazu neben der Partnerqualität auch das E-Commerce-Geschäft ausgebaut werden soll.
Friedrich Sobol steht seit 2013 an der Spitze von Electronic Partner
Friedrich Sobol steht seit 2013 an der Spitze von Electronic Partner
Foto: EP

Nach Rückgängen im Vorjahr konnte Electronic Partner den Umsatz 2014 um 8,3 Prozent steigern. Herr Sobol, inwiefern handelt es sich dabei um eine Folge des von Ihnen eingeleiteten "Zukunftsprogramms"?

Friedrich Sobol: Die Maßnahmen, die wir Ende 2013 umgesetzt haben, haben in vollem Umfang gegriffen und sich positiv auf unsere Strukturen ausgewirkt. Ein Beispiel dafür ist unsere Logistik: Hatten wir früher ein Produkt an drei Standorten vorrätig, gibt es heute nur noch zwei Lager. Zwischen beiden Lagern besteht eine klare Trennung, welche Produkte wo geführt werden. Damit ist jeder Artikel nur noch einmal eingelagert und die Verfügbarkeit eindeutig abrufbar. So steigt unsere Lagerumschlagsgeschwindigkeit. Gleichzeitig wurde die Lieferzeit zum Mitglied verkürzt.

Hat sich EP neben diesen internen Verbesserungen auch gegenüber den Endkunden neu positioniert?

Sobol: Service und Beratungsqualität bleiben zwei wesentliche Säulen im Fachhandel, die wir durch unser 360-Grad-Marketingkonzept bewusst fördern und in den Fokus rücken. Auch in unserer gerade gestarteten Positionierungskampagne für die Marke EP ist das ein Hauptthema.

Darüber hinaus haben wir im vergangenen Jahr mit unserem "Frequenzflyer" Erfolge erzielt. Hier zeigen wir, wie qualifizierter Fachhandel auch mit attraktiven Preisangeboten Endverbraucher anziehen kann. Das erschließt speziell für die Marke EP neue Zielgruppen.

Welche Ihrer B2B-Marken entwickelte sich im vergangenen Jahr dynamischer: der EP-Fachhandel oder die Medimax-Märkte?

Sobol: Beide Marken haben sich analog zur Verbundgruppe positiv entwickelt. Allerdings veröffentlichen wir keine Details zu den Ergebnissen bei einzelnen Marken oder Warengruppen.

Die Zentrale von Electronic Partner in Düsseldorf
Die Zentrale von Electronic Partner in Düsseldorf
Foto: ElectronicPartner

"Qualitätsoffensive stärkt die Marke EP"

Im vergangenen Jahr haben Sie eine Qualitätsoffensive bei EP eingeleitet. Wie groß ist der Rückhalt für das Programm bei den angeschlossenen Fachhändlern?

Sobol: Die Inhalte der Qualitätsoffensive sind mit unseren Mitgliedergremien wie dem EP-Aufsichtsrat intensiv und ausführlich besprochen worden. Hier haben wir eine breite, gemeinsame Basis. Jeder EP-Fachhändler, der engagiert und modern im Markt auftritt, will eine durchgehend starke Marke im Hintergrund wissen. Ein Team ist so stark wie das schwächste Glied. Qualität funktioniert nur, wenn sich alle Mitglieder zu einheitlichen Standards bekennen.

Woran liegt es dann, dass im Rahmen der Umsetzung der Qualitätsoffensive bereits 60 Händler aus der Marke EP ausgeschieden sind?

Sobol: Die Gründe, warum diese Anforderungen nicht erfüllt werden, sind verschieden. Die wirtschaftliche Situation eines Mitglieds kann ebenso den Ausschlag geben, wie die Zukunftsplanung. Wer sein Geschäft bis zum Ruhestand in zwei oder drei Jahren noch führen will, aber keinen Nachfolger hat, will jetzt nicht mehr investieren.

Müssen Sie nicht befürchten, mit den gestiegenen Anforderungen eine Abwanderung von Partnern auszulösen?

Sobol: Im Gegenteil. Wir sorgen für eine starke Marke EP mit hoher Anziehungskraft. Wer beispielsweise auf den neuen Ladenbau gesetzt hat, berichtet schon jetzt von deutlichen Umsatzsteigerungen. Je mehr Mitglieder die Qualitätsoffensive mittragen, desto attraktiver ist die Marke insgesamt und desto mehr profitieren wiederum die einzelnen Markenhändler von diesem positiven Image. Ganz davon abgesehen: Schon jetzt erfüllt die Mehrzahl der EP-Markenhändler längst die Standards oder wird nur minimale Anpassungen vornehmen.

Wer sich trotz allem in der Entwicklung der Marke EP mit seinem Geschäftsmodell nicht wiederfindet, dem bieten wir innerhalb der Verbundgruppe interessante Alternativen.