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Kolumne


10.04.2007 - 

Web 2.0 ist eine Frage der Kultur

Seit Monaten füllt das Thema Web 2.0 Zeitungen und Veranstaltungssäle, sogar das Weltwirtschaftsforum beschäftigte sich mit dem Thema. Der Nutzen typischer Web-2.0-Techniken wie Wikis, RSS oder Content Tagging ist erkannt. Mit Corporate Blogs oder Social Networking tun sich die Unternehmen indes schwerer.

Web 2.0 wird als technologische und nicht als kulturelle Herausforderung verstanden. Ins Bild passt der von CIOs vielfach geäußerte Wunsch, entsprechende Techniken im Paket kaufen zu können - vergleichbar etwa mit Microsoft Office. Immerhin 75 Prozent der IT-Lenker gaben in einer Umfrage von Forrester Research zu Protokoll, sie hätten gern eine solche Web-2.0-Suite angeschafft - und zwar nicht von Exoten wie Socialtext, Newsgator oder Mindtouch, sondern von gestandenen Playern wie Microsoft, Oracle und IBM.

Die IT-Macher beschäftigen sich mit Web 2.0 so wie mit jedem anderen IT-Thema: Sie wollen eine Standardsoftware mit fixer Einführungszeit, geregeltem Support und möglichst ausgereiften Werkzeugen für die Performance-Messung. Letzterer Punkt erzeugt am meisten Unbehagen, lassen sich doch die Vorteile neuer Collaboration-Prozesse und gestiegener Arbeitseffizienz nur schwer ermitteln.

Sich mit dem technischen Aspekt von Web 2.0 zu beschäftigen reicht aber nicht aus. Über sämtliche Hierarchieebenen hinweg sollten Unternehmen bereit sein, sich auf die Möglichkeiten des Internets einzulassen. Gefragt ist eine grundlegende kulturelle Veränderung hin zu offener Kommunikation und mehr Partizipation. Wer die kollektive Intelligenz in sozialen Netzwerken für sich nutzen will, muss sich erst einmal selbst öffnen, hierarchische Strukturen in Frage stellen und Teile seines Know-hows preisgeben.

Was es heißt, Barrieren zu überwinden, zeigt ein Beispiel in dem lesenwerten US-Bestseller "Wikinomics" von Don Tapscott und Anthony D. Williams. Dort wird das Beispiel der kanadischen Goldcorp. geschildert, deren Geologen nicht mehr imstande waren, die Goldvorräte im firmeneigenen Claim zu orten. Die Pleite schien unausweichlich. Geschäftsführer Robert McEwen ging in seiner Not einen ungewöhnlichen Weg: Er stellte alle seit 1948 gesammelten geologischen Gutachten ins Netz und bat Wissenschaftler in aller Welt - gegen das Versprechen einer Erfolgsprämie - , bei der Auswertung mitzuhelfen.

Die Resonanz war überwältigend. Geologen, Mathematiker, Studenten, Berater, Gutachter - eine Vielzahl von Fachleuten half den Unternehmen auf die Sprünge. Dank der geballten Intelligenz wuchs Goldcorp. von einer 100-Millionen- zu einer Neun-Milliarden-Dollar-Company.