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29.05.1998 - 

Erste Eindrücke zu drei Pixelprogramm-Updates

Web-Design und lebendige Bildeffekte liegen im Trend

Die Hersteller von Bildprogrammen der unteren Preisklasse haben Internet-Designer als bevorzugte Zielgruppe entdeckt. Alle drei hier beschriebenen Programme ("Paint Shop Pro 5", "Photo Impact 4" und "Picture Publisher 8") ermöglichen zum Beispiel die Herstellung von Trickfilmen, die im GIF-Format animiert sind.

Photo Impact glänzt durch bequeme Exportfunktionen für die wichtigen Formate GIF, JPG und PNG. Der beiliegende "GIF Animator 2.0" erzeugt unkomplizierter als vergleichbare Tools Laufbilder für das Internet. Die Photo-Impact-Bilddatenbank erzeugt ganze Bildersammlungen im HTML-Format. Auch Diaschauen auf Java-Basis lassen sich erstellen.

Picture Publisher 8 ist sicher auch keine schlechte Wahl für Web-Designer. Der Kachelmuster-Betrachter des Micrografx-Programms präsentiert eine vervielfachte Version der aktuellen Datei in Echtzeit.

Zur herkömmlichen Bildbearbeitung bieten die Updates ebenfalls eine Reihe neuer Funktionen. Die Beschreibung im einzelnen:

Paint Shop Pro 5

Paint Shop gilt als Klassiker der Shareware schlechthin: Das Programm ist in Online-Foren und auf CDs fast immer mit von der Partie. Es hat sich etabliert als schnelles, stabiles Pixel-Tool, das zunehmend auch komplizierte gestalterische Aufgaben unterstützen kann. Die neue Version 5.0 darf 30 Tage lang kostenlos getestet werden, dann ist eine Überweisung von 200 Mark fällig.

Mit der neuen Ebenentechnik erlaubt Paint Shop erstmals flexible Fotomontagen, die sich auch nach dem Speichern neu arrangieren lassen - beim Einsetzen neuer Bildteile wird der Hintergrund nicht gelöscht. Diese wesentliche Erleichtung bei der Bildkomposition verfeinerten die Programmierer noch. So kann Paint Shop Pro Teile einer montierten Bildkomponente exakt verbergen oder abschwächen und bei Bedarf jederzeit wieder voll anzeigen.

Außerdem beherrscht das Programm raffinierte Mischverfahren, die zum Beispiel den weißen Hintergrund eines dunklen Schriftzugs unsichtbar machen oder nur die Struktur, nicht aber die Farbe einer Oberfläche übertragen.

Auch bei der Bedienung erreicht Paint Shop den Industriestandard seiner Preisklasse: Das Programm kann mehrere Arbeitsschritte zurücknehmen und listet alle Eingriffe in einer Historientabelle auf. Die Wirkung von Filtern und Kontrastreglern zeigt das Programm noch bei geöffnetem Dialogfeld auch an der Originaldatei.

Fazit: Während Paint Shop Pro alle Standardaufgaben der Bildbearbeitung gut löst, offenbart es bei Textfunktionen, Farbverläufen und Mustern deutliche Einschränkungen.

Photo Impact 4

Neu auf dem Markt ist auch Photo Impact 4, das Hersteller Ulead von bisher 250 Mark auf 350 Mark verteuerte. Zwei Hauptprogramme bilden den Kern des Pakets. Sie dienen zur Bearbeitung und zur professionellen Archivierung von digitalisierten Bildern. Besonders wertvoll: Der neue Befehlerekorder, der beliebig eigene Arbeitsabläufe aufzeichnet und so Routine-Jobs automatisiert. Schon immer widerruft Photo Impact unbegrenzt viele Arbeitsschritte.

Einzigartig ist Photo Impacts Partikelgenerator, der zum Beispiel Regentropfen oder Sterne über das Bild streut. Dichte, Größe und Farbe der Elemente sind regelbar. Zu den Verbesserungen zählen auch die vielen "natürlichen" Pinsel, die Farbe etwa im Stil von Ölkreide oder Filzstiften auftragen. Außerdem legten die Programmierer einen Verzerrerpinsel bei, der Bildproportionen gummiartig verzieht. Photo Impacts Pfadwerkzeug kann Auswahlen oder Schriftumrisse elegant formen. Beliebige Umrisse rechnet das Programm in 3D-Objekte um. Hervorzuheben ist auch die Bilddatenbank mit mächtigen Such- und Sortierfunktionen.

Dennoch hat das zunächst beeindruckende Programmpaket deutliche Schwächen. So erreicht die Alphakanal-Technik, die es erlaubt, Auswahlen als Graustufenmasken zu speichern und zu korrigieren, nicht den Standard vergleichbar teurer Programme. Und vom CMYK-Farbmodus (CMYK = Cyan, Magenta, Yellow und Black) der Druckvorstufe scheinen die taiwanischen Programmierer noch gar nichts gehört zu haben.

Picture Publisher 8.0

Für 250 Mark legt Micrografx mit dem neuen Picture Publisher 8.0 ein hochwertiges, professionelles Bildbearbeitungsprogramm vor. Es enthält seit jeher leistungsstarke Pinsel und Tonwertkorrekturen. Picture Publisher nimmt beliebig viele Arbeitsgänge zurück; sogar nach dem Speichern kann man zu früheren Versionen zurückkehren und das Bild abwechselnd in unterschiedlichen Fassungen darstellen.

Bei der neuen Version 8.0 legten die Programmierer viel Wert auf hochklassige, lebendige Effekte, die nicht an sterile Computergrafik erinnern. So erhielt das Programm einen Beleuchtungsfilter, der eine oder mehrere Lichtquellen auf das Bild scheinen läßt und stimmungsvolle Hell-Dunkel-Zonen errechnet. Dabei lassen sich Strukturen einweben und scheinbar dreidimensional ausleuchten.

Außerdem erzeugt das Programm attraktive Gegenlichtreflexe, die Dramatik in jedes Foto bringen. Ungewöhnlich, aber sehr nützlich ist die neue Kamera-Unschärfe. Um ein gewähltes Zentrum herum versinkt das Bild in Unschärfe oder in Dunkelheit. Die neue Funktion zur Kantenabschrägung stattet Schaltflächen, Schriftzüge und beliebige andere Auswahlen mit einem dreidimensionalen Rand aus.

Insgesamt zeigt der Picture Publisher 8.0 kaum gravierende Schwächen, wenn er auch in manchen Details nicht die Leistungsfähigkeit von Photoshop erreicht.

Heico Neumeyer ist freier Autor in Bad Tölz.