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25.11.1998 - 

Medien

WEB-Experimente traditionsreicher graumacher

Auch wenn die gedruckten Zeitungen mit neuen Layouts und Aufmerksamkeit heischenden zweidimensionalen "Hot Buttons" experimentieren - die Online-Versionen sind einem noch stärkeren, beständigeren Wandel unterworfen.

"Die Zeit" hat nicht nur ihr wöchentliches Erscheinungs- bild neu gestaltet, ein benutzerfreundliches ganzseitiges Inhaltsverzeichnis inklusive, sondern vor kurzem ihre Web- Site überholt. Die alte Version war schnell und einfach zu bedienen, aber sie sah den meisten typischen Print-Web- Adaptionen doch ziemlich ähnlich. Die Besucher kamen, um sich ihre Informationen abzuholen, das war''s. Wenig mit- reißend.

Die neue Site jedoch verlangt geradezu danach, in ihr zu schmökern, zu browsen im eigentlichen Sinn. Zu den auffälligsten Merkmalen zählt ein altmodisch wirkender Drehknopf auf jeder Seite, der zu rufen scheint: Mach was mit mir, spiel mit mir! Er führt die Benutzer zu den Titelseiten eines jeden Ressorts und jede dieser Seiten wimmelt nur so von farbigen Elementen, Grafiken und Anreißern. Obwohl die Site die Schrifttype und natürlich das Logo der gedruckten Ausgabe beibehält, stellt sie eine radikale Abkehr vom Design der Zeitung selbst dar.

Die "New York Times" verfolgt einen anderen interessan- ten Ansatz, indem sie die Online-Besucher zwischen unterschiedlichen Zugängen zu ihrem reichhaltigen Inhalt wäh- len läßt. Natürlich gibt es einen einfachen Gesamtindex der Site als abgespecktes Portal zum NYT-Universum. Am anderen Ende der Skala steht die eingescannte Titelseite der aktuellen Druckausgabe zum Download bereit, für all jene, die wissen möchten, wie die Zeitung die Nachrichten des Tages gewichtet hat, oder die am guten alten Zeitungslayout hängen.

Wirklich spannend sind jedoch die beiden Versionen zwischen den Extremen. Die Gestaltung der "Quick News"- Seite tendiert insofern in Richtung Web, als sie nur wenige Bilder enthält, dafür mehrere Artikelüberschriften, alles ziemlich geradlinig aufeinandergestapelt. "Page One Plus" da- gegen bewahrt die Reihenfolge der Artikel auf der Titelseite der gedruckten NYT; sie übernimmt sogar die Druck-Headlines in Originalschrift, um so die Anmutung der Zeitung zu bewahren. Verzichtet wird jedoch auf die Spalten mit aktuellen Kurzberichten, die die Titelseite der Druckausgabe prägen.

Während die "Zeit"-Web-Site einen Riesensprung weg vom gedruckten Medium hin zur Idee einer schnellen und schlanken Nachrichtenmaschine gemacht hat, hält die "New York Times" ihr Image als das stolze Markenzeichen einer reichen zeitungsjournalistischen Tradition hoch. Natürlich verbunden mit alternativen Angeboten für User, die einfach keine Zeit für Nostalgie haben.

Im völlig neuen Web-Design wendet sich "Die Zeit" radikal von der Tradition des seriellen Drucklayouts ab. Herausgekommen ist dabei eine schlanke News-Maschine, die schnellen Nutzen mit attraktiver Verspieltheit kombiniert.